
Autor:
Silvia Kling
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Der Sonnenaufgang am Gipfel des Vulkans Haleakala ist ein unvergessliches Schauspiel. Morgens um vier schälen wir uns dafür frierend aus den Schlafsäcken. Nach zweistündiger Anfahrt trotzen wir auf 3.000 Meter Höhe dem bitterkalten Wind. Was wir noch erlebt haben, erzählt der folgende Reisebericht.
Dunkel bohren sich bizarre Konturen ins dichte Wolkenmeer. Dann ein zögerliches Schimmern, schnell wird das weiße Wolkengetümmel zum orangefarbenen Meer. Mit den ersten Sonnenstrahlen tauchen plötzlich Schlackekegel im Kraterbassin auf: rotgelbe, monumentale Zylinder. Der Vulkan beginnt zu schillern und zu leuchten. Der Morgen bahnt sich an Mauis "Haus der Sonne" seinen Weg.
Vom Gipfel aus schlängelt sich der Sliding Sands Trail hinab zu den gewaltigen Lavapfeilern. Knapp 20 Kilometer durch das Kraterbecken. Die meisten geben einer Talfahrt im Auto den Vorzug oder schwingen sich aufs Mountainbike zu einem 60-Kilometer-Downhill-Vergnügen. Der Eindruck absoluter Stille ist berauschend.
Der Blick verliert sich im Farbenspiel. Silbrige Tupfer sprenkeln die Schlackelandschaft. Dazwischen Geschöpfe mit fleischig-spitzen Blättern, die sich zu einer kugeligen Rosette zusammenziehen: Silverswords sind geheimnisvolle Pflanzen, die nur auf den oberen Hängen gedeihen und zäh der Kälte und intensivem Sonnenlicht trotzen. Immer auf dem vorgegebenen Pfad bleiben, warnt die Infobroschüre den Wanderer. Bloß keines der endemischen Krabbeltiere zerquetschen oder ungewollt eine der einzigartigen Pflanzen zertreten.
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