Wer erstmals in Thailand unterwegs ist, folgt in der Regel ausgetretenen Pfaden. Wie unser Reporter, der sich in Bangkok, im Goldenen Dreieck im Norden, auf Koh Samui und Phuket auf die Suche nach dem authentischen Thailand machte. Er bereiste dabei zwei Welten - die eine war turbulent, laut, schrill und grell, die andere sanft, ruhig und entspannt.
"You have arrived at the rubber triangle“, steht auf dem Holzschild an der Straße im Norden Thailands. Daneben ein weiteres Schild, das lachende Kondome zeigt. Sie erinnern mich an meine Kindheit mit der Zeichentrickfigur Barbapapa. Dabei bin ich im berüchtigten Goldenen Dreieck unterwegs.
Wer hat sie nicht, die Freunde, die seit 20 Jahren von Thailand schwärmen, unzählige einsame Ecken erkundet haben – „ganz toll, mit dem Moped!“ – und von Hütten am Strand irgendwelcher Inseln schwadronieren, als ob sie Robinson Crusoe persönlich gewesen wären. Und die nicht verstehen konnten, warum ich nie nach Thailand reiste. Andere Länder interessierten mich eben mehr.
Dann kam plötzlich die Chance, für diese Reportage jene Orte in Thailand zu besuchen, die seit Jahren die Touristen anziehen. Der Auftrag: ganz unvoreingenommen dort auch Refugien der Ruhe und der Ursprünglichkeit zu finden.
Meine erste Etappe sollte mich ins Goldene Dreieck führen, aber irgendwie habe ich die Dreiecke wohl verwechselt und bleibe zwischen Kondomen hängen. Angesichts hoher Geburtenraten und der negativen Auswirkungen von ungeschütztem Sex hat der heutige Senator Mechai Viravaidya in den 1970ern die Aufklärung zu seinem Anliegen gemacht. Er baute eine Organisation auf, die inzwischen landesweit bekannt ist und sich der Entwicklung des ländlichen Raums widmet.
Im Restaurant „Gummidreieck“ wird über Verhütung informiert, es bietet Arbeitsplätze, man kann essen und finanziert so die Organisation mit.
Auf dem weiteren Weg vom Gummi- zum Goldenen Dreieck passiere ich den Tempel Wat Rong Khun. Dieser Neubau sieht spektakulär aus, weil das gleißende Weiß sich unglaublich kontrastreich gegen den blauen Himmel absetzt. Besucher betreten den Tempel unter den Blicken grimmiger Dämonenstatuen. Im Vergleich zum beinahe 1.000 Jahre alten Wat Phra That Chedi Luang, der nicht weit davon entfernt liegt, wirkt das Ganze wie ein überdrehtes thailändisches Disneyland für Gläubige.
Entsprechend stimmungsvoller ist es, unter riesigen Teakholzbäumen um den uralten Tempel Phra That Chedi Luang zu wandern. Die Sonne scheint durch die Lücken im Blätterdach, wirft tanzende Schatten auf den Boden und den rot-orange schimmernden Tempel. 88 Meter hoch ist der Chedi, von prasselndem Tropenregen seit Jahrhunderten wieder und wieder gewaschen und von Monsunwinden umtost, aber immer noch Ruhe und Erhabenheit ausstrahlend.
Ruhe dürfte so ziemlich das Einzige sein, was man im Dorf Sob Ruk nicht findet. Alles andere kann man kaufen. Zum Beispiel das Glück: Man setzt im Boot auf dem Mekong nach Laos über, um in den dortigen Kasinos das große Geld zu machen. Auf thailändischer Seite wird mit Plundersouvenirs oder billigen Textilien Geld gemacht. Da auch die Restaurantbesitzer kräftig abkassieren, beschleicht einen das immerwährende Gefühl, geneppt zu werden. Letztlich aber darf man froh sein, dass die Zeiten des mit Gold aufgewogenen Heroins im Dreieck zwischen Laos, Burma und Thailand vorbei sind und der Tourismus viele Bewohner der Grenzregion ernährt.
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Thailand für Einsteiger
Volker Abels (nicht überprüft) sagte vor 1 Jahr 14 Wochen:
Hallo,
ein schöner Bericht, der mich an so manches Erlebnis in Thailand erinnert.
Da ich meistens im Norden unterwegs bin, hätte ich natürlich gerne etwas mehr darüber gelesen. Das Goldene Dreieck ist natürlich so eine Art Hochburg des Tourismus im Norden.
Aber man muss sich nur etwas abseits der Touristenpfade bewegen (Klischee), um das normale Leben der Bevölkerung zu erleben.
Einen Ort, den ich immer wieder empfehlen kann (auch wenn inzwischen doch schone einige Touristen dort waren), ist das Städtchen Mae Hong Son. Es liegt im Nordwesten nicht weit von der Grenze zu Myanmar.
Es ist ein ruhiger Ort, in einer schönen Landschaft.
Gruß
Volker Abels
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