
Autor:
Don Fuchs
InsiderTipps
Urlaub in der Südsee muss nicht heißen, nur am Strand zu liegen. Vanuatu etwa lockt mit Vulkanen, Seekajaktouren und Dschungel.
Damit Sie wissen, wie die Leute hier ticken: Unser Fahrer heißt Happy. Weil er am Neujahrstag geboren wurde und jeder hier total glücklich darüber war. Wir sind auf dem Weg zum Vulkan auf der Insel Tanna, eine knappe Stunde Flug von Vanuatus Hauptstadt Port-Vila auf der Insel Efate entfernt. Wir sitzen hinten auf der Ladefläche eines Geländefahrzeugs und klammern uns verzweifelt fest. Die Fahrt geht die Ostküste entlang, auf einer holprigen Staubstraße, eingerahmt von einer außer Kontrolle geratenen Vegetation. Wir sind nicht allein auf der Straße durch den Dschungel: Mit Macheten bewaffnete Männer flanieren entlang, Kinder mit strahlendem Lachen spielen dort und Frauen schleppen schwere Körbe mit Früchten über die Piste. Zur Begrüßung gibt es Winken und breites Lächeln in dunklen Gesichtern. Abseits der Straße stehen einfache Bambushütten mit Dächern aus Palmblättern.
Der Weg steigt an, wir passieren einen Sattel und sehen ihn zum ersten Mal aus der Distanz. Der Yasur ist ein aktiver Vulkan und Sitz der Götter. Ärgerlich schleudert er regelmäßig Aschewolken in den Himmel. Davor breitet sich eine grüne Welt aus - frivole Üppigkeit als Geschenk aus der Hölle. Etwas weiter rieselt feine Asche vom Himmel. Über uns breitet sich die Eruptionswolke des Yasur wie ein Atompilz aus. Ein Schauspiel, das uns bis zur Dämmerung fasziniert. Als die Sonne hinter dem 1.000 Meter hohen Massiv des Mount Melem und des Mount Tukosmera versinkt, beginnt das Feuerwerk: Lavafetzen zeichnen Leuchtbahnen, die Aschewolke glüht an ihrer Basis, helle Blitze zucken im Qualm.
Am nächsten Tag setzen wir über zur Insel Ambrym. Dort ist im Wald plötzlich rhythmisches Klopfen zu hören. Es ist der Klang von aufgeschlitzten Bambusrohren, auf die mit einem Stock geschlagen wird. Dann tauchen Tänzer mit Furcht erregenden Masken auf. Schnelle Bewegungen, kehlige Laute, ein Drehen und Stampfen. Plötzlich bricht einer der Maskierten aus und rennt auf die Zuschauer im Dorf zu. Die springen in Panik auf. Kinder, Erwachsene, die Alten - alle nehmen schreiend Reißaus.
Später erfahre ich, Zeuge eines so genannten Rom-Tanzes geworden zu sein. Aufgeführt wird das Spektakel von Mitgliedern einer Geheimgesellschaft. Ambrym ist die Insel der Zauberer, Vanuatus Zentrum der schwarzen Magie. Ich werde die Gesichter der Damen vom Tourismusbüro in Port-Vila nicht vergessen, als ich ihnen von meinen Ambrym-Plänen erzählte. Mit schreckensweiten Augen warnten sie mich: "Geh nie im Dunklen aus der Hütte, lass nichts zurück! Sonst können dich die Zauberer kriegen!" Auf Ambrym regieren Voodoo und schwarze Magie.
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