InsiderTipps
Messerfabrik
Wer hat's erfunden?
Victorinox stattet seit 1891 die Armee der Schweiz mit Taschenmessern aus und feiert 2009 125-jähriges Firmenjubiläum. Alles Wissenswerte für den Kauf finden Sie hier!
Sie sind schon ganz schön rumgekommen in der Welt. Belegt sind u. a. Expeditionen zum Nordpol, auf den Mount Everest, rund um Kap Hoorn und in die tropischen Urwälder des Amazonas. Als offizieller Ausrüstungsbestandteil der Space-Shuttle-Crew fliegt das „Swiss Army Knife“ von Victorinox regelmäßig mit ins All.
Eine solch beispiellose Erfolgsstory war bei der Unternehmensgründung 1884 in Ibach im Kanton Schwyz nicht absehbar, auch wenn Messerschmied Karl Elsener schon damals eine Vision hatte. 1890 kam ihm die Idee, zusammen mit anderen Messerschmieden die Messer für die Soldaten herzustellen und damit neue Arbeitsplätze in seinem zu jener Zeit recht armen Heimatland zu schaffen. Gut 25 Kollegen wollten mitmachen, gaben aber auf, weil ein Betrieb in Solingen die Messer viel kostengünstiger offerierte. Für Elsener ging der Plan trotzdem auf. Er verlor dabei zwar sein ganzes Vermögen, aber Verwandte halfen in höchster Not und wendeten so den Konkurs ab. Und sie sollten es nicht bereuen: Nach dem Erfolg des „Offiziersmessers“ ab 1897 wurden sie von Elsener mit Zins und Zinseszins entschädigt. Den Titel der Firma verdankt Victorinox übrigens der Mutter des Firmengründers. Ihren Vornamen Victoria kombinierte der Firmengründer einfach mit dem französischen Begriff für rostfrei, inoxydable.
Das Soldatenmesser war robust, aber auch relativ schwer. Darum entwickelte Elsener für die Offiziere ein leichteres und eleganteres Messer mit mehr Anwendungsmöglichkeiten. Dieses neue Modell mit nur 2 Federn und 6 Klingen nannte er „Offiziers- und Sportmesser“ und ließ es 1897 patentieren. Zwar wurde es nicht wie das Soldatenmesser zum offiziellen Ausrüstungsgegenstand, aber die Offiziere kauften es sich privat im Fachhandel und bald fand die „Allzweckwaffe“ überall großen Anklang. Heute ist das Messer in über 100 verschiedenen Variationen, gekrönt vom Topmodell „Swiss Champ“ mit 33 Funktionen, erhältlich.
Victorinox ist mit 920 Angestellten die größte Messerfabrik Europas. In Ibach werden täglich rund 25.000 „Swiss Army Knives“ und 30.000 andere Taschenwerkzeuge produziert, dazu 45.000 Haushalts- und Berufsmesser. Eine Tradition ist außerdem geblieben: Immer noch ist Victorinox Lieferant des Soldatenmessers an die Schweizer Armee.
Im modern gestalteten Verkaufsladen in Ibach-Schwyz und auf 3.100 m Höhe in Zermatt erhält man das gesamte Sortiment ebenso wie im Internet. Ein besonderes Highlight ist der schicke, eben erst neu eröffnete Gornergrat-Corner auf dem Gipfel des Gornergrat bei Zermatt. Dort gibt es auf insgesamt 70 m2 Taschenmesser, Travel Gear und Victorinox Swiss Army Watches zu kaufen. Mit der Gornergratbahn in 45 Min. bequem von Zermatt aus erreichbar, bietet der Shop außerdem eine atemberaubende Aus- sicht auf insgesamt 29 Viertausender.
Worauf beim Kauf achten? Wer ein original Schweizer Taschenmesser will, öffnet vor dem Kauf die große Klinge. Darauf muss stehen „Swiss made stainless“.
Preise Kleine Modelle gibt es ab ca. 7 Euro.
Firmen Victorinox (www.victorinox.com), Wenger (www.wenger.ch). Zwar aus den USA, aber dennoch empfehlenswert: Leatherman (www.leatherman.de).
Web-Tipps www.klingenladen.com, www.eKnives.de
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