ReiseBücher
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Mick Conefrey
Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt
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Leichter Leitfaden …
… den man zur Hand haben sollte, wenn einem in den Sinn kommt, ein sinnloses Reiseabenteuer zu wagen. Aber was ist sinnlos?
Abenteurer und Entdecker wecken in uns die neidvolle Sehnsucht, es ihnen gleichzutun. Und doch sehen wir meist nur die Oberfläche ihres Handelns: Erfolg oder Misserfolg, Strapazen oder Lustgewinn. Aus dieser Zwickmühle hat der Bergsteiger und Filmemacher Mick Conefrey eine Tugend gemacht. In seinem Büchlein „Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt“ bürstet er das ganze Thema gleichsam gegen den Strich. Er sagt uns, was sich im Hintergrund – von der Geldbeschaffung für Expeditionen bis zu blödsinnigen Ausrüstungen – so alles abspielt. Als der Duca degli Abruzzi 1897 zum Mount St. Elias vordrang, nahm er 4 Eisenbetten (!) mit. Er wollte nicht wie seine Begleiter auf dem Boden schlafen. Ulkig ernsthaft sind die Anweisungen fürs Verhalten beim Angriff einer Anakonda: Zuerst lässt man sich bis zu den Knien verschlingen. Unter Punkt 8 „nehmen Sie so ruhig wie möglich Ihr Messer“, um unter Punkt 9 und 10 zu prüfen, ob Sie es dabeihaben und ob es „auch scharf ist“, wobei Sie ja schon unter 8. der Schlange den Kopf abgeschnitten haben. Steht so in einem „Leitfaden für amerikanische Friedenstruppen“. Im illustren Conefrey-Bändchen kommen „berühmte Erfrierungen“ ebenso vor wie das Thema Kannibalismus unter Expeditionsteilnehmern oder das Weihnachtsmenü von Robert Peary. Schön auch Stanleys Weihnachtsfest auf seiner 2. Afrika-Expedition: „Kanurennen. Wettlauf zwischen den Mitgliedern von Stanleys Mannschaft. Wettlauf zwischen Eingeborenenfrauen. Tanz von 100 Wanjamwesi.“ Darüber hinaus Ernsthaftes über die psychische Gemengelage einzelner Forscher, der Sinn des Ganzen und dessen mediale Vermarktung.
288 Seiten, 83 Illustrationen
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