
Autor:
Matthias Huthmacher
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Extremsportler Joachim Franz durchquerte mit einem Team Europa und Afrika. Auf ihrem 24.000 Kilometer langen Weg bestiegen sie in 20 Ländern den jeweils höchsten Berg, um dort Flaggen mit den Dunkelziffern der HIV-Infektionsraten zu hissen. Folgen Sie unserem Reisebericht von Nordkap bis nach Kapstadt.
Es regnet. Schon wieder! Hört das denn gar nicht mehr auf? Tut es. Ab 5.000 Meter Höhe geht der Regen in Schnee über. Na prima! Markus muss erschöpft aufgeben, Regina kotzt sich die Seele aus dem Leib und quält sich doch weiter. Am Ende steht sie gemeinsam mit dem restlichen Team auf dem 5.896 Meter hohen Uhuru Peak, dem höchsten Punkt des Kilimandscharo. Es ist der 13. Berg auf einem 24.000 Kilometer langen Weg, am Ziel werden es 19 sein: ein neunwöchiger Gipfelmarathon von Europas Nordkap bis nach Kapstadt in Südafrika.
Wer tut sich so etwas an? Joachim Franz ist so einer. Der Wolfsburger Abenteurer und Extremsportler hat ein Ziel, für das er nunmehr bereits sieben große Expeditionen in aller Welt durchgeführt hat: den Kampf gegen HIV/Aids. Mit seinen aids awareness expeditions hat er in Laufschuhen, auf dem Rad und bergsteigend für Aufmerksamkeit gesorgt: gegen das Verdrängen und Vergessen, für mehr Solidarität und Engagement.
In der Sahara, in Südafrika, in Osteuropa und Zentralasien, auf der Panamericana, am Aconcagua in den Anden, in Deutschland – und jetzt auf der sogenannten cape2cape. In deren Verlauf wehten auf den höchsten Bergen von insgesamt 20 Staaten die Expeditionsflaggen mit der jeweiligen Nationalfahne und den Dunkelziffern an HIV-Infizierten und Aids-Kranken des jeweiligen Landes.
Von Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Österreich über die Schweiz, Frankreich und Italien, den Vatikan, Ägypten, Äthiopien, Kenia, Tansania, Sambia, Malawi, Mosambik, Swasiland, Lesotho bis Südafrika lautete die Botschaft: Der Gipfel ist erreicht, die Zahlen der Neuinfektionen dürfen jetzt nicht mehr steigen!
So etwas schafft man nicht allein. 18 Mitstreiter begleiteten Franz auf dem langen Weg. Bergsteiger, Laufsportler, mit Regina Marunde auch eine ehemalige Deutsche Meisterin auf dem Mountainbike, Fahrer, Techniker und Logistiker, Journalisten, Fotografen und Kameraleute.
19 Menschen, die neun Wochen lang zusammengedrängt in fünf allradgetriebenen VW California Beach lebten, aßen, arbeiteten und schliefen, zwischen Material und Ausrüstung, Ersatzteilen und Vorräten. Dazu gehörte auch ein Standby-Team für besondere Bergaufgaben, das an der Schweizer Dufourspitze, am Mount Kenia und am äthiopischen Ras Dashen zum Einsatz kam.
Nur 74 Stunden dauert der Gipfelsturm auf den Kilimandscharo. Bei ihrer Rückkehr sind die Gesichter der vier Bergsteiger um Franz geprägt von den Strapazen der Gewalttour. Zu ihrem hohen Marschtempo und der Atemnot in der Höhenluft gesellen sich noch die raschen Klimawechsel: Während das Dach Afrikas sich in Wolken hüllt, verwandelt eine sengende Sonne die tansanische Hochebene in einen Glutofen.
Am Fuß des Bergs aber vereint der tropische Urwaldgürtel beide Klimazonen. Unter seinem Blätterdach staut sich die schwüle Luft, sie entweicht dampfend zwischen den Wipfeln, Gräser und Halme triefen vor Feuchtigkeit, es riecht nach Wasser, Erde, Holz und Moder.
Was für ein Gegensatz: Vor 33 Tagen hatten sich Franz und seine Mitkämpfer am Halti durch einen gnadenlosen Schneesturm gekämpft. Nur 1.328 Höhenmeter misst jener finnische Berg, und doch machten beißender Wind, tiefer Neuschnee und sich auftürmende Verwehungen die Besteigung zu einem dramatischen Abenteuer.
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Vera Brandt (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 36 Wochen:
Eine wahnsinns Leistung.Kaum vorzustellen welch ein ungeheurer Wille dahinter steht.
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Simone Bauer sagte vor 2 Jahre 40 Wochen:
Das Engagement von Herrn Franz finde ich sehr lobenswert - die meisten Extremsportler sind ja eher egozentrische Gestalten, die vor allem darum bemüht sind, die Logos Ihrer Sponsoren in gutes Licht zur rücken!
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