Länderberichte

Australiens Süden | Tierische Begegnungen

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Auf dem Fünften Kontinent spielen Tiere eine wichtige Rolle: Kängurus etwa finden sich auf Münzen, im offiziellen Wappen und bei Australiens größter Fluglinie Qantas – in Gestalt des Firmenlogos – auf dem Seitenleitwerk. Echten Wildtieren können Naturliebhaber dann vor Ort ganz nahe kommen. Wir sagen wo!

Australiens populäres Nationalsymbol schläft viel: bis zu 20 Stunden am Tag. Also bleibt denjenigen, die unbedingt einen der knuddeligen Koalas in freier Wildbahn sehen wollen, nur eines übrig: nach oben gucken und zwischen den Eukalyptusblättern suchen. In der Hanson Bay Wildlife Sanctuary auf Kangaroo Island stehen die Chancen für eine Sichtung außerordentlich gut, ebenso in der Tower Hill Wildlife Reserve nahe Warrnambool und in der Healesville Sanctuary im Herzen des Yarra Valley.

Mit Seelöwen schwimmen ist der Traum vieler Tierfans – in der Baird Bay ist’s möglich

Ein Bad mit dem Bullen

Wie graue Steine sehen sie aus, die Seelöwen, die in einer Kolonie im Seal Bay Conservation Park auf Kangaroo Island leben. Dank eines 400 Meter langen Holzstegs mit Aussichtsplattform können Besucher den Tieren ganz nahe kommen, ohne sie zu stören. In der Baird Bay auf der rund 400 Kilometer nordwestlich von Adelaide gelegenen Eyre Pen­insula können Mutige gar mit Seelöwen schwimmen – in Begleitung eines Guides. Auch Delfine gesellen sich hier gerne dazu. Noch viel mehr, rund 1.000 wilde Tiere, sind im nur 20 Minuten vom Stadtzentrum Adelaides entfernten Glenelg beheimatet. Stark: Im Rahmen einer Segeltour kann man mit ihnen im Wasser herumtollen. Noch Mutigere buchen Käfigtauchen mit Weißen Haien – in Port Lincoln im Süden der Eyre Peninsula.

Wombats mögen sehr ungeschick aus­sehen, wenn sie durch die Gegend watscheln, aber sie können bis zu 40 Stundenkilometer schnell rennen

Skurrile Nachtgestalten

Wombats sind Kult! Sie zählen zur Gattung der Beutelsäuger, bringen immerhin bis zu 40 Kilo auf die Waage und muten wie eine Kreuzung aus Borstenschwein, Mini-Bär und Hamster an. Aufspüren lassen sich die Tiere zum Beispiel im Wilsons Promontory National Park, dem südlichsten Punkt des australischen Festlands. Und das vornehmlich in der Dämmerung. Die Stirnlampe gehört also bei Wombat-Suchern unbedingt ins Gepäck!

Der Speiseplan von Kängurus schließt auch Weinreben ein

Freudenhüpfer

Geschätzte 30 bis 60 Millionen Kängurus leben in Australien. Wer hier Urlaub macht, der wird ihnen also fast zwangsläufig begegnen. Im Wilsons Promontory National Park und im Grampians National Park stehen die Chancen dafür besonders gut. Ganz nah ans Meer, nämlich bis zum Strand, trauen sich die Beuteltiere in der Stokes Bay auf Kangaroo Island. Die Insel gilt ohnehin als Mekka für Tierliebhaber: Separiert vom Festland erhielt sich hier eine einzigartige Artenvielfalt mit ungefähr 260 Vogelarten, Ameisen­igeln, Wallabys, Waranen und vielen mehr.

Zwergpinguine gehen stets in Klein­gruppen auf Fischjagd

Frackparade

An Eleganz nicht zu übertreffen: Jeden Abend bei Sonnenuntergang watscheln allein am Summerland Beach auf Phillip Island mehrere Hundert (und im Dezember auch mal tausend) putzige Wesen im Frack vom Wasser über den Strand, um ihr Nest in den Dünen aufzusuchen. Hier – lediglich 90 Minuten von der Millionenstadt Melbourne entfernt – leben die mit gerade einmal bis zu 33 Zentimetern kleinsten Pinguine der Welt. Den täglichen Marsch der sogenannten Zwergpinguine können Besucher entweder von Holzstegen oder von Aussichtsplattformen beobachten. Wem das nicht reicht und wer zudem an weiterem Tierwissen interessiert ist, der bucht eine Sonderführung mit einem Ranger am Strand.

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Expertentipps

Alexander Eick

Tipp 1: Lohnenswert ist ein Abstecher von Ade­laide zum Kaiserstuhl Conservation Park in den Barossa Ranges. Hier können Sie durch eine Landschaft mit Busch, Bäch­en und Felsen spazieren, herrliche Panoramaaussichten bis zum Barossa Valley genießen und heimische Pflanzen- und Tierarten erleben. Besonders in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden sind die Chancen gut, Kängurus in freier Wildbahn zu beobachten.
Alexander Eick, Reiseexperte von TravelEssence

Ralf Borchers

Tipp 2: Wenn Sie auf der Great Ocean Road unter­wegs sind, sollten Sie einen Abstecher zum Great Otway National Park machen. Dort locken Regenwald, Wasserfälle und jede Menge Tiere. So lassen sich in den Eukalyptusbäumen zahlreiche Koalas entdecken!
Ralf Borchers, Reiseexperte von TravelEssence


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Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von abenteuer und reisen.

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