
Autor:
Andreas Hub
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Fahrrad fahren auf dieser Kanaren-Insel bedeutet: Bergrad fahren. Zu Deutsch: Mountainbiken. Doch auch wer keine eisenharten Wadeln besitzt, kann diese Art der Inselerkundung genießen – er startet einfach ganz weit oben, so wie unser Autor. Lesen Sie seinen Reisebericht.
Genuss stand einige Tage später auch in Teneriffa auch der Agenda. Genussradeln – oder auf sportivdenglisch Genussbiken. Schon beim Blick auf Karte und Erdgeschichte der Insel kommen Zweifel.
Zuerst stiegen das heutige Anaga-Gebirge und das Teno-Gebirge aus den atlantischen Fluten und dann klemmte sich noch der 3.718 Meter hohe Vulkankegel Teide dazwischen.
Also eine Insel mit deutlich mehr als zwei Bergen ... Radeln auf Teneriffa heißt Mountainbiken in des Wortes ursprünglichster Bedeutung – mit dem Rad in, auf, über Berge, nicht zwangsläufig im Gelände oder im Matsch, oft auch auf Straßen, die man sich mit anderen Fahrzeugen teilen muss, aber immer rauf und runter, meistens in wadenbissigem Wechsel. Es wird folglich ordentlich geschwitzt und gelitten.
„Was gibt’s zur Belohnung?“, fragen wir Uli Stetter, Bike- und Wanderführer von Wikinger-Reisen mit jahrelanger Teneriffa-Erfahrung. Der durchtrainierte 40-Jährige mit grauem Bürstenhaarschnitt kommt ins Schwärmen: „Grandiose Vulkan- und Lava-Landschaften, Lorbeerwälder, tolle Panoramen, ursprünglich gebliebene Dörfer ohne Massentourismus.
Und dann das unmittelbare Erleben der Elemente: Gleißendes Sonnenlicht in den Canadas wechselt ab mit Nebelschwaden in den Regenwäldern. Nirgends spürt man die Auswirkungen des Nordostpassats, der das Klima der gesamten Insel prägt, so unmittelbar wie auf dem Rad.“
Zum Glück beginnen nicht alle Touren auf Meereshöhe – eine startet sogar ganz oben, am 2.386 Meter hoch gelegenen Observatorium von Izana mit den markanten weißen Türmen vor Teide-Kulisse, die fast immer unter einem berstend blauen Himmel zu bewundern ist, egal, welche Waschküche weiter unten herrscht.
31 Kilometer führt die Route durch die Kraterlandschaft der Canadas. Auf halber Strecke kommt man dem Teide ganz nahe, umkurvt den höchsten Berg Spaniens in nordwestlicher Richtung und lässt sich schließlich in Boca del Tauces gut durchgepustet wieder einsammeln. Tolle Strecke, tolles Terrain, mit einem kleinen Aber:
Wirklich empfehlenswert ist das nur morgens, wenn die Urlaubsindustrie ihre Maschinen noch nicht angeworfen hat. Später kommen Buskolonnen, und die Fahrer heizen Feinstaubwolken werfend über die nicht mehr ganz taufrische Asphaltpiste, als gäbe es kein Morgen.
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