
Autor:
Markus Kampp
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InsiderTipps
Chiwa, Buchara und Samarkand sind berühmte Stationen auf der Seidenstraße und haben schon immer ihre Besucher fasziniert. Folgen Sie dem Reisebericht unseres Autors, der sich mit seiner Reise durch Usbekistan einen Kindheitstraum erfüllt hat.
Beginnen wir mit den Irrtümern: Erstens, die Seidenstraße gibt und gab es nicht. Der Plural – Seidenstraßen – wäre passender. Es war ein ganzes Netz von Straßen und Karawanenwegen. Der irreführende Singular geht zurück auf den deutschen Forscher und Geografen Ferdinand Freiherr von Richthofen, der einen Arbeitstitel brauchte.
Zweitens: Nicht nur Seide, sondern auch Gold, Weihrauch und Gewürze wurden transportiert. Drittens: Die Formulierungen „war“ und „wurde“ stimmen nicht. Chinesische Lastwagen bringen noch heute auf „der“ alten Seidenstraße ihren Plastiktand über das Pamirgebirge nach Zentralasien. So, das hätten wir geklärt.
Die ersten Warenströme zwischen Asien und Europa begannen im 6. Jahrhundert vor Christus. Die Route führte von Changan in Zentralchina bis zur Oase Palmyra in Syrien und dann weiter mit dem Schiff bis nach Europa. Dazwischen waren die Zentren der Seidenstraße und Anlaufstationen fast aller Karawanen: Chiwa, Buchara und Samarkand. Sie alle liegen im heutigen Usbekistan, dem Ziel unserer Reise.
Die Seide wurde übrigens irgendwann so teuer, dass sich selbst der römische Kaiser Aurelian im 3. Jahrhundert nach Christus kein Seidenkleid für seine Frau mehr leisten wollte, da es mehr kostete, als 6.000 Landarbeiter an einem Tag erwirtschaften konnten. 36 Herrschaftsgebiete mussten durchquert werden, jeweils mit Zollsätzen von bis zu 25 Prozent. Das trieb die Preise in die Höhe. So war die westliche Welt wohl recht froh, als im Jahr 420 eine chinesische Prinzessin in ihrem Dutt die Eier einer Seidenraupe aus China schmuggelte und dem Monopol ein Ende setzte.
Schluss mit der Historie. Zeit für die Reisepraxis. Einreise nach Usbekistan auf dem Landweg – das darf man sich kontrolltechnisch in etwa so vorstellen, als hätte Nordkorea eine gemeinsame Grenze mit den USA. Nach zehn Kontrollbeamten, die alle den Gesichtsausdruck einer Stalin-Skulptur haben und das wohlige Gefühl von feuchten Gefängniszellen verbreiten, sitzen wir im Schatten einer Mauer und warten auf einen Minibus. Der soll uns von Turkmenistan über den „Todesstreifen“ nach Usbekistan bringen.
Dort wiederholt sich das Ganze. Allerdings kann ich diesmal das Auspacken des gesamten Gepäcks verhindern, indem ich dem freundlichen Herrn mit der zu großen Militärmütze eine Schachtel Zigaretten und zwei Schokoriegel anbiete. Wir sind drin!
Uns erwarten ein leicht muffiger Fahrer und Flora. Flora ist Anfang 50, hat pechschwarze Haare, lacht immerzu und ist ein wandelndes Lexikon. Flora wird uns die nächsten zehn Tage durch Usbekistan führen und sie wird das hervorragend machen.
Fahrt nach Chiwa. Die Gegend ist karg, staubiges Braun bestimmt das Bild, hin und wieder ein paar immergrüne Maulbeerbüsche, unendliche Baumwollfelder, die der Wüste mit viel wertvollem Wasser abgetrotzt werden. Kinder ohne Schuhe in bunten Kleidern treiben ein paar Schafe oder Ziegen vor sich her. Über 2.500 Jahre hat die Stadt auf dem Buckel – so, wie sie dasteht, ist sie allerdings nicht älter als 300 Jahre. Chiwa besteht aus der komplett von einer imposanten Mauer umgebenen Altstadt und einer zentrumslosen Neustadt.
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peter_pfaender sagte vor 3 Jahre 2 Wochen:
Finde ich auch, wenngleich der Text zu Kirgisistan vom Fotografen Thomas Linkel stammt :-)
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mosaik (nicht überprüft) sagte vor 3 Jahre 2 Wochen:
Alle drei Reportagen über die "Seidenstraße" von Markus Kampp sind sehr gelungen!
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Bernd Karst (nicht überprüft) sagte vor 3 Jahre 3 Wochen:
Ein hervorrragender Artikel, flüssig und gut nachvollziehbar geschrieben. Absolut lesenswert.
Bernd Karst
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Simone Bauer sagte vor 3 Jahre 17 Wochen:
Ein traumhaftes Ziel, liebe Redaktion. Ich hoffe, Sie berichten noch öfter aus den Staaten Zentralasiens - ich war mal beruflich in Kirgisien. Traumhafte Berge, supernette Menschen und eine schöne Natur. Das wäre mein Tipp, und danach nach Samarkant und Buchara
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