Höchste Zeit für Neuentdeckungen in den USA. In Oregon etwa warten eine 600 Kilometer lange Traumküste, Hochgebirge, Wälder, Wüste und weites Farmland. Ganz zu schweigen von der skurrilen Hauptstadt Portland. Lesen Sie unseren Test- Bericht.
Das Wetter sei nicht berauschend, morgenmuffelt der allein reisende Herr im gähnend leeren Frühstücksraum, grauen Himmel, grauen Strand, graues Meer im Blick.
„Das Wetter hier ist so unvorhersehbar wie die Gefühle einer Frau“, entgegnet die Kellnerin. Dafür muss sie nicht lange im Lexikon der Plattitüden blättern, diese Ansage kommt blitzartig. Und wie sie diesen Satz flötet, tremoliert, säuselt, im Hintergrund ahnt man die Geigen.
Die Dame ist breit, dafür auch etwas kleiner, der linke Arm bis zur Schulter in Gips. Aber ihre Gefühlslage heute Morgen, die muss einfach bombig sein. Das lässt den allein reisenden Herrn dann doch ein bisschen grinsen und die Welt gleich weniger grau empfinden.
Richtig bunt war es ja letzte Nacht schon, als sich plötzlich grelle Lichter in die Netzhaut brannten, blau, rot und überirdisch weiß, eine Erscheinung im Rückspiegel. Aus dem Phänomen sprach eine Stimme zu dem allein reisenden Herrn: „Sir, ich habe Sie angehalten wegen Ihrer rätselhaften Fahrweise.“
Ja, rätselhaft, das war exakt der Ausdruck, den die Stimme gebrauchte. Ein Gesicht bekam die Stimme erst, als sie sicher war, dass die wunderliche Fahrweise nicht im Zusammenhang mit einem terroristischen Angriff auf die Vereinigten Staaten von Amerika steht (sie war lediglich jetlagbedingter Müdigkeit und einer gewissen Orientierungslosigkeit geschuldet).
So wurde es dann noch ein nettes Gespräch mit dem Dorfpolizisten in Seaside, Oregon. Der eskortierte mich später ein paar Kilometer und lieferte mich sicher in jenem Hotel ab, in dem sich am nächsten Morgen das Gespräch ums triste Wetter drehen sollte.
Neben dem Hotel, beim Wendehammer, stehen Lewis und Clarke auf ihrem Denkmal und starren aufs Meer hinaus. An dieser Stelle, fast jedenfalls, erfuhren die beiden Abenteurer während ihrer Expedition im Winter 1804/1805: Hier ist das Ende von „Go west!“
Fast 600 Kilometer lang ist die Küstenlinie von Oregon: Lange Sandstrände, felsige Buchten, zum Baden ist es meist leider zu kalt. Das Hinterland vereint starke Kontraste: Hochgebirge mit dem 3.428 Meter hohen Mount Hood, Wüste an der Grenze zu Nevada, riesige Wälder, fruchtbares Farmland, Gebiete, in denen feiner Wein wächst.
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