
Autor:
Frank Tophoven
InsiderTipps
Die Provinz Novarra, rund um die Hauptstadt Pamplona, ist eine der reichsten Provinzen Spaniens. Wir waren auf Spurensuche in dem blühenden Land unterwegs und haben unser grünes Wunder erlebt, wie dieser Bericht beweist.
Ein Telefon klingelte. Ein neuer Fall. Die autonome spanische Provinz Navarra, so sagte mir jemand, sei wunderschön. Warum? Das könne er in ein paar Sätzen nicht erklären, dafür sei das Land zu vielseitig.
Die Pyrenäen, dunkle Täler und windige Höhen im Norden; die mittelalterlichen Städte in der Mitte, wo das grüne Gebirge in die trockene, sonnenverbrannte Ebene überginge; der heiße Süden mit seinen Winzern, die auf staubigen Feldern bemerkenswerte Weine erzeugten. Dann legte er auf. So wurde Navarra mein Fall. Also bepackte ich meinen alten Kombi und fuhr bis zu dem Städtchen Lumbier.
Foz de Arbayún und Foz de Lumbier sind zwei schroff in die Pyrenäenausläufer geschnittene Schluchten zwischen über 400 Meter hohen, senkrechten Felswänden. An einem windgeschützten Plätzchen in der Foz de Lumbier legte ich mich mit dem Rücken auf die warmen Steine und starrte in die Luft, wo riesige Gänsegeier kreisten. Wenn sie die Sonne kreuzten, streifte mich ihr Schatten. Geiergucken ist in den Pyrenäen kein Privileg von Ornithologen. In den Schluchten um Lumbier gehören sie einfach dazu.
Damit die Geier nicht auf die Idee kämen, ich wäre schon lange tot und müsse verspeist werden, bin ich dann irgendwann wieder aufgestanden, habe mich in mein Auto gesetzt und bin weiter bis zum Selva de Irati gefahren. Das bedeutet Dschungel von Irati und meint einen über 17.000 Hektar großen Nationalpark in den nördlichen Bergen Navarras.
Der alte Buchenwald könnte Luxemburg zweieinhalbmal schlucken. Wo er endet, grasen Kühe auf grünen Wiesen, dazwischen führen gewundene Bergstraßen zu verwunschenen Dörfern.
Ich entdeckte in Orbara ein Restaurant, in dem ich der einzige Gast war, der das einzige verfügbare Gericht bestellte – eine navarresische Nationalspeise: kross angebratener Schinken zu Forelle in Knoblauch und Olivenöl. Dazu kam ein Krug Wein auf den Tisch.
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