
Autor:
Silvia Kling
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XXL-Insel mit Drive-in-Vulkan
Auf der größten und südlichsten Hawaii-Insel führt unser Reisebericht hinein in das riesige Vulkangebiet des Lava speienden Kilauea. Vor uns liegen rund 53 Kilometer Vulkan-Sightseeing zwischen der 1.248 Meter hohen Gipfelregion bis an die Puna-Küste, an der die Lava in den Ozean tritt.
Seit 1986 sorgt der weltweit aktivste Vulkan für stetig fließenden 1.200 Grad heißen Lava-Nachschub und für neue Landmassen (in zwölf Jahren 30 Hektar). Auf der Crater Rim Road fahren wir einmal rund um die Caldera durch eine schwarzgraue Ödnis, eine kahle Schlackewüste. Vorbei an gewaltigen Erdspalten und dampfenden Gesteinskesseln mit rotbraun oxidierten Wänden, an tiefen Becken, die dunkel an einst brodelnde Lavaseen erinnern. Immer wieder Panorama-Stopps, an denen sich die wenigen Vulkanbefahrer und Touristenbusse treffen. Pfade führen zu unheimlichen Erdlöchern, über harsche Gesteinsbrocken und zu traurigen Waldskeletten, die der zerstörerische Schmelzfluss in vergangenen Epochen zurückließ.
Der Devastation Trail führt über den 1959 entstandenen Kilauea-Iki-Krater, eine alles verschlingende Lavawüste, die nur am oberen Rand von Bäumen und Sträuchern gesäumt ist. Nicht der ganze Vulkan ist grau und scheinbar leblos. Ein paar hundert Meter weiter gedeihen dichter Regenwald aus Baumfarn und hawaiianischen Ohia-Bäumen, die sich mit roten Blüten gern auf erstarrter Lava niederlassen. Brodelndes Gestein vernichtet zartes Pflanzenleben immer wieder, ständig ändert der Lavastrom seinen Weg. An der Küste, am Südende des einmaligen Drive-in-Vulkans, taucht der glühend heiße Strom mit viel Getöse in den Pazifik. Schon Meilen davor künden weiße Dampffontänen das Spektakel an. Unvermittelt hört die Straße auf und verschwindet unter dicken Schlackeschichten.
Nur zu Fuß geht es noch weiter, so nah wie möglich ans emporquellende Erdinnere. In gebührendem Abstand warten wir also auf den Lavaklippen, bis im Dunkel der Nacht das leuchtende Schauspiel beginnt. Seit über zehn Millionen Jahren schon sorgt ein Hot Spot unter der geologisch blutjungen Inselgruppe beharrlich für Vulkanausbrüche. So ist auch Kilaueas Nachbar, der 4.169 Meter hohe Mauna Loa, noch äußerst aktiv. Der Mauna Kea weiter im Norden, mit 4.205 Metern der höchste Berg Hawaiis und des gesamten Pazifikraums, hingegen ist mittlerweile erloschen. Der Berg ist bevorzugter Standort für Weltraumteleskope und bringt Sterne, Planeten und Galaxien konkurrenzlos nah.
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