
Autor:
Kerstin Mattys
InsiderTipps
Die Zeitlosigkeit hat in Polen eine Heimat. Wasser. Weite. Wälder. Wie am neunten Schöpfungstag. Eine Mazurka der Natur, verewigt in diesem Reisebericht...
Die Entdeckung der Langsamkeit geht schnell. Rund 230 Kilometer nördlich von Warschau nistet sie. In Masuren, einem durchweg beschaulichen Fleckchen Polen mit viel Wasser, noch mehr Wald, mit Feldern und Hügeln hie und da. Suchen muss man sie nicht, sie macht sich von selbst bemerkbar. Sie drosselt die Geschwindigkeit der Menschen, wo es nur geht, am offenkundigsten mithilfe enger Straßen und holpriger Feldwege. Sie lockt zunächst mit Ortsschildern und entzückenden Alleen hinein ins spärlich besiedelte Land und führt dann den Reisenden im Schritttempo in der Gegend und an der Nase herum - weil zur weiteren Orientierung die Schilder fehlen.
Beispiel aus der Praxis: ein Bilderbuch-Sonnenuntergang. Träumerisch biegen wir, von Elk kommend, rechts ab, entrückten Dörfern mit Storchennestern entgegen, Weilern mit Apfelbäumen, glitzernden Seen in der Dämmerung, kläffenden Hunden. Mit Steinen gepflasterte Chausseen aus einem anderen Jahrhundert schütteln uns gründlich durch. Als eine Sackgasse uns auf einen großen Bauernhof führt, auf dem ein Lama steht, fragen wir uns, wo wir eigentlich sind. Immer wieder verzweigen sich die Schotterstraßen und münden in Feldwege, immer wieder vermuten wir nach einem Blick auf die Karte, dass es nach rechts, nein links, ach doch besser nach rechts geht. Oder geradeaus?
Mittlerweile ist der Weg mit einem Pkw gar nicht mehr befahrbar. Ratlos steigen wir aus. Und da ist sie, unmittelbar, mit einem Knock-out-Schlag: die masurische Stille. Wie eine Käseglocke stülpt sie sich über die Landschaft des südlichen ehemaligen Ostpreußen. Das Rauschen des Winds im Schilf am See oder in den Bäumen klingt, als sei es an einen Öko-Verstärker angeschlossen. Über eine nicht mehr genutzte Eisenbahnlinie macht sich Unkraut her, dann erhebt sich ein alter Bahnhof, der heute irgendjemandem ein charmantes Zuhause bietet. Noch lesbar sein Name: Skomack Wielki.
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wisch sagte vor 3 Jahre 49 Wochen:
Hi, segeln ist natürlich einfach genial. Aber was man auch ganz klasse in Masuren radeln. Es gibt viele Anbieter, die Touren für 2 Wochen anbieten. Ich war vor ca. 5 Jahren für 2 Wochen dort mit einem Veranstalter. Pro Woche gab es einen Standort, von dem wir tagsüber in gemütlichen Tagestouren die Umgebung erkundet Haben. Für Genussradler ein absoluter Tip wie ich finde.. radeln durch wunderschöne Alleen, rasten an idyllischen Seen, den weiten Himmel bestaunen, Menschen begegnen, die so wie in diesen uralten Heimatfilmen sprechen.. und gutes Essen genießen.. Das übrigens echt eine Überraschung für mich: Das Essen ist richtig klasse und schmackhaft!! Egal ob segeln oder radeln, ich finde da muss man hin!!!!!!!!!!1
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