
Autor:
Frank Tophoven
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InsiderTipps
Von Marmaris über Fethiye und Antalya bis Anamur: Ein genussvoller Reisebericht. Eigentlich wollte ich in die Berge. Und nun sitze ich in Dalyan am Meer. Dalyan liegt nicht wirklich am Meer. Zum Strand fährt man 20 Minuten mit dem Dolmusboot.
Unzählige Wasserpfade führen durch mannshohes Schilf den Fluss hinauf. Ein Labyrinth. Am Strand, im feinen, goldenen Sand, kann man in der Sonne brutzeln, sich abkühlen im Meer, planschen im lauen, seichten Wasser, das Salz von den Lippen spülen mit Efes-Bier. Abends fahren die Dolmusboote zurück nach Dalyan. Hat sich die Sonne ausgetobt, flanieren die Leute auf der Promenade am Fluss. Dann füllen sich allmählich die Restaurants.
Der türkische Vorzeigestrand liegt eine Autostunde weiter im Osten: Ölüdeniz. Der Traumstrand drapiert sich wie eine Diva in die Bucht, windet sich weiß und verführerisch zu einem langen "S" in türkisfarbener Transparenz. Ölüdeniz - das "tote Meer" - ist ein Ort der Heldenverehrung. Die Helden schweben über den flachen Häusern, über Bergen, Strand und Meer. "Ölüdeniz", erklärt Selim, "ist das Paragliding-Zentrum der Türkei!" Selim gehört als Teilhaber einer Company, die Tandemsprünge offeriert, zu den Neuzeithelden von Ölüdeniz. "10.000 Sprünge in fünf Jahren ohne Zwischenfall", versucht er mich als Kunden zu gewinnen.
Also heizen wir im Allradwagen den Baba Dag hinauf. Und die Götter sind mit mir - wenn auch nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Auf dem 1.990 Meter hohen Gipfel pfeift ein kräftiger Wind. Zu stark zum Paragliden. So bleibt nur der Ausblick über die Lagune bis hin zu den griechischen Inseln vor der Küste. Selim vertröstet mich auf den nächsten Tag. Vor den nächsten Tag aber haben die Götter die Nacht gesetzt. Nachts wummern die Bässe in Ölüdeniz, knallen Rock und Türkpop aus den Boxen der Bars über Strand und Promenade. Die Szene ist die Bühne der Helden. Meine Euphorie allerdings bekommt einen Dämpfer. Tandemparagliding in Ölüdeniz sei gefährlich, erzählen die Insider, weil einige Gesellschaften zu altes Material verwenden, die Piloten nicht einmal eine Lizenz benötigen und manche sieben Tage in der Woche bis zu zwölf Stunden täglich im Jeep und in den Lüften sind. Tödliche Unfälle bleiben nicht aus. Ich bleib' unten!
Apo und seine Frau Monika betreiben das Wassersportcenter Ölüdeniz. Sie raten mir zu Parasailing - für verhinderte Aero-Helden die harmloseste Art, in die Luft zu gehen. Am Ende einer 200 Meter langen Leine am Fallschirm über Apos Speedboat hängend erlebe ich endlich den Höhenflash. Der Strand: so weiß. Die Menschen: so klein. Ich: so high. Sanft haucht der Fallschirm mich zurück aufs Wasser.
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