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Tag 2 unserer Teneriffa-Tour führt in den urzeitlichen Teide-Nationalpark auf 2.000 Meter Höhe. Wegen windigem, schlechtem Wetter fällt die geplante Canadas-Wanderung leider ins Wasser.
Zunächst noch ein kleiner Nachtrag zum Hotel „Casa Blanca“ von gestern. Es liegt in Icod del Alto, am Anfang des naturgeschützten Barranco de Ruiz auf einer Höhe von ca. 600 Metern. Die kleine Anlage besteht aus alten kanarischen Häusern aus dem 18. Jh., die restauriert und renoviert wurden. Der Service ist sehr freundlich und zuvorkommend.
Das Hotel besitzt Satelliten-TV, einen überdachten Pool, Restaurant und Internet-Zugang.
Tipp: Z. B. in Apartment 103 die alte Kommode, auf der das TV-Gerät steht, wegrücken, auf allen Vieren zu der nun freien Wand kriechen, mit einer Taschenlampe oder einem Feuerzeug nach der Buchse für das Netzkabel (kann man sich notfalls an der Rezeption ausleihen) suchen, einstecken, mit dem Laptop verbinden und anschließend kostenlos surfen!
Ach ja, den berühmten Drago de Icod, den ältesten Drachenbaum (Dracaena draco) Teneriffas, habe ich auch gesehen, gestern. Er sieht aus wie ein riesiger Rasierpinsel. Als Lilienverwandter hat er keine Jahresringe, weshalb um sein Alter heftig spekuliert wird. Von 1.000 bis 380 Jahre reichen die Schätzungen. Unbestritten ist allerdings, dass er sehr, sehr alt ist.
Warum er Drachenbaum heißt? Weil auf jedem seiner Blätter ein kleiner Drache sitzt, und wenn man dem zu nahe kommt, reißt er seinen kleinen Rachen auf und speit eine winzige Flamme, die gerade so groß ist, dass man sich eine Zigarette anzünden kann. Ich hab’s selbst gesehen, ich schwör’s ...
Heute Freitag, 25. Sept., 8.30 h: Als ich am Besucherzentrum des Teide-Nationalparks aus dem Bus steige, wirft mich der kalte Wind beinahe um. So stark bläst er. Ein Tropensturm fegt über die Insel hinweg, seit Tagen schon hat die Seilbahn, die zum Teide-Gipfel führt, ihren Betreib eingestellt. Eigentlich wollten wir Morgen mit der Bahn ins Tal hinabfahren ...
Dankbar suchen wir im Info-Zentrum Schutz und führen uns einen Videofilm über die Entstehung der Insel und des Teide zu Gemüte: Die „Insel-Genese“ dauert etwa seit 20 Millionen Jahren an. Magma, das aus unterseeischen Erdspalten drang, hat sich im Lauf der Zeit zu der Insel aufgehäuft. Der Urberg, aus dem der Teide hervorging, war laut anerkannter Theorie ca. 5.000 Meter hoch!
Vor 180.000 Jahren wiederum hat vermutlich ein gigantischer Gravitätsabsturz den Berg verkleinert. D. h. riesige Massen des porösen, instabilen Gesteins sind einfach ins Meer hinabgestürzt. Und übrig blieb, vereinfacht ausgedrückt, der jetzige Teide, seitdem verformt und umgearbeitet durch diverse Vulkanische Aktivitäten.
Der Name Teide leitet sich ab von dem Guanchen-Wort für Hölle. Guanchen nennt man bekanntlich die Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Viele Wörter, die mit dem Buchstaben „T“ beginnen, stammen aus der Guanchen-Sprache. Wie gesagt Teide oder Tafuriaste (ein tockener weißer Inselwein) oder auch Trekking, eine typische kanarische Fortbewegungsart, mit deren Hilfe sich die Guanchen über ihre Insel bewegten ...
10 Uhr: Wetterbedingt ändern wir unsere Pläne und lassen die Finger von dem Canadas-Höhenweg – unser heutiger Wander-Guide Oliver, www.gaiatours.es (Tour ab 36 Euro bei ca. 10 Teilnehmern), befürchtet, dass wir bei dem „Unwetter“ von Regen überrascht werden könnten. Statt dessen begeben wir uns gleich in den Nationalpark Las Canadas del Teide (seit 2007 Unesco-Weltnaturerbe) und dort auf den Rundweg Nr. 3: Roques de García.
Was sofort auffällt an dem Glände, ca. 2.000 m hoch gelegen, ist der große Kessel, der Circo de las Canadas, eine Hochfläche mit einem Durchmesser von etwa 17 Kilometern. Diese wird im Nordosten, Osten und Süden von ca. 500 Meter hohen Steilhängen eingegrenzt. Aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit und der geringen Niederschläge ist es hier ziemlich trocken.
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Steffi und Lothar Schmid (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 19 Wochen:
Hallo Markus,
am Donnerstag hatten wir hier, 23.9.10,auch dieses Jahr wieder so einen "Sturmtag" mit Wind, Kälte und die Teide-Besteigung war nur sehr mühevoll, zu Fuss, am Ende 8,5h mit unseren Gäste möglich.Natürlich ohne Seilbahn!! Die Einheimischen bestätigen, dass das Wetter auch hier extremer wird. Aber dafür hatten wir bis letztes Jahr Dezember keine Schneeflocke und konnten den Gipfel bis Weihnachten regelmässig erklimmen. So ist das in der Natur und in den Bergen.Wir sagen dann als Trost, der Teide wollte uns heute eben nicht sein Haus betreten lassen.....
Wir sind ein Anbieter von Wanderungen hier im Süden der Insel, seit 1999 tätig.
Sollten Sie den Teide nochmals in Angriff nehmen möchten, laden wir Sie herzlich ein, Sie mit der entsprechenden Genehmigung dort hochzuführen.
Wir freuen uns über neue Kommentare oder Erfahrungen zu Spaniens höchstem Berg,
sonnige Grüsse aus Teneriffa an alle Wanderfreunde
und Gipfelstürmer
Steffi und Lothar Schmid
www.teneriffa-kreaktiv.com
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Britta (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 43 Wochen:
Hi,
ja das mit den canadas ist irritierend. Ich hab auch erst gedacht: Canadas.. was hat jetzt Canada hier zu suchen? Bis ich begriffen habe, ach so hier fehlt die Tilde über den spanischen ene. Hmm keine Ahnung wo dieses Sonderzeichen auf meiner Tastatur ist .. ist dieser kleiner Kringel über dem n halt..
Ansonsten die Roques sind echt klasse! Ein superleichter Spaziergang, vielleicht 2 Stunden. Echt bequem zu laufen und spektakuläre Eindrücke.
Die Fahrt mit dem teleferico auf den Teide ist übrigens auch spektakuläre, wenn auch recht teuer. Lohnt sich aber auf jeden Fall - man sollte warm angezogen sein, um davon mehr zu haben. Da oben kann es ganz schön ziehen!
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spiko sagte vor 3 Jahre 19 Wochen:
ja, wirklich schade, dass es mit dem teide nicht mehr klappt. versuchs doch im mai nochmal, wenn alles so schön blüht und wir können ans auf eine weiter live-reportage freuen...
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markus sagte vor 3 Jahre 19 Wochen:
Also, die Canaros sagen, dass der Teide normalerweise (!) immer schön frei ist. Allerdings gebe es pro Jahr 10-12 Tage, an denen das Wetter eben schlecht sei, und einen solchen hätten wir leider erwischt.
Die Insel besitzt viele Klimazonen. Bis 500 m herrscht eigentlich immer Sommer mit 25 Grad Durchschnittstemperatur. Weiter oben kann es halt schon mal kälter sein.
Las Canadas: Ernst Jandl würde bekanntlich sagen, dass der Name daher rührt, weil dort oben cana da ist ... Im Ernst (und so wollen wir sein), Canadas bedeutet übersetzt: Weideflächen. Denn die alten Guanchen (nicht zu verwechseln mit den Komantschen) haben dort oben ihre Ziegen weiden lassen. Aber heute dient die Landschaft hauptsächtlich als Augenweide (ha, ha).
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Tom Golan sagte vor 3 Jahre 19 Wochen:
Und da werden die Kanarier (oder Kanarien?) nie müde, auf jedem Plakat mit 360 Tagen Sommer zu werben? Entweder bist du ein totaler Pechvogel, oder der Kanarier neigt zum maßlosen Übertreiben und Lügen. Das muss bitter sein, so eine Programmänderung.
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Silverpiano sagte vor 3 Jahre 19 Wochen:
Das ist ja schade, dass es mit der Erstürmung des Teide bis jetzt noch nicht so richtig geklappt hat. Aber: nur Mut, das wird schon! Und man muss ja auch nicht immer bis ganz oben, auch nicht im wirklichen Leben, oder?
Ich find's übrigens super, dass wir in letzter Zeit so häufig Live-Reportagen von Euch online erleben können. Erst die Kreuzfahrt, jetzt der Gipfelsturm. Und sogar noch ein wenig Nibelungen-Sage, oder wie hat man den Kampf gegen die Drachen zu verstehen? Markus, Du solltest Dich in Siegfried umbenennen.
Eine Frage habe ich noch: Was hat Las Canadas mit Kanada zu tun - und dann noch im Plural?
Freue mich schon auf die Fortsetzung des Berichts!!
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