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Unsere Serie befasst sich diesmal mit der berühmtesten Nobel-Bleibe im ehemaligen Königreich Siam. In den 1870er Jahren wurde das Haus direkt am Fluss Chao Phraya eröffnet. Und noch heute steht es ganz oben am Sternehimmel.
Die Geschichte des Hotels beginnt relativ unspektakulär: Die beiden dänischen Kapitäne H. Jarck und C. Salje eröffnen am Ufer des Chao Phraya in Bangkok ein einfaches Gasthaus für Seeleute. Es waren kleine Gästehäuser aus Holz, in denen oft ein rauer Ton herrschte. Mit den wachsenden Handelsbeziehungen fanden sich aber auch Besucher mit gehobeneren Ansprüchen ein. Zu Beginn der 1870er Jahre öffnet das „The Oriental“. Um 1878 bietet es schon „Familienunterkünfte, Amerikanische Bar, Billard-Salon, Bäder, Zeitungen, Mietboote, Restaurant (…)“. Aber Jarck und Salje geben auf und verkaufen an zwei deutsche Kapitäne names Moller und Meisner.
Nun tritt eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte des „Oriental“ auf den Plan: der dänische Kapitän H. N. Andersen. Der Selfmademan wohnt nicht nur im Hotel, sondern kauft es den Deutschen ab, wobei er gleich noch den umliegenden Grund erwirbt.
1886 lässt Andersen mit einer Anleihe von 40.000 Silberdollar den sumpfigen Boden um das Hotel trockenlegen und einen Weg zur damaligen Hauptstraße (später Oriental Avenue) bauen. Er beauftragt das soeben gegründete italienische Architektenbüro Gardu & Rossi mit der Ausführung des Baus, der schon im Folgejahr fertiggestellt wird. Jenes Gebäude steht noch heute und trägt den Namen „Authors Wing“, weil dort zahlreiche berühmte Schriftsteller logierten. Einige der ersten Gäste waren Josef Korzeniowski im Jahr 1888, besser bekannt als Joseph Conrad, und Somerset Maugham 1922.
Schnell gewinnen das Hotel und seine bis heute ausgezeichnete Küche an Ansehen. Was gesellschaftliche Events betrifft, ist das „Oriental“ ab sofort eine der ersten Adressen in Bangkok. Schon einige Jahre zuvor hatte die Elektrizität im Grand Palace Einzug gehalten, 1891 kommt sie auch ins „Oriental“. Prachtvoll hell illuminiert bietet es nun den richtigen Rahmen für die Ankunft des russischen Kronprinzen und späteren Zaren Nikolaus II. Von diesem Zeitpunkt an geben sich die prominenten Besucher die Klinke in die Hand. Und das bleibt so.
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