Die Rallye XWorld bringt Offroader zu den schönsten Flecken Europas und Asiens: Baikalsee, Wüste Gobi, Nepal und Seidenstraße. Reporter Frank Heuer war bei der dritten Etappe von Istanbul über Rumänien und Bulgarien nach Kiew mit dabei. Folgenden Reisebericht hat er mitgebracht:
Stille, abgesehen vom Quaken eines einsamen Froschs. Kein Motorenlärm. Feuchte Nebelschwaden haben sich frühmorgens rund um das kleine moldawische Dorf Bahmut gelegt. Sie tauchen das XWorld-Camp in gleichförmiges Grau. Nette Bauern hatten uns auf ihrer Wiese an einem kleinen See übernachten lassen. Auf historischem Boden, wie wir erfahren. Im Zweiten Weltkrieg soll es genau an der Stelle zwischen Russen und Deutschen mächtig geknallt haben, erzählen sie uns.
Durch meinen Zelteingang blicke ich auf die Chinesische Mauer in Orange und weiter hinten aufs Gletschereis des Himalaya in Blau. Rechts davon setzt der malaysische Tiger auf einem dschungelgrünen Toyota Land Cruiser zum Sprung an. Schon auf der dritten Etappe im einsamen Moldawien haben wir die Highlights der noch folgenden Königsetappen der XWorld Rallye stets im Visier. Dank eines bunt modernen Maßanzugs, einer Art Folienfototapete, in die man die expeditionstauglich modifizierten Geländefahrzeuge gesteckt hat.
Zwei Lichter tauchen im Nebel auf. Ein weißer Lada Niva rollt vor. Gerade haben wir Zelte und Schlafsäcke verstaut, sind bereit zum Aufbruch. Da bringt uns Gheorghe, der Sohn des Landbesitzers, einen Morgengruß seiner Mutter vorbei: frisch gemolkene warme Kuhmilch, eine Dose Nescafé sowie einen Topf Frischkäse-Butterrahm-Gemisch mit Weißbrot.
Was für eine nette Geste! Der junge Mann im schwarz-weiß geringelten Pullover, der im Heimstudium Englisch lernt, hätte sich gewiss noch ein wenig länger mit uns unterhalten. Doch dafür bleibt leider keine Zeit. Bis nach Kiew wollen, ja müssen wir heute fahren. Vor uns liegen rund 500 Kilometer und zwei „heiße“ Staatsgrenzen mit unvorhersehbaren Wartezeiten. Vielleicht hält uns Gheorghe ja für ein bisschen verrückt, als wir ihn nach einer schnellen Tasse Kaffee stehen lassen, aber er lässt sich nichts anmerken. Er wünscht uns zum Abschied „drum bun – gute Reise“.
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