
Autor:
Hartmut U. Hallek
Weitere Reportagen
Mythos Mekong Ohne Fleiß kein Reis
Hanois Easy Rider Kurios!
City-Check Vietnam Top 5 Städte
Vom Delta bis Ankor Wat Gegen den Strom
Beach Guide Vietnam Sand und Sonne
Vietnam: Insel Phu Quoc und Festland Planschen mit Buddha!
Ethno-Food Grillen-Party
Asien filmreif Wer doubelt wen?
Stadtporträt Saigon Asiatischer Kosmos
InsiderTipps
Bedeutet HCMC alias Ho Chi Minh City. Reisebericht über einen Streifzug durch das zuversichtlich knatternde Saigon. Das deshalb so schön ist, weil es noch keine typische Südostasien-Metropole ist.
Drei Millionen Mopeds rauschen durch Saigon, drei von insgesamt sieben Millionen in ganz Vietnam. Ein unablässiges Fließen ist das in den Straßen und auf den Boulevards. Das Gesicht bis auf die Augen verhüllt, die Hände bedeckt mit Handschuhen, sitzen auf vielen Zweirädern Frauen. Je heller der Teint, umso vornehmer gilt frau und desto eher findet frau ihren Mann. Sagt HaHai, der in Hanoi geboren ist und uns durch Saigon führt. Ho Chi Minh City, kurz HCMC, nennt er wie die meisten Jugendlichen: "ÄitschCiEmCi". Ha-Hais Eltern heirateten in Haiphong, da nannten sie ihn Ha-Hai. Ha für Hanoi, Hai für Haiphong. In Vietnam denkt man pragmatisch-praktisch, das ist uns schnell klar.
Wer sich in Saigon vermählt und was auf sich hält, arrangiert das Hochzeitsfoto vor der Oper. Der in französischer Neoklassik erbaute Musentempel ist eine prächtige Kulisse dafür. Zwei Paare - ganz in Weiß - lächeln dort operngerahmt gerade in die Kamera.
Hunderte finden sich jeden Morgen am breiten Song Sai Gon, dem Saigon-Fluss, zum selben Ritual ein. Sie halten sich gesund mit dem chinesischen Schattenboxen Tai-Chi. Fließend, fast meditativ sind ihre Bewegungen, die Körper und Seele in Einklang bringen sollen. Am Song Sai Gon lag dahingestreut ein Kaff, das die französischen Kolonialherren ab 1861 zum "Paris des Ostens" ausbauten. Kriege überlebte es - und davon gab es reichlich - und so ziemlich alle wirtschaftlichen Desaster, die man sich vorstellen kann. Immer wieder aber packten die Menschen an, berappelten sich. Heute ist Ho Chi Minh City, wie es offiziell und ach so sperrig selbst im Internet heißt (www.hochiminhcity.gov.vn) das Epizentrum des Kapitalismus Vietnams.
"Doi Moi" wurde dem Land vor 20 Jahren von den roten Bossen in Hanoi zur Genesung verordnet, denn Planwirtschaft, Kriegsheldenkult und Hungersnöte machten auf die Dauer nicht satt. Der innerste der 22 Bezirke von Ho Chi Minh City heißt offiziell Saigon. Die Gegend zwischen Van Hoa Park und Song Sai Gon, um die Boulevards Nguyen Hue, einst Boulevard Charner, die "Champs Elysées des Ostens", und Dong Khoi, ehedem gerühmt als Rue Catinat. Dort liegen die Hotspots, schlägt das Herz des neuen und alten Saigon.
Die putzmuntere Sieben-Millionen-Stadt ist zum Glück bislang noch schön provinziell, doch in Riesenschritten auf dem Weg in eine Zukunft, in der sie kaum zu unterscheiden sein wird von den immer mehr sich gleichenden globalisierten Metropolen Südostasiens: Ein Cocktail Südostasien mit einem kräftigen Spritzer Grande Nation und Kolonialzeit ist das.
ReiseBuchung
Reisewetter aktuell
Das aktuelle Reisewetterfür Ihr Reiseziel
Reisebücher
-

Die Zukunft der Jurte
mehr Infos -

Das Kochbuch des Kannibalen
mehr Infos -

Tee
mehr Infos -

Das Dorf, das Dorf, die Erde, die Erde ...
mehr Infos -

Das koloniale Indien
mehr Infos -

Die besten Single-Reisen
mehr Infos

Kommentar hinzufügen