
Autor:
Tom Jeier
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Keine reine Spazierfahrt: Mit Camper und Jeep durch die endlose Wildnis bis zum Polarmeer. Das Traumziel Einsamkeit beginnt gleich hinter Alaskas Anchorage. Ebenso wie unser Reisebericht.
Eigentlich kannst du Anchorage vergessen. Sagen die Trapper und Indianer, die fernab der Zivilisation leben. Für Urlauber und Abenteurer gilt das nicht. Für sie ist die Stadt der Ausgangspunkt aller Reisen ins Interior. Dort landet der Flieger aus Europa, dort gewöhnt man sich daran, dass die Tage am Polarkreis länger sind, hier holt man das Wohnmobil oder den Mietwagen. Aber Anchorage hat auch eine Menge zu bieten. Über die Hälfte aller Bewohner des größten amerikanischen Bundesstaats wohnt in dieser Stadt. Und die sagen: "Ohne Anchorage gäbe es Alaska gar nicht!"
Anchorage, zwischen den beiden Wasserarmen des Cook Inlet gelegen, verdankt seine Entstehung der Eisenbahn. 1915 wurde die Strecke zwischen Seward und der rasch wachsenden Stadt fertig. Ein weiterer Einwandererstrom kam im Zweiten Weltkrieg, als die Japaner die strategisch günstig gelegenen Aleuten besetzten. Die Antwort der Amerikaner war der Alaska Highway, der Anchorage als Drehscheibe des Nordens etablierte. Über 40.000 Einwohner lebten nach dem Krieg in Anchorage, heute sind es mehr als 250.000.
"Yak'ei haat yigoode'e", heißt es im Alaska Native Heritage Center, "es ist gut, dass ihr gekommen seid." Seit 1999 präsentieren die ersten Bewohner des Landes ihre Kultur in diesem Zentrum. Im Hauptgebäude erklingen die Lieder der Inuit und Indianer und Tänzer in historischen Kostümen bewegen sich zum Klang der Trommel.
In fünf nachgebauten Dörfern leben Athabasken, Tlingit, Haida, Yup'ik, Inupiak und Aleuten wie vor der Ankunft der Weißen. "Unsere Vorfahren haben uns erstaunliche Dinge gelehrt", verrät Howard Rock, ein Inupiak-Inuit, "sie haben uns beigebracht, wie man mit schwierigen Situationen fertig wird." Und Kaligtuq, ein Tänzer, sagt: "Wenn wir tanzen, erlischt der Kummer. Wenn wir singen, erwacht unser Geist."
Sobald wir uns mit Vorräten eingedeckt haben, geht es ab nach Norden, in die Wildnis. Die liegt bereits in Anchorage vor der Haustür. Am Stadtrand heulen die Wölfe und Bären und Elche wagen sich bis in die Vorgärten. Der Lake Hood wimmelt von kleinen Maschinen, die Jäger, Angler und Wanderer ins Hinterland bringen. Eineinhalb Stunden im Auto, einige Minuten im Flugzeug - und die Zivilisation ist beinahe vergessen. Im Norden lockt die Freiheit.
In Chugia, einem winzigen Ort zwischen Anchorage und Fairbanks, treffen wir Diana Moroney. Hauptberuflich fliegt sie kleine Passagiermaschinen, im Winter jagt sie mit ihrem Hundeschlitten durch die Wildnis. Neunmal hat sie am legendären Iditarod-Rennen zwischen Anchorage und Nome teilgenommen. "Wir Frauen sind einfach schneller! Wir können besser mit Hunden umgehen!" In Lebensgefahr war sie schon ein paar Mal: "Einmal kam ich in einen Whiteout. Alles war plötzlich nur noch weiß und ich brauchte zwei Tage, um mein Camp wiederzufinden. Aber diese Wildnis würde ich für kein Geld der Welt eintauschen! Hier bist du wirklich frei!"
Das spürt man selbst im Wohnmobil auf der Fahrt über den Parks Highway, die Bergwildnis der Alaska Range vor Augen, und in einem der Schulbusse, die im 30-Minuten-Takt durch den Denali National Park zuckeln. Mit Privatfahrzeugen darf man nämlich in den Park nicht rein. Am Wonder Lake steigen wir aus und wandern durch die blühende Tundra. Am Ende der Sandstraße sind wir allein am Ufer des Sees und blicken zum weißen Gipfel des Mount McKinley.
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MarianFriedrich (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 51 Wochen:
Ich finde den reisebericht gut weil ehr sehr gut die nähe zu den tieren und zu der alten kultur beschreibt und eine großes lob an den der ihn geschreiben hat ich finde ihn echt super und habe damit für meine deutsch arbeit geübt indem ich ihn zusammengefasst habe.
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