Die Szenerien in Spaniens Nordwesten sind spektakulär, die Menschen geprägt von Glauben und Aberglauben. Tradition als Pflichtprogramm.
Bremsen Sie auch für Tiere in Gestalt von verstorbenen Ahnen? Dann höllische Vorsicht bei der Steilabfahrt nach San Andrés de Teixido! Dort könnten Sie die eigenen Vorfahren plätten! Vorausgesetzt, Sie glauben an Seelentiere und daran, dass Oma und Opa nach ihrem Ableben als Kröte, Käfer oder Eidechse auf Achse sind. Denn, so weiß man in Galicien: "Wer als Lebender nicht hingegangen ist, erreicht San Andrés de Teixido spätestens als Toter." So spricht man der Gegend besondere Betriebsamkeit an rastlos wanderndem Seelengetier zu.
Gott bewahre, nur kein verdächtiges Schmunzeln! Galicier nehmen ihren Glauben und Aberglauben todernst, halten Wallfahrtsstätten wie San Andrés de Teixido hoch und heilig. Auf Landkarten sieht das Örtchen wie ein Fliegenschiss aus, Größeres hat es nicht verdient. Ein paar Gassen und verstreute Steinhäuser, mittendrin die Kirche. Fremden begegnen die Dörfler wortkarg, verschlossen. Man trägt das Herz auf dem rechten Fleck, aber nicht auf der Zunge. Typisch galicisch.
An der Steilküste ums nahe Kap Ortegal stürzen die Klippen Hunderte Meter tief ins Meer. Eine dramatische Landschaft, von Stürmen und Regen gepeitscht. Häufig ziehen Nebel auf und hüllen den Turm der Kirche in gespenstische Tücher. Drinnen riecht es nach Kerzenwachs, im Portal stellt sich dem Besucher eine Wand aus Gerüchen entgegen. Seit Urzeiten verehren die Gläubigen eine Reliquie des heiligen Andreas, San Andrés. Sie bringen Votivbilder mit, hängen Blumen ans Gitter. Im feuchten Bauern- und Seefahrerland Galicien ist überirdischer Beistand stets willkommen. Andrés ist als Patron multifunktional. Schutzheiliger der Fischer, für eheliches Glück und Kindersegen, gegen Krämpfe und Gicht ...
Irgendwo am Berg verzweigt sich das Sträßchen: links Richtung Ría de Santa Marta de Ortigueira, rechts an die Ría de Cedeira, Meeresarme der Extraklasse. Auf die Frage nach dem Ursprung der Rías kennt die Legende nur eine Antwort: Als Gott die Welt erschuf, stützte er sich auf Galicien ab und drückte seine Finger hinein. So entstanden jene weit ins Festland eingefurchten Meeresarme, die Galiciens Küste auf 1.300 Kilometer strecken.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos


Santiago de Compostela
Kommentar hinzufügen