
Autor:
Roland Motz
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Spaniens Hauptstadt neu entdecken Sei ein Madrileño!
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So ist sie, die spanische Hauptstadt Madrid: international, metropolitan, kosmopolitisch. Und ziemlich chaotisch. Ein urbaner Reisebericht.
"Madrid me mata - Madrid tötet mich", schwören fast alle Madrileños, aber am nächsten Morgen sitzen sie doch wieder munter in der Bar "Manolete". Tot sind nur die Stiere, gewonnen haben die Toreros. "Ich fühle mich wie ein Stierkämpfer nach einer guten Saison", höre ich einen älteren Mann zu seinem Nachbarn sagen. Nur den Witz von dem Mann, der in den Kneipen neben der Plaza de Toros immer Stierhoden aß, bis er eines Tages viel zu kleine Hoden serviert bekam, die zudem dreimal so teuer waren, bekommt man nicht mehr zu hören. An diesem Tag war alles anders, an diesem Tag hatte der Stier gewonnen. Die Zeit des derben Scherzes ist vorbei wegen der "vacas locas" - der verrückten Kühe, wie die Spanier BSE bezeichnen. Der Torero darf den Stieren nicht mehr die Ohren abschneiden, das Fleisch nicht mehr gegessen werden.
In der deutschen Bierstube "Cervezeria Alemana" hat schon Hemingway frühmorgens seine ersten Whiskys gekippt. Und das "Reina Victoria" ist nicht irgendein Hotel im Zentrum Madrids. Im einstigen Palast der Condes de Teba schrieb Prosperó Merimée seine "Carmen", hier steigen seit Generationen die Toreros mit ihrer Quadrilla ab, hier wohnte der große Manolete während der Saison. Mit diesem aktuellen Hinweis wirbt eine Messingtafel in der Eingangshalle des gerade renovierten Hotels. Aber Manolete starb 1956 um 5 Uhr nachmittags in der Arena von Linares. Seitdem ist dort nichts Erwähnenswertes mehr passiert.
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