
Autor:
Frank Tophoven
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Die schönsten bekannten und unbekannten Tempel und Ruinenstätten im Hinterland der türkischen Ägäisküste haben wir für Sie in diesem Reisebericht recherchiert. Ein kurzer, holpriger Feldweg, Olivenbäume und Zikadenlärm.
Hinter den Olivenbäumen ragt der römische Zeus-Lepsynos-Tempel von Euromos in den Himmel. 16 seiner einst 66 Säulen stehen noch - er zählt zu den am besten erhaltenen Tempeln Kleinasiens und wurde auf den Fundamenten eines griechischen Baus errichtet.
Durch Baumwollfelder und Viehweiden schlängelt sich in wilden Bögen der Fluss Büyük Menederes - von dem sich der Begriff mäandern ableitet. Schlammmassen, die der Mäander mit sich führte, ließen den Golf von Latmos verlanden. Sie brachten das Aus für die ionischen Hafenstädte Priene und Milet. Vier Häfen besaß Milet im 7. Jahrhundert vor Christus und seine Schiffe befuhren die Meere von der Krim bis zum Nildelta. Von der antiken Pracht ist vor allem das große römische, einst auf Geheiß von Kaiser Trajan errichtete Theater geblieben. 25.000 Menschen passten auf seine Ränge. Fast 2.000 Jahre später bin ich allein da, klettere bis ganz oben und sehe unter mir Tempelreste und Säulenstraßen aus einer sumpfigen Landschaft ragen.
Natürlich wurde in der Hafenstadt viel Geld verdient. Deshalb wollte man beim größten Heiligtum einen ordentlichen Tempel bauen. 16 Kilometer weit führte eine gepflasterte Straße nach Didyma zu einer Quelle, deren Wasser orakelnde Kräfte verlieh. Im 6. Jahrhundert vor Christus entstand ein prächtiges Säulenwerk zu Ehren von Apollo Philsios. Den Persern war jenes nicht heilig, sie zerstörten den Tempel. 200 Jahre später wurden die Perser von Alexander dem Großen besiegt. Für die Leute von Milet keine Überraschung. Den Sieg hatte ein Priester vorausgesagt, der von den Wassern der heiligen Quelle getrunken hatte. Man begann einen noch prächtigeren Tempel zu bauen. Turmdicke Säulen strebten bis zu 20 Meter hoch der Sonne entgegen. Leider ging das Geld aus. Der Tempel blieb unvollendet.
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