
Autor:
Ulrike Putz
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Mallorcas Hauptstadt ist ein balearisches Kronjuwel und damit unbedingt einen Reisebericht wert. Zwischen Kathedrale, großer Kunst, engen Altstadtgassen und fernab von Arenal trägt sie ihren provinziellen Charme galant zu Markte.
Sie sperren gierig den Rachen auf und warten nur darauf, gefüttert zu werden. Die schweren metallenen Kästen, die Palmas Straßenränder säumen, erinnern zwar an die finsteren gotischen Wasserspeier der Kathedrale, sind aber die Sendboten einer neuen Zeit: futuristische Mülltrenner. Dass die mallorquinischen Hausfrauen und Passanten gleichermaßen verzweifelt vor den High-Tech-Abfalleimern stehen, weil sie nicht wissen, wie die Ungetüme zu bedienen sind, ist dabei typisch. Zwar hat sich Palma in den vergangenen Jahren zu einem Weltstädtchen gemausert, den Stallgeruch seiner bäuerlichen Vergangenheit hat es jedoch noch nicht verloren. Zum Glück.
Palma scheint Lichtjahre entfernt von den Stränden westlich und östlich der Hauptstadt, wo sich Deutsche und Briten kaum bekleidet grillen lassen. Palmas Geheimnis ist, dass sich nur wenige der jährlich zehn Millionen Mallorca-Besucher in die Inselhauptstadt verirren. Zu grell, zu laut sind die Attraktionen an der Küste. "Die meisten Touristen bewegen sich doch keinen Meter vom Strand weg", sagt Abraham. Nicht dass es unseren Ausflugskutscher stören würde: 40 Euro kostet eine halbstündige Spazierfahrt durch die Stadt. "Das leisten sich sowieso nur die Edeltouristen, die auf Stadturlaub kommen."
Sicher, die Preise sind gestiegen, seit die Weltenbummler kommen, denen New York fürs Wochenende zu weit und Barcelona zu abgegriffen ist. "Aber zwei Gläser Sekt in Champagner-Qualität für acht Euro, wo kriegen Sie das schon?", fragt die betagte englische Lady, die auf der Terrasse des Museums Palau March ihren Sundowner nimmt. Ihr Blick wandert über die Platanen der Plaza de la Reina, Passanten mit Einkaufstüten pilgern den Passeig del Born, die lokale Flaniermeile, entlang. "Palma ist wie Paris in Miniatur, kleiner, heimeliger und - im Vergleich zu anderen Städten - mit so viel Flair und Minipreisen", meint die Engländerin.
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