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Update Airlines | Flugstreichungen wegen Corona

Air France Business Class im Test: Blick in die Kabine
Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Immer mehr Staaten riegeln ihre Grenzen ab, um eine weitere Ausbreitung der Coronavirus zu verhindern. Dies hat massive Folgen für den Luftverkehr. Viele Fluggesellschaften streichen alle Flüge, andere dünnen das Angebot massiv aus. Hier unsere laufend aktualisierte Übersicht

last update: 31. März 14.10 Uhr

Aegan streicht alle internationalen Flüge ab dem 26. März.

Air Baltic Flugstopp bis einschließlich 14. April 2020.

Air Dolomiti stellt vom 18. März bis zum 19. April alle Flüge ein

Air France und KLM reduzieren das Flug-Angebot um 70 bis 90 Prozent .

Air Malta stellt vorübergehend den Flugbetrieb ein. Grund: Ein Erlass der maltesischen Gesundheitsbehörde, dass alle kommerziellen Reisen nach Malta einzustellen sind.

Air Namibia Keine Flüge von Frankfurt nach Windhoek mehr, zunächst bis 12. April.

ANA fliegt weiter von Tokio nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Wien, aber mit verschlanktem Flugplan vom 29. März bis zum 24. April.

Austrian Airlines  stellt ab 18. März 2020 den Flugbetrieb ein, zunächst bis zum 28. März 2020.

Brussels Airlines stellt den Flugbetrieb vom 21. März bis 19. April ein.

Czech Airlines (CSA) Die Fluggesellschaft hat ihren Betrieb bis zum 11. April von und nach Prag eingestellt.

Condor streicht wegen Einreise-Verbot für deutsche Staatsbürger Flüge in die USA,  Dominikanische Republik, Türkei und Marroko und hilft bei der Koordination von Sonderflügen nach Deutschland. Ferienflieger bringt in den nächsten Tagen mindestens 50.000 Urlauber nach Hause, als Teil der Initiative „Luftbrücke“ des Auswärtigen Amtes. Unter www.condor.com/fly-home können Urlauber, die sich derzeit im Ausland befinden, über ein Onlineformular anmelden. Auf dieser Basis entsendet das Auswärtige Amt die benötigen Sonderflüge, bei denen auch Condor zum Einsatz kommt. Gäste, die vom Auswärtigen Amt über ihren Rückflug informiert werden und diesen in Anspruch nehmen, müssen vor Flugantritt ein Formular des Auswärtigen Amts ausfüllen und werden dann umgehend befördert.

Easyjet legt die komplette Flotte auf unbestimmte Zeit still.

Emirates streicht alle Flüge von und nach Dubai vom 25. März für mindestens 14 Tage.

Etihad stellt alle Flüge zum und vom internationalen Flughafen Abu Dhabi ab Mittwoch, den 25. März um 23:59 Uhr ein.

Eurowings Europe und Germanwings Flugplan von Eurowings Deutschland wird ab 25. März auf rund zehn Prozent reduziert.

Finnair stellt 90 Prozent seiner Flüge ein.

Latam streicht 90 Prozent seiner internationalen Flüge.

LOT streicht alle Linienflüge bis zum 28. März.

Lufthansa Aktuell fliegen die Airlines der Gruppe nur noch fünf Prozent des Angebots. Ab dem 23. März werden nur noch sieben Langstreckenziele – von Frankfurt aus – angeflogen: Bangkok, Chicago, Johannesburg, Montreal, New York, São Paulo, Tokio.

Oman Air setzt ab 29. März alle Langstreckenflüge aus, regionale Flüge werden weiterhin durchgeführt.

Qantas und Jetstar reduzieren ihre Flüge bis Ende Mai um rund 90 Prozent.

Qatar Airways macht das Gegenteil von fast allen anderen Airlines weltweit und hat am 24. März  angekündigt, trotz Corona-Krise weiterhin täglich rund 150 Flüge zu 70 Zielen durchzuführen und ergänzt, dass diese Zahl bei entsprechender Nachfrage sogar noch gesteigert werden könne.

Ryanair streicht ab 25. März alle Passagierflüge für mindestens zwei Monate.

SAS hat den Flugbetrieb ab 16. März fast komplett eingestellt.

Singapore Airlines lässt bis Ende April fast alle Maschinen am Boden, auch die der Lowcost-Tochter Scoot. In Deutschland fallen alle SIA-Flüge bis Ende Mai aus.

South African Airways streicht alle Flüge bis zum 31. Mai.

Swiss arbeitet ab dem 23. März mit dem sogenannten „Minimumflugplan“. Dann sind nur noch eine Langstrecken- und fünf Kurzstreckenmaschinen unterwegs, ab Zürich werden nur noch folgende Ziele angeflogen: Amsterdam, Berlin, Brüssel, Dublin, Hamburg, London-Heathrow, Lissabon, Stockholm sowie Newark Liberty International/New York.

TAP lässt seine Flotte am Boden bsi auf 11 Langstreckenflügen nach Nord- und Südamerika pro Woche und gut 20 wöchentlichen Flüge in Europa.

Thai Airways legt den Flugbetrieb vom 1. April bis 31. Mai still

Turkish Airlines streicht alle Flüge nach und von Frankreich, Spanien, Norwegen, Dänemark, Belgien, Schweden, Niederlande und Österreich bis zum 17. April.

United Airlines reduziert seine Flugpläne für den April um 60 Prozent, die Zahl internationaler Flüge sinkt sogar um 85 Prozent.

Vietnam Airlines streicht bis Ende April alle internationalen Flüge. Nach Deutschland und Österreich wird noch bis 24. März geflogen, geplante letzte Rückflüge nach Vietnam: 25. März geplant.

Kostenfreie Umbuchungen

Viele Airline bieten ihren Kunden kostenfreie Umbuchungen an. Details zu den Konditionen findet man auf den Websites der Fluggesellschaften.

Update Lufthansa-Gruppe: Aktuell können bei Lufthansa und Swiss online weder Umbuchungen vorgenommen noch  eine Rückerstattung beantragt werden. Lufthansa vermeldet auf seiner Website: „Leider ist es uns derzeit noch nicht möglich, diese Services online anzubieten. Aufgrund der aktuellen hohen Belastung und der flexiblen Umbuchung, bitten wir Sie, sich derzeit nur bei unserem Servicecenter zu melden, wenn Ihr Flug innerhalb der nächsten 72 Stunden stattfindet.“

Unfaire Stornierungen

Stornierungen gebuchter Flüge können teuer werden. Das liegt daran, das nur der reine Flugpreis, nicht aber die Gebühren, Steuern und Zuschläge erstattet werden, die nach Berechnungen der Airlines oft deutlich höher ausfallen als der reine Flugpreis.

Da kommt es schon mal vor, dass die Buchungsbestätigung für einen Lufthansa-Flug von München nach Heraklion von 188 Euro für den Flug und von 85,05 Euro Gebühren, Steuern und Zuschläge spricht. Bei einer Stornierungsanfrage meldet die Website plötzlich für den Flug nur noch erstattungsfähige 59,08 Euro – und 214 Euro für Gebühren, Steuern und Zuschläge, die nicht erstattbar sind.

Milliardenverluste deutscher Veranstalter

Der Umsatzausfall bei deutschen Reiseveranstaltern und Reisebüros summiert sich nach Hochrechnungen des Deutschen Reiseverbandes (DRV) bis Ende April auf mehr als 4,8 Milliarden Euro.

Reisen werden storniert, Veranstalter müssen das Geld an die Kunden zurückzahlen, Kunden zögern mit Neubuchungen. Damit fehlt Liquidität. „Ein Schutzschirm für die Reisewirtschaft ist jetzt dringend notwendig. Die Politik ist gefordert, diese Umsatzausfälle mit einer Beihilfe auszugleichen“, fordert der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig.

Alternativ könnten die Kunden einstweilen auf die Barauszahlung der bereits entrichteten Reisepreise verzichten und stattdessen eine Reisegutschrift des Veranstalters erbitten – inklusive Staatsgarantie. Diese kann dann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Situation wieder normalisiert hat, in dem jeweiligen Reisebüro eingelöst werden.

Bildquellen

  • Air France_Business Class: © Air France

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von ABENTEUER UND REISEN liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.