
Autor:
Judka Strittmatter
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Saudi-Arabien wünscht sich wieder mehr Touristen aus der westlichen Welt. Unsere Reporterin Judka Strittmatter hat sich eine Abaya übergeworfen und sich in dem Wüstenstaat umgesehen.
Geheimnisumwitterter Wüstenstaat: mit Mada’in Saleh, den steinernen Grabkammern der Nabatäer in der Wüste um al-’Ula, mit Jeddah, der lebhaften Stadt am Roten Meer, und mit Riad und seinem ultramodernen Kingdom Tower, der sich 302 Meter hoch über den gelb-staubigen Suks der Hauptstadt erhebt. Die Ankunft im größten Staat auf der Arabischen Halbinsel herbeizusehnen wird uns dennoch nicht leicht gemacht – den Frauen jedenfalls. Wären wir unter 30, dürften wir gar nicht einreisen, nur mit männlichem Begleiter, und gleich nach der Ankunft müssen wir uns die schwarze Abaya überstreifen. Verhüllungszwang gilt für alle Frauen, nicht nur für die saudischen.
Dass wir auf dem Weg in ein erzkonservatives, muslimisches Land sind, machen schon die Hollywoodfilme klar, die im Flugzeug der staatlichen Airline Saudia laufen: Wie Fettflecken schweben strenge Zensurpixel über Brust und den nackten Unterschenkeln der Darstellerin im Aussteigerdrama „Into the Wild“. Eine Frau in kurzen Hosen und T-Shirt auf dem Hoheitsgebiet jenes Staats, der die heiligen Stätten des Islam – Mekka und Medina – beherbergt? Eher nicht.
Wir betreten Riad an einem Wochenende. Dass die Bevölkerung seit Jahren rasant anwächst, ist auf den Straßen kaum zu sehen, sie sind seltsam menschenleer. Die Saudis fahren lieber, anstatt zu laufen. Kein Problem bei einem Spritpreis von neun Euro-Cent für einen Liter Normalbenzin.
An vielen Stellen wird gebaut, schieben Baggerfahrer in typischer Manneskluft, dem weißen Gewand und rot-weißem Tuch, Dischdascha und Kuffiyeh, Wüstensand zusammen, werden neue, bombastische Glaspaläste hochgezogen. Der Al-Masmak-Palast, einst eherne Festung und 1901 erster Sitz des Staatsgründers Abdul Aziz, ist heute Museum. Auf dem Antik-Basar nebenan verkaufen Händler Teppiche und Silberschmuck. Im Al-Faisaliah-Tower fahren wir rund 260 Meter hoch, den Duft von Kaffee und Kardamom in der Nase, die uns ein Angestellter in der Lobby serviert hat. Oben, hoch über der dunstigen Hauptstadt, simsen verschleierte Mädchen von ihren Handys, auf ihren Abayas blitzen Dollarzeichen oder Totenköpfe aus Strass.
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Elische (nicht überprüft) sagte vor 21 Wochen 2 Tage:
*Ausländer wie Heinz Jantzen, der in Berlin Archäologie studiert und hier mitgräbt, leben in sogenannten Compounds, Wohncamps, die abgeriegelt sind und die man selbst für den Frisörbesuch im Dorf nur mit einem Militärpolizisten mit Kalaschnikow verlassen darf.*
Wer erzählt einen solchen Blödsinn?
Es stimmt, ausländische *Gastarbeiter* leben zu ihrem eigenen Schutz in gut geschützten und gesicherten Compounds, in denen sie allerdings alle Freiheiten nach deutschem Standard haben. Man kann diesen Compund jederzeit verlassen und sich frei in Ryadh bewegen, selbst mir als deutsche Frau ist das nicht verwehrt, solange ich eine Abya trage.
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Laverne (nicht überprüft) sagte vor 33 Wochen 4 Tage:
Das klingt für mich als Frau nicht einladend.
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