
Autor:
Kay Maeritz
InsiderTipps
Kein Edelholz. Kein Spitzendesign. Kein Spa. Aber viel Spaß dank toller Unterwasserwelten. Das bietet die Insel Surin dem Besucher. Ein ruhiger Reisebericht aus der Andamanensee.
Rastlose Leiber ohne Köpfe strampeln im Wasser. Der silberne Spiegel der Wasseroberfläche grenzt die Welt oberhalb aus. Ich weiß, dort oben müssen Köpfe sein. Doch was weiß ein Fisch von der Welt jenseits des Spiegels? Nur so viel, wie er durch einen kurzen Sprung erhaschen kann. Mir geht es besser, aber nicht viel besser. Denn ich hänge auch nur an einem Schnorchel und betrachte blubbernd und staunend die Welt unter mir. Eine fremde Welt ist es, mit unbekannten Formen und fremden Farben. Und vielen exotischen Bewohnern, wie etwa den Weihnachtsbaumwürmern!
Sobald ich mich ihnen nähere, verschwinden die niedlichen grellbunten Bäumchen in ihrer in eine Koralle gebohrten Höhle. Es sind zauberhafte, zart gefiederte Wesen, deren bunte Tentakel ihnen das Aussehen winziger Weihnachtsbäume verleihen.
Will ich näher heran, muss ich abtauchen. Für einen kurzen Moment gehöre ich zur magischen Unterwasserwelt, bestaune die Vielfalt der Pilz-, Fächer- oder Tischkorallen. Eintauchen in auseinanderstiebende Fischschwärme. Ich suche nach Schildkröten, die gelegentlich zu entdecken sind, hoffe auf majestätisch dahingleitende Mantarochen oder gar Walhaie, die hier häufig zu sichten sein sollen. Aber die großen Fische sind dieses Jahr wegen einer Algenblüte nicht gekommen. Das verrät mir Wolfgang, ein Wiener. Ihn treffe ich am Nachmittag im verwaisten Restaurant des Nationalpark-Hauptquartiers auf Ko Surin Nua. Makellose Ruhe liegt über der Insel, vor dem Strand türkisgrünes flaches Wasser, hinter dem Restaurant weitgehend unberührter Dschungel, so wie seit Jahrtausenden. Wolfgang erzählt begeistert vom Tauchen. Zweimal sei er heute schon unten gewesen, in einem der schönsten Tauchgründe der Welt. Vergangenes Jahr war Wolfgang das erste Mal auf Ko Surin. Vier Tage Tauchkurs wollte er absolvieren. Drei Wochen sind daraus geworden, drei Wochen, in denen er täglich mit Mantas geschwommen ist. Ein irres Gefühl sei das. Und so ist er dieses Jahr wieder gekommen.
Reisevideo Clip über Tauchen in der Andamanensee ansehen!
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