Endlich ist der Frieden da. Deshalb schon mal ein Tipp fürs alte "Ceylon": Touren auf den Spuren der einstigen singhalesischen Königreiche. Götter, Gräber und Geschichten.
Vadai, Vadai, Vadeeeh!", singt der Verkäufer und zeigt aufmunternd auf einen Korb knuspriger Linsenplätzchen. Doch dafür hat im Moment keiner Augen. Zu schön ist der abendliche Blick von Mihintales-Missaka-Hügel. Mit blasslila gescheckten Bäuchen segeln Wolken übers flache Land und die Pagoden werfen lange Schatten auf die Welt.
Endstation Nirwana ist angesagt - zumindest für den Riesenbuddha, der uns gegenüber zwischen runden Steinhügeln in der letzten Sonne hockt. Schneeweiß schimmert der Erleuchtete, so wie die Uniformen der srilankischen Schulmädchen, mit denen er sogar das Alter teilt. Zarte 15 Jahre hat die neue Buddha-Statue erst auf dem Buckel, für einen Ort wie Mihintale ein Klacks.
Denn die Pilgerstätte ist so eine Art Nabel des srilankischen Buddhismus. Weit im Norden der Insel hatte alles begonnen: Wir schreiben das Jahr 243 vor Christus. Der Mönch Mahinda, Sohn des berühmten indischen Königs Ashoka, war nach Sri Lanka gekommen. So beginnt die Sage von einem, der auszog, das rechte Meditieren zu lehren ...
Vom windigen Plateau des Missaka-Hügels stelle ich mir Mönch Mahindas entscheidenden Auftritt vor. Zum Einstieg taugt die Optik, die man während der Anreise durch Sri Lankas Trockenzone hat: struppiges Buschland, das sich flach in alle Richtungen ausbreitet und das häufig noch heute so aussieht wie vor 2.000 Jahren. Knochengelbe Büsche und staubige Böden, flirrendes Licht und oft brütende Hitze. Doch schon folgt der Schwenk zum nackten Felsen, an dem Mahinda auf den srilankischen König Devanampiya Tissa trifft und wo später einmal der hübsche Ambasthale-Stupa gebaut werden wird. Und schließlich: Zoom zum Fußabdruck, den man ebenfalls erst später hier einritzen wird, zum Andenken an das historische Treffen.
Auf der einen Seite: ein einsamer Mönch. Auf der anderen: ein König und dessen 40.000 Begleiter. Und auf der dritten: ein Triumph für den Buddhismus, der nach ein paar Worten Mahindas und einem konvertierten König so richtig auf der Insel Fuß fasst. Klar, dass Mihintale bei solch glorreicher Vergangenheit Pilger aus ganz Sri Lanka anzieht. Doch für den Moment versenkt sich der weiße Buddha lieber ins schnell aufziehende, samtige Schwarz der tropischen Nacht. Schon sind unten am Beginn der 1.840 Stufen die ersten Lichter angegangen. Die letzten Ausflüglerbusse rollen zurück ins nahe Anuradhapura oder gleich weiter Richtung Süden, zu den Stränden.
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Adam's Peak
Micha sagte vor 1 Jahr 6 Wochen:
Ist ja schon gewagt, in der Endphase des Bürgerkriegs von Hoffnung auf Frieden zu schreiben
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alter sagte vor 1 Jahr 46 Wochen:
Die Reisereportage hat mir etwas gebracht. Aber große Frage: Wie sicher für Reisende ist eigentlich dieses Land, das ja immer wieder in ethnische Konflikte verwickelt ist?
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