Reisen

Abenteuer leben | Mit dem Motorrad durch Afrika

Kamele bei Tozeur
© Joshua Steinberg

„Abenteuer  leben – Wir möchten ein paar Anregungen geben, Ideen in den Kopf setzen, eure Träume wecken und vor allem Mut machen, sie zu verwirklichen. Es geht dabei nicht darum mit dem Motorrad um die Welt zu fahren, das ist eben unser großer Traum, es geht darum, dass jeder seine Träume verwirklichen sollte und das ungeachtet der Hindernisse und Risiken.“
Joshua Steinberg und Joana Breitbart

Roadbook – Tunesien

Aufgeregt, voller Vorfreude und positiver Anspannung vor dem, was da vor uns liegt, stehen wir an Deck der Grimaldi Fähre und sehen zu, wie die weißen Häuschen von Tunis immer näher kommen.

Abenteuer leben: Afrika – Da liegt es vor uns!

Abenteuer leben Fischer in Djerba

Fischer in Djerba | © Joshua Steinberg

Wohingegen Josh ja schon viel Afrika Erfahrung hat, ist es für mich das erste Mal, ich war noch nie auf diesem Kontinent. Umso gespannter bin ich, was uns dort erwartet. Von der Fähre sind wir zügig runter, die Papiere sind auch schnell gecheckt, der negative Corona Test begutachtet… aber die Polizei winkt uns zur Seite, wir müssen warten.

Sie staunen nicht schlecht, die Beamten, als da tatsächlich zwei echte Reisende vor ihnen stehen, sie haben nämlich Corona bedingt seit über einem halben Jahr keine mehr gesehen. Sie sind super freundlich und wollen uns helfen, aber es gibt da ein Problem. Nach einigem Hin und Her erklären sie uns, wir bräuchten, damit wir den Einreisestempel bekommen, einen festen Ausreisetermin. Am besten ein Rückfahrticket mit der Fähre, welches wir natürlich nicht haben, denn wir wollen ja nicht zurück. Ohne geht es allerdings nicht rein.

Ratlosigkeit macht sich breit. Wir können auch keines kaufen, denn dazu müssten wir aus dem Hafen raus, was wir aber nicht dürfen, da wir noch gar nicht offiziell eingereist sind. Online buchen geht nicht, da weder Internet noch Drucker zur Verfügung stehen. Schließlich bietet uns der Polizeichef an, einen seiner Mitarbeiter zu schicken, um uns die Tickets zu kaufen.

Was aber auch bedeutet, einem völlig Fremden eine Menge Geld in die Hand zu drücken. Aber was bleibt uns anderes übrig, es sieht aus als wäre es tatsächlich die einzige Lösung. Natürlich merkt der Chef, dass wir der ganzen Sachen nicht so wirklich trauen und kriegt sich deswegen mit Josh ordentlich in die Haare. Ich befürchte schon Schlimmeres, aber nach einem kurzen heftigen Streit, in dem der Beamte erklärt, dass seine Ehre ihm sehr wichtig sei und Josh ihm erklärt, dass er sich nicht gerne verarschen lässt, haben sie sich wieder versöhnt.

Quarantäne statt freie Fahrt

Sonnenuntergang in Sidi Bou Said

Abenteuer leben: Sonnenuntergang in Sidi Bou Said | © Joshua Steinberg

Der Mitarbeiter kommt schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit mit den Tickets zurück und wir bekommen nach geschlagenen vier Stunden im Hafen endlich unsere Stempel in den Pass. Wichtig ist den Beamten auch die Buchung einer Unterkunft, denn wir müssen trotz des negativen Tests noch zusätzlich 14 Tage Quarantäne einhalten.

Wir fahren also zu unserer Wohnung in Sidi Bou Said, einem der bekanntesten Stadtteile von Tunis und zu normalen Zeiten mit Touristen vollgestopft. Jetzt aber sind wir weit und breit die einzigen und die Preise sind daher sehr niedrig, wodurch wir uns eben mal eine komplette Wohnung mit Dachterrasse und wunderbarem Ausblick über ganz Tunis leisten können. Hier verbringen wir in herrlicher Ruhe unsere Quarantäne. Der tägliche Ruf des Muezzins stimmt uns schon mal ein bisschen auf die fremde Kultur ein.

Es geht los!

Abenteuer leben Ichkeul-Nationalpark

Unterwegs im Ichkeul-Nationalpark und das Abenteuer leben | © Joshua Steinberg

Wir können es anschließend kaum noch erwarten, endlich das Land zu erkunden. Nachdem wir in und um Sidi Bou Said jede Ecke und Gasse und natürlich jeden Strand kennen, führt uns unsere erste Etappe raus aus der Großstadt. Wir fahren östlich in den Ichkeul National Park, wo wir hoffen viele Vögel und Flamingos zu sehen.

Auf dem Weg dahin bekomme ich meinen allerersten Eindruck von Afrika: Unter den Stollen meist unbefestigte, namenlose Wege aus Sand und Staub, in der Nase ein abenteuerlicher Geruchscocktail aus Lagerfeuer und unvollständig verbranntem Zweitaktgemisch, aus frischen Früchten und am Straßenrand entsorgten Unrat, über allem lacht die Sonne und vor allem lachen uns viele freundliche aber auch gezeichnete Gesichter entgegen.

Afrikanische Tankstelle bei Matmata

Afrikanische Tankstelle bei Matmata | © Joshua Steinberg

Alles sehr chaotisch und improvisiert, doch auf einmalige Weise schön und funktionell – Abenteuer leben. Wir hatten zu Beginn ein bisschen Bedenken, dass die Menschen hier Fremden gegenüber gerade etwas negativ gestimmt sein könnten, da sie vielleicht befürchten, dass wir als Deutsche noch mehr Corona in ihr Land bringen könnten.

Die Zahlen würden dafürsprechen, doch bereits nach den ersten Kilometern ist diese Angst wie weggeblasen. Überall wo wir anhalten, werden wir sehr herzlich empfangen, die Leute freuen sich endlich mal wieder Reisende zu treffen. Mal wieder etwas aus der Welt zu erfahren, was anderes zu sehen. Für mich ist das alles sehr exotisch, doch in Wahrheit sind wir hier die Exoten.

Unliebsamer Besuch

Berberhaus

Abenteuer leben -Berberhaus | © Joshua Steinberg

Über einen kleinen Bergpass erreichen wir den halb ausgetrockneten See des Parks. Josh ist so begeistert, dass er gleich hier das Zelt aufbauen will. Ich bin zwar erst nicht so überzeugt, da uns auf der freien Fläche absolut jeder sofort sehen kann, aber nach kurzer Diskussion bauen wir das Zelt doch dort auf. Unser erster Sonnenuntergang in Afrika ist atemberaubend schön. Zufrieden machen wir es uns im Zelt gemütlich. Als wir gerade mitten beim Abendessen sind, kommt ein Moped und hält. Es ist ein Ranger des Nationalparks.

Ziemlich unfreundlich behauptet er, wir könnten hier nicht schlafen, es sei wegen der „wilden Tiere“ (er redet von Wildschweinen!) zu gefährlich. Verstehen können wir das natürlich nicht und ganz davon abgesehen werden wir weder das Zelt im Dunkeln abbauen, noch in der Dunkelheit irgendwo anders hinfahren. Nach einiger Überzeugungsarbeit willigt er schließlich ein, dass wir eine Nacht hier schlafen können und morgen früh bitte schnell wieder verschwinden.

Lagerfeuer mit Kamelfuehrer Achmed

Abenteuer leben – Lagerfeuer mit Kamelführer Achmed | © Joshua Steinberg

Mürrisch fährt er davon, während wir uns langsam bettfertig machen. Wir sind schon fast eingeschlafen, als ich plötzlich Motorengeräusche und Männerstimmen höre. Die Geräusche werden immer lauter und plötzlich geht von allen Seiten das Licht an, es ist taghell in unserem Zelt.

Mit großen Augen gucken wir uns an, Josh muss sich erst schnell wieder anziehen, dann geht er raus. In Unterhose dastehend, ist er umringt von vier vergitterten Hummer vom Militär und bestimmt 20 bewaffneten Männern. Mir rutscht das Herz in die Hose und ich beginne mich schon zu fragen, ob wir irgendetwas völlig falsch gemacht haben!?

Es stellt sich aber heraus, dass es sich um die Garde Nationale handelt, sie nur mal unsere Pässe kontrollieren und sehen wollen, ob es uns auch wirklich gut geht. Sie erklären uns, dass ihre Aufgaben vorsehen, die Corona Sperrstunde nach 20 Uhr zu kontrollieren, aber auch, sich um das Wohl der Touristen zu kümmern.

Letzteres habe natürlich Priorität und sie möchten, dass es uns gut geht und wir uns frei bewegen können. Wenn wir irgendwie Hilfe benötigen, sollen wir sie auf jeden Fall anrufen. 193 sei die Nummer für alle Fälle. Nachdem alle Formalitäten geklärt sind, heißen sie uns mehrfach Willkommen in Tunesien und wünschen uns eine gute Nacht. Auch sie erwähnen noch kurz, wir sollten uns doch vor den Wildschweinen in Acht nehmen, dann steigen sie wieder in ihre Hummer und fahren davon.

Ab in Richtung Süden

Kamele bei Tozeur

Kamele bei Tozeur | © Joshua Steinberg

Noch eine halbe Stunde später sitzen wir Kopf schüttelnd im Zelt. Während Josh lacht und meint „Ja ja, so ist Afrika!“, muss ich das Ganze erst einmal verdauen. So etwas hab ich noch nie erlebt! Einerseits bin ich geschockt über diesen kleinen „Überfall“, anderseits begeistert über die Freundlichkeit und Ehrlichkeit, die uns die Männer entgegengebracht haben. Willkommen in Afrika!

Unser Weg führt uns von nun an Richtung Süden, relativ dicht an der algerischen Grenze entlang und ist daher geprägt von Polizei- und Militär-Checkpoints. Alle Polizisten schauen uns ungläubig an, dass da jetzt wirklich gerade zwei Deutsche auf ihren Motorrädern vor ihnen stehen, können sie nicht richtig glauben. Nach der üblichen Woher-Wohin-Frage werden wir dann aber immer durchgewinkt.

Das zieht sich bis Tamerza, wo wir einige kleine Wasserfälle und weitere Ruinen besuchen. Bei einem dieser Wasserfälle lernen wir Farouk kennen. Er spricht fast perfekt deutsch, wir unterhalten uns über dieses und jenes, bis er schließlich meint, er wüsste einen guten Platz, an dem wir unser Zelt aufbauen könnten. Wir sollten ihm doch mal hinterherfahren.

Im Amphitheater von Dougga

Im Amphitheater von Dougga | © Joshua Steinberg

Er holt hinter einer Hütte seinen 80er Roller hervor und schießt los – geradewegs in einen Bachlauf. Ich bekomme direkt wieder Schweißperlen auf die Stirn: Wasser, Sand und Steine warten hier auf uns und Farouk ist mit seinem leichten Roller gleich um die nächste Biegung verschwunden, während es mit den bepackten Hondas nicht ganz so leicht geht. Wir lassen Luft aus den Reifen, das macht das Ganze einfacher, und nach nassen und sandigen fünf Minuten im Bachlauf sind wir schließlich am Ziel.

Am Ende des Bachbetts rauscht ein kleiner Wasserfall und beendet damit den halbwegs fahrbaren Treck. Zur Rechten steht auf einer kleinen Erhöhung ein Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeiten und dazugehörigem Palmengarten, in dem wir das Zelt aufbauen können. Ausgelegt ist es für zahlreiche Gäste, aber zurzeit komplett leer. Trotzdem sind alle Angestellten vor Ort und wir können sogar Duschen und Toiletten nutzen. Es ist ein sehr idyllisches Plätzchen neben dem Wasserfall.

Hollywood lässt grüßen

Abenteuer leben Mopedtour mit Farouk

Das Abenteuer leben – es kann losgehen | © Joshua Steinberg

Wir entscheiden zwei Tage hier zu bleiben. Farouk ist fast außer sich vor Freude, wir wären die ersten Motorradfahrer seit März, meint er. Er sei außerdem ein Guide für Motorrad Touren und wir sollten doch eine Tour mit ihm machen. Josh und ich sind davon weniger überzeugt, Tourenführer fürs Motorradfahren brauchen wir beide nun eigentlich wirklich nicht.

Farouk kommt aber extra abends nochmal zum Essen vorbei, zeigt uns Bilder und schwärmt von der Landschaft, die er uns zeigen will. Immer weiter geht er mit dem Preis für diese Tour herunter und irgendwann sagt er traurig, dass er seit März nichts mehr verdient hat, weil keine Touristen mehr kommen.

Wir entscheiden schließlich nach einiger Überlegung, die Tour am nächsten Tag mit ihm zu machen, von irgendwas muss er ja nun auch leben. Er hat uns nicht zu viel versprochen. Mit seinem kleinen China-Roller braust er vorne weg und zeigt uns von den seltenen Wüstengewittern in den Sand und Fels gerissenen Schluchten, aus Muscheln und Kalk gepressten und von uhrzeitlichen Meeren ausgespülten Höhlen, die teilweise schon für bekannte Filme als Kulisse dienten (Der Englische Patient).

Die Pässe und Pisten in der Umgebung von Tamerza und Redeyef sind in ihrer Ausgesetztheit und ihrer Geschichtsträchtigkeit wirklich etwas besonderes. Der abenteurlichste ist der im zweiten Weltkrieg innerhalb kürzester Zeit freigesprengte Paso Rommel, benannt nach gleichnamigen Militärstrategen Rommel, der auf diesem Wege nach Libyen gelangte.

Man hält es kaum für möglich, dass diese steilen Klippen und felsigen Abhänge mit Panzern befahren worden sind und die meisten dabei heil unten ankamen. Am Ende dieses Tages sind wir alle zufrieden. Farouk konnte endlich mal wieder eine Tour fahren und mit dem Geld davon seine Familie ernähren. Wir konnten die Gegend mit den Augen eines Einheimischen sehen und freuen uns ihn unterstützen zu können.

Besuch von der Garde Nationale

Unser nächstes Ziel ist die kleine Wüstenstadt Douz. Von Tamerza über Touzeur führt die Route kerzengeradeaus über eine teilweise ausgetrocknete Salzpfanne in die Wüste hinein. Den Gedanken nachhängend fahren wir entlang der leeren, schnurgeraden Straße, als plötzlich ein entgegenkommendes Auto eine Vollbremsung macht, wendet, uns überholt und schließlich ausbremst. Drei Männer steigen aus dem Wagen, einer telefoniert aufgeregt, der andere gestikuliert wild und der dritte läuft direkt auf mich zu und fängt an mir aus unerklärlichen Gründen am Helm rumzufummeln.

Ich denke nur noch ‘Okay, das war’s jetzt, jetzt laden sie uns auf und fahren sonst wo mit uns hin.‘ Es kostet uns einige Zeit, mit unseren Fragen etwas Ruhe in das aufgeregte Dreiergespann zu bringen, schließlich wollen wir wissen was das Ganze soll. Nach fünf Minuten erst zeigt mir einer der Herren seine Dienstmarke. Sie seien doch von der Garde Nationale, ob wir das nicht wüssten, sie wollten doch nur für unsere Sicherheit sorgen und außerdem hätte ich da eine Fliege am Helm gehabt!

Scherzkekse, in Zivil sind sie wohl kaum zu erkennen! Das übliche woher-wohin wird geklärt und eine Eskorte bis in die nächste Stadt gibt’s obendrauf auch noch. Ist wohl gefährlich hier!? Nett sind auch diese drei wieder gewesen. Sie wollten nur auf uns aufpassen und unser Bestes. Wenn sie uns weiterhin so überfallen, haben sie am Ende aber doch eine tote Touristin zu beklagen, die durch übles Erschrecken am Herzinfarkt gestorben ist!

Desert Camp Douz

In Douz angekommen hoffen wir darauf, endlich einmal andere Overlander, also mit dem Fahrzeug Überland-Reisende, zu treffen. Freunde von uns meinten, wenn wir welche treffen, dann hier. Aber weder in einem der bekannten Overlander Cafés, noch auf dem uns empfohlenen Campingplatz finden wir welche. Schade, aber egal, denn es ist wunderschön hier im Desert Camp Douz und Achmed, der Chef, ist super freundlich. Mit ausschweifender Handbewegung und einem schelmischen Grinsen zeigt er auf das leere, riesige Areal, meint wir hätten freie Platzwahl und könnten solange bleiben, wie wir wollten.

Abenteuer Leben - Die Piste fuehrt ueber Duenen

Das Abenteuer leben: Die Piste führt über Duenen | © Joshua Steinberg

Das nehmen wir dankend an! Ein paar Tage bleiben wir, Josh gibt mir in den zehn Kilometer entfernten Dünen eine erste Einführung in das Sand- und Dünen Fahren. Ich fluche erst ein bisschen vor mich hin, aber nach den ersten zaghaften Versuchen klappt es tatsächlich auch ganz gut und sogar ohne Sturz, wohingegen Josh sich gleich erstmal schön tief in den Sand einbuddelt. Aber zusammen haben wir sein Bike schnell wieder ausgegraben.

Offroad durch Dünen

Sand bis zum Horizont

Vor uns nur Sand, Sand, Sand bis zum Horizont | © Joshua Steinberg

Von Douz wollen wir zum Tembaine Tafelberg im J’Bil Nationalpark fahren. Unsere roten Packsäcke mit ein bisschen Gepäck lassen wir bei Achmed am Campingplatz, da wir nach unserer Wüstentour wieder hierher kommen werden. Je leichter die Maschinen im Sand sind, desto besser. Das zeigt sich auch gleich nach den ersten zehn Kilometern Sandpiste, wo ich bei Tiefsand und Spurrillen echt froh bin, doch etwas Gepäck aussortiert zu haben.

Mit geringem Luftdruck klappt es eigentlich recht gut, dennoch habe ich hier schon die ersten zwei Stürze. Es passiert Gott sei Dank nichts, im Sand fällt man weich, und so kann es nach einer ruhigen Zeltnacht mitten in der Wüste lediglich mit etwas Muskelverspannung weiter gehen. Wir dachten eigentlich, dass Pisten in einem Nationalpark gepflegt und ein bisschen frei geschoben sind, aber dem ist nicht so.

Wir graben uns 50 Kilometer durch tiefe Spurrillen, über Wellblech und am Schluss über bis zu zehn Meter hohe Dünen! Neben sechs Stürzen habe ich an diesem Tag eine kaputte Scheibe, eine zerquetschte Aluflasche und einen krummen Lenker zu beklagen. Zum Glück habe ich meinen persönlichen Mechaniker dabei, Josh kann noch zwischen den Dünen alles wieder einigermaßen richten.

Wasser

Angekommen im Camp Mars

Joshua Steinberg und Joana Breitbart im Camp Mars | © Joshua Steinberg

Als die Dünen sich endlich lichten, tauchen am Horizont viele weiße Beduinen Zelte auf. Wir sind am Camp Mars angekommen. Da man zu Corona Zeiten nie weiß, ob man an solch abgelegen Orten auch Menschen antrifft, fahren wir etwas zweifelnd die Hügel zum Camp hinunter. Gut wäre es, wenn jemand da wäre, denn unsere Wasservorräte reichen noch einen weiteren Tag, doch wir wissen nicht wie die Piste weiter verläuft und ob es an einem weiteren Tag machbar ist.

Uns kommen dann aber nach kurzer Zeit zwei Männer entgegengelaufen, sie haben uns vom Camp aus schon gesehen. Auf mein „Hallo“ bekomme ich nur einen lauten Lacher als Antwort mit der Frage: „Das ist eine Frau?“ Scheinbar kommt es nicht so oft vor, dass hier Frauen auf dem Motorrad ankommen. Das schmeichelt mir doch sehr! Im Camp sind dann sogar noch mehr Leute, denn für den Abend haben sich tatsächlich ein paar tunesische Touristen angekündigt.

Das ist unser Glück, wir können unsere Vorräte auffüllen, bekommen einen super Kaffee serviert und abends vom Chef persönlich ein Drei-Gänge-Menü gekocht. Am nächsten Morgen sogar noch ein leckeres Frühstücksbuffet. Unser Zelt dürfen wir einfach neben den Beduinen Zelten aufbauen und zahlen müssen wir für die Nacht auch nichts. Bei unserer Abreise am nächsten Morgen wünschen uns alle viel Glück und wenig Stürze und Chekan, der Chef, gibt uns noch seine Telefonnummer, falls wir irgendwie doch noch Hilfe brauchen. Bei dieser Gastfreundschaft hat sich der beschwerliche Weg hierher absolut gelohnt!

Endlich in der Oase Ksar Ghilane

Achmed backt Sandbrot

Achmed backt Sandbrot | © Joshua Steinberg

Wir verlassen den Nationalpark in Richtung Osten, unser nächstes Ziel ist die Oase Ksar Ghilane mit ihren heißen Quellen. Das heißt aber auch, zuerst die ganze Dünen Passage wieder zurück zu fahren plus weitere 80 Kilometer Piste mit hoher Dünenwahrscheinlichkeit zwischendrin. Natürlich bleiben ein paar weitere Stürze nicht aus, auch Josh stürzt zweimal und in einem Dünen Abschnitt muss er dann sogar beide Mopeds fahren.

So gut es bis hierin geklappt hat, das kann ich an der Stelle leider nicht mehr. Aber da es für Josh wie ein Spiel in einem riesengroßen Sandkasten ist, hat er mit viel Freude und Energie beide Maschine innerhalb einer Stunde über die kurvige und steile Dünenpassage bugsiert. Während ich froh bin, dass die Piste danach wieder einfacher wird, steht er hüpfend und grinsend vor mir und fragt: „Wollen wir das nochmal zurück fahren?“ Typisch Josh halt!

Ziemlich erschöpft und eingesandet kommen wir schließlich von Westen in Ksar Ghilane an. Erstaunt werden wir bei unserer Ankunft gemustert. „Kommt ihr aus der Wüste?“, fragen sie ganz ungläubig, denn wir kommen tatsächlich zur anderen Seite in den Ort hinein, als eigentlich üblich. „Ja…?!“, sagen wir. „Alleine?“ Josh versteht tatsächlich die Frage nicht und meint: „Nee, zu zweit!“ – „Ja, ja, aber, ohne Führer“ wird die Frage dann lachend präzisiert, „aus der Wüste?“

Baden in heisser Quelle in Ksar Ghilane

das Abenteuer leben und genießen: Baden in der heissen Quelle von Ksar Ghilane | © Joshua Steinberg

Wir schauen uns nur fragend an: „Äahh, ja klar!“, scheinbar passiert es nicht so oft, dass zwei Biker mit Gepäck beladen aus dieser Richtung kommen! Viel Mut und Courage hätten wir, meint der Herr vom Campingplatz, auf dem wir uns niederlassen. Wir bleiben ein paar Tage, gönnen uns mehr als üblich und gehen lieber essen und campen auf den Plätzen hier, um die Menschen zu unterstützen! Sie können es gut gebrauchen!

Good by

Das Abenteuer leben und gut ankommen | © Joshua Steinberg

Abenteuer leben – aktuelle Infos zur Tour

Welche Abenteuer die beiden noch erlebt haben könnt ihr unter
https://www.wetzlosweltwärts.de/index.php nachlesen.

Wo Joshua Steinberg und Joana Breitbart gerade aktuell sind, findet ihr hier.

Das Abenteuer leben und selbst losziehen:

Entdeckungen im Land der 1.000 Seen

Die Nomaden des Nordens

 

Joshua Steinberg

Joshua Steinberg und Joana Breitbart reisen mit dem Motorrad um die Welt. Es geht dabei nicht darum einfach mit dem Motorrad um die Welt zu fahren, das ist ihr großer Traum. Es geht darum, dass jeder seine Träume verwirklichen sollte und das ungeachtet der Hindernisse und Risiken.

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