
Autor:
Frank Tophoven
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Wer das wahre Spanien ganz individuell erleben und spüren will, reist auf Spuren origineller Boutiquehotels und Herrenhäuser. Zum Beispiel von Barcelona zur Costa Brava und weiter nach Girona, Zaragoza und Toldeo - wie der Autor unseres Reiseberichts.
Barcelona. Der Boom scheint nie zu enden. Es fehlt fast nichts, nur manchmal Stille. Ommmm... "Omm". So heißt mein erstes Hotel. Ob das buddhistische Mantra bei der Namensfindung Pate gestanden habe, möchte ich von PR-Managerin Clementina wissen. "Natürlich", antwortet sie. "Die Gäste genießen den Trubel der Stadt und mittendrin bieten wir einen Ort der Ruhe." Beschränkung auf das Wesentliche. Pool auf der Dachterrasse. Ein neuer Wellnessbereich. Design ist "out" im Designerparadies Barcelona.
Aber das Design nach dem Design ist natürlich auch eines, ein minimalistisches. Ein Bett, einen Schrank, eine Gelegenheit zur Reinigung mag der buddhistische Mönch in seiner Zelle haben. Im "Hotel Omm" ist das Bett riesig und weich und der Schrank ein gewaltiges Element. Sanft getönt trägt er einen groß dimensionierten Flachbildschirm und trennt ein edel-schlichtes Bad vom Schlafbereich.
Die Beschränkung auf den Luxus kommt an. Das Hotel ist oft ausgebucht und vor dem Restaurant warten abends demütig Barcelonas Junge, Schöne und Betuchte in einer mächtigen Schlange, bis man ihnen endlich einen Tisch zuweist.
Barcelona erleben. Direkt vom Hotel den Passeig de Gràcia hinunterschlendern. Hermès, Gucci, Armani halten Hof in Prunkbauten, die den Ruhm des Modernisme begründeten. Modernisme - so feierten die Katalanen ihren eigenen Jugendstil. Nicht nur Antonio Gaudí revolutionierte die Oberflächen, auch der Architekt Domènech i Montaner ließ Steine tanzen und Säulen und Friese wuchern.
Seine Casa Lleó i Morera auf dem Passeig de Gràcia wurde von einer Firma gekauft, die furchtlos einen Rekordpreis für Büroflächen in Barcelona zahlte. Über 8.000 Euro ließ man sich den Quadratmeter kosten - für 26 Millionen wechselte das Haus seinen Besitzer. Trotzdem bleibt Gaudí der Star für alle Jünger des Modernisme. Andächtig stehen sie unter dem Fischschuppendach der Casa Batlló und vor den Wellen, die die Fassade der Casa Milà am Ufer des Nobelboulevards schlägt.
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