
Thomas Schmidt
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Die Sioux nennen sich Lakota, Dakota, Nakota. Diese Prärie-Indianer stehen hier stellvertretend für alle nordamerikanischen Natives. Erfahren Sie mehr über ihr Leben in unserem Reisebericht.
Es ist bitterkalt“, sagt der Reporter vom WDR. „150 vermummte Reiter vom Stamm der Oglala haben mit ihren Pferden einen großen Kreis gebildet. Zum dumpfen Dröhnen der Powwow-Trommel singen die Lakota-Indianer ein Gebetslied. Dann reiten alle langsam zum Massengrab hinauf. Von genau dieser Stelle aus schossen am 29. Dezember 1890 Soldaten der 7. US-Kavallerie über 350 zuvor entwaffnete Indianer – die Vorfahren dieser Reiter – nieder.“
Indianer polarisieren. Als Kinder liebten wir sie, weil wir unsere Gesichter kriegsbemalen oder uns ordentlich einschlämmen konnten, ohne dass jemand zu Hause gleich gemeckert hätte. Im Kino dann sprangen wir auf, wenn die Rothäute angriffen, aus dem Hinterhalt mit Pfeilen schossen und die Weißen in hohem Bogen aus den gewichsten Sätteln flogen. Weil aber die Weißen in den frühen Western meist siegten (überlegene Waffentechnik und überhaupt), krochen wir dann doch reumütig auf die Seite der „Cowboys“ zurück. Revolver oder Kriegsbeil? Die Frage war für heute geklärt!
Indianer polarisieren. Grüne Romantiker glauben, dass die roten Völker Nordamerikas eine vom großen Geist geleitete Vorhut der späteren Öko-Bewegung waren. Idealisten würdigen deren Verhalten bei der Jagd auf den Büffel und deren Umgang mit der ihnen anvertrauten Erde als ganzheitlich. Schließlich ließen jene doch nicht das kleinste Fitzelchen vom erlegten Büffel übrig: Nahrung, Kleidung, Equipment. Archäologische Funde beweisen aber, dass es auch den roten Völkern in erster Linie um Effizienz bei der Nahrungsbeschaffung ging – ob als nomadisierende oder sesshafte Stämme. So trieben sie etwa die Bisons über steile Felsabhänge, um anschließend die zu Tode gestürzten Tiere unten en masse auszuwaiden.
In Wahrheit aber gibt es nur weitgehend diffuse Quellen, die uns mit indianischer Lebens- und Denkweise während der in Urzeiten zurückreichenden „Hundezeit“ vertraut machen. So nennen Prärie-Indianer jene Epoche vor der umwegigen Rückkehr des Pferds als Mitbringsel der weißen Kolonisatoren in dessen ursprüngliche Heimat Nordamerika. Denn Indianer kannten keine Schrift, was wiederum bei Laien und Experten Mutmaßungen entfacht. Einige Stämme in den Great Plains waren Ende des 18. Jahrhunderts fest davon überzeugt, dass sie nie ohne Pferd gelebt hätten. Rätselhaft, weil dieses Reit- und Transporttier wahrscheinlich erst im 17. Jahrhundert wieder „importiert“ worden war und es eine Revolution unter den Prärie-Indianern auslöste, allen voran bei den Sioux.
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Ralf Struck (nicht überprüft) sagte vor 2 Jahre 35 Wochen:
Tolle Seite mit Informationen und Fotos. Klasse Ralf
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