
Autor:
Claudia Hellmann
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Thailand ist seit Jahrzehnten begehrter Drehort. Vietnam und Kambodscha haben unterdessen enorm aufgeholt. Dabei gilt: Nur wenige Filme entstanden dort, wo ihre Geschichte spielt. So wurde etwa so gut wie kein Streifen über den Vietnamkrieg in Vietnam gedreht, weiß unsere Autorin Claudia Hellmann
Traum und Albtraum liegen in den Filmen, die in Südostasien gedreht wurden, dicht beieinander. Da sind einerseits Aussteigerträume von einsamen Buchten und Traumstränden wie in „The Beach“, Abenteuer vor exotischer Kulisse wie in „Tomb Raider“. Andererseits sind da die Grauen des Vietnamkriegs, etwa in „Apocalypse Now“ oder „Platoon“. So bewegt sich das Bild Südostasiens im Film irgendwo zwischen betörender Schönheit und verstörendem Schrecken.
Nur wenige Filme entstanden dort, wo ihre Geschichte spielt, dies gilt vor allem für die Filme über den Vietnamkrieg. Die politische Situation legte es meist nahe, auf "Nachbar"-Länder wie Thailand und die Philippinen auszuweichen. Die Landschaften – dichter Dschungel und palmengesäumte Strände, Reisfelder und bizarre Karstfelsen – sind für den westlichen Kinobesucher stereotyp genug, so dass die Länder Südostasiens auf der Leinwand lange Zeit austauschbar waren. Erst in jüngerer Zeit wird immer mehr Wert auf Authentizität gelegt. Und die Filmemacher suchen die Originalschauplätze – selbst in Kambodscha, das lange Zeit quasi tabu war.
Vietnam, das in zahlreichen Filmen von beinahe allen Ländern Südostasiens vertreten wurde, hat selbst erst wenige, dafür aber umso stimmungsvollere Auftritte auf der Leinwand gehabt. Der Film, der für viele Kinobesucher das echte Vietnam ins Bewusstsein rückte, ist zweifellos Régis Wargniers bildgewaltiges Epos „Indochine“ (1992), das mit einem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde. Gedreht wurde vor Ort in Vietnam und in Malaysia, wo die 3.000 Quadratmeter große Blue Mansion des Millionärs Cheong Fatt Tze aus dem späten 19. Jahrhundert auf der Insel Penang die Villa von Catherine Deneuve verkörperte. Die in der französischen Kolonie Indochina geborene Eliane (Deneuve) führt mit ihrem Vater und ihrer vietnamesischen Adoptivtochter Camille (Linh Dan Pham) eine Kautschukplantage. Als sich Camille in den jungen Offizier Jean-Baptiste (Vincent Perez) verliebt, mit dem ihre Mutter eine Affäre hat, zerbricht das privilegierte Leben. Jean-Baptiste wird auf die abgelegene Teufelsinsel strafversetzt, wo jeden Monat auf einer Art Sklavenmarkt arme Bauern an Plantagenbesitzer im Süden verkauft werden. Die märchenhaften Bilder der Dschunken mit ihren rostroten Segeln, die zwischen den Felsen und Inseln durch die nebelverhangene Bucht steuern, sind atemberaubend.
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