
Autor:
Klaus von Seckendorff
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InsiderTipps
Unser Autor Klaus von Seckendorff war schon oft auf Mallorca. Am liebsten jedoch besucht er die Insel im Frühling. Dann, wenn das Leben in ruhigen Bahnen verläuft und der Ansturm der Touristen in weiter Ferne scheint. Lesen Sie seinen Reisebericht – ein begeistertes Hoch auf die Nebensaison!
Typisch Karin. Kurz vor der Landung hadert sie mit dem, was ihr die Vogelperspektive bietet: „Hab’ ich doch gesagt: links und rechts von Palma nichts als Beton. Wir holen den Mietwagen ab und dann schleunigst weg hier. Dieses Palma ist ja noch schlimmer, als ich’s mir vorgestellt habe.“
Eine grobe Fehleinschätzung, beliebt unter Neulingen, die Mallorcas Hauptstadt nicht aus der Nähe kennen. Aber bitte schön, vermeiden wir Streit schon zum Einstieg, ab in die Berge, in die Serra de Tramuntana. Valldemossa hat zwar mit seinem Chopin-Rummel mehr von einer Touristenfalle als die Altstadt von Palma, aber im April herrscht noch Ausnahmezustand.
Dörflicher Friede liegt über der Szenerie des 1.600-Einwohner-Städchens, dessen aufwendig restaurierte Natursteinhäuser um diese Jahreszeit noch nicht zugestellt sind mit Souvenir-Auslagen. Verschlafen die Stimmung unter ein paar Touristen, die vor sympathischen Bars mit Allerweltsnamen wie „Meriendas“ (Imbiss) sitzen und nach Sonne hungern.
Die Einheimischen rücken sogar an einem warmen Spätfrühlingstag ihre Stühle lieber in den Schatten. Ein pummeliger Junge taumelt seinem Ball hinterher; sein älterer Bruder widmet sich minutenlang und ohne erkennbaren Erfolg seinen Schnürsenkeln.
Ein Hoch auf die Nebensaison! Man ist zu Gast im Alltagsleben pittoresker Gässchen, die den Ansturm sommerlicher Bustouristen höchstens ahnen lassen. Karin ist Expertin, was das anbetrifft: „Schwitzende Horden von Banausen, die plötzlich ihre Liebe zu Frédéric Chopin entdecken – und zu George Sand, obwohl die sich hier ziemlich fehl am Platz gefühlt hat.“ Kaum besser platziert wirken Karins Nörgeleien im benachbarten Künstlerdorf Deià: „Und hier sind sie natürlich alle Fans von Robert Graves, ohne je eines seiner Gedichte gelesen zu haben.“
Vor allem Briten haben im Bergdorf luxuriös Saniertes erstanden, und die suchen durchaus als Überzeugungstäter nach dem Graves-Grab auf dem Dorffriedhof. „Mallorca observed“ hat „Don Roberto“ 1954 eines seiner zahllosen Bücher genannt. In Deutschland ist es nach mehr als 40 Jahren unter dem zeitgeistnahen Titel „Geschichten aus dem anderen Mallorca“ erschienen, was Karin Gelegenheit gibt zu verkünden, sie könne das ewige Geraune vom „anderen Mallorca“ nicht mehr hören.
Sie ahnt wohl die geheime Mission dieser Reise: die Hoffnung, sie davon zu überzeugen, dass GANZ Mallorca anders ist im März oder April, nix pauschal und Masse, sondern auf Individualisten eingestellt – wie unser „Hotel Aimia“ in Port de Sóller. Dessen Inhaber besaß einst das wesentlich größere „Hotel Eden“ gleich nebenan mit schwer zu überbietendem Blick auf die kreisrunde Hafenbucht und preiswerten Zimmern von stillosem 70er-Jahre-Charme.
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giesela baumann (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 25 Wochen:
Palma de Mallorca sieht doch nur vom Flieger so aus . Beton - waren doch die Dächer von den umliegenden Hallen !
Ich liebe , genau wie Du liebe Karin , die traumhaften , ruhigen Plätze " ´MALLORCAS ".
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