
Autor:
Frank Heuer
Weitere Reportagen
Sörmland Genussradeln unter blauem Himmel
Schlösser-Reise Herrschaftszeiten!
Dabei sein ist alles Auf den Hund gekommen
Ethno-Food: Surströmming Schwedens Gerüche-Küche
Porträt Malmö Eine Stadt dreht auf
Überunterwasser-Hotel
Urlaub im Erdreich
InsiderTipps
Bunte Fischerdörfer vor buckligen Schäreninseln. Schwedens Westküste ist attraktiv, aber im Sommer überlaufen. Zum Auftakt der Hummerfangsaison Ende September hingegen zeigt sie sich von ihrer wilden und schönen Seite. Folgen Sie unserem Reisebericht!
Krabbensuppe – für mehr hat es leider nicht gereicht“, schmunzelt der rüstige Rentner und wirft handtellergroße Seekrabben ins kochende Wasser.
Im Bootshaus von Stig Carlsson ist es behaglich warm und gemütlich. An den Wänden hölzerne Segelschiffmodelle und zwischen Dieselkanistern und einem alten Ruderboot köchelt dampfend ein großer Blechtopf. Doch in keiner der Hummerfallen von Carlsson steckte eines der begehrten Schalentiere – nur Krabben hatten sich über die Köder hergemacht.
Pünktlich um 7 Uhr gestern früh hat er die erste Hummerfalle ins Meer geworfen. Draußen ging es zu wie am New Yorker Times Square. „An schönen Tagen tummeln sich Hunderte von Booten zur Eröffnung der Hummersaison“, weiß Stig zu berichten, „da gilt es, frühzeitig am richtigen Platz zu sein. Sonst hat man keine Chance, die knapp einen Meter lange Reuse dort zu platzieren, wo man will.“ Wenige Stunden später sieht die Küste aus, als hätte das Militär den Schärengürtel vermint: Hunderte von Bojen leuchten in Rot und Orange auf der Wasseroberfläche. Und an jeder hängt ein Hummerhinterhalt.
Stig lehnt sich in seinen Schaukelstuhl zurück. Vor 35 Jahren hat er zusammen mit seiner Frau das schöne weiße Haus, in dessen Garten im September noch Kirschtomaten gedeihen, gekauft und über die Jahre restauriert. Damals war das Leben im Dorf bestimmt von der alten Generation. „Sehr konservativ. Am Sonntag, wenn du am Haus arbeiten wolltest, musstest du ein Filztuch zwischen Hammer und Nagel legen, damit dich keiner hörte“, erinnert sich Stig. Die Alten sind inzwischen gestorben, die Erben haben die Häuser gewinnbringend verkauft und sind weggezogen.
Die Carlssons gehören zur Minderheit von 185 Menschen, die das ganze Jahr über auf Gullholmen leben. Der belebte Fischmarkt rund um die Hafenbrücke ist schon seit Jahren verschwunden. Letzte Woche wurde der Supermarkt auf Winterservice umgestellt. Bis Mai öffnet er nur noch zweimal die Woche für je eine Stunde. Nur im Hochsommer, wenn die reichen Stockholmer Familien in ihre schmucken Ferienhäuser einfallen und sich die Yachten im Hafenbecken drängen, steigt die Zahl der Einwohner auf über 3.000.
„Wir sind wohl eine exklusive Immobilienkolonie geworden“, resümiert Stig, „dafür gibt es ab Oktober keine frische Milch mehr, aber wir bleiben. Hier sind wir glücklich!“
Schweden Video-Clip auf a&r TV ansehen!
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos -

Das Vermächtnis des Dalai Lama
mehr Infos


Kommentar hinzufügen