Länderberichte

City-Check | Viel Innsbruck für wenig Geld

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

City-Trip oder Skiurlaub? Oder? Und! In der sportverrückten,
zweimaligen Olympiastadt am Inn geht beides. Vormittags
Sightseeing, nachmittags Skifahren, abends Ausgehen –
in der „Hauptstadt der Alpen“ ist immer was los. Elf Tipps
für ein gelungenes und gut finanzierbares Wochenende

Omm - im "Nala Individuelhotel" findet man seine Ruhe, auch wenn es mitten in der Innenstadt liegt

Omm – im „Nala Individuelhotel“ findet man seine Ruhe, auch wenn es mitten in der Innenstadt liegt

Zimmer mit Charakter

Im schicken, aber angenehm-unperfekten „Nala Individuellhotel“ (Müllerstraße 15) ist jedes Zimmer anders gestaltet. Mal ganz in Gold, mal asiatisch, mal mit Zugang zum Garten. Der ist mit seinen Wasserläufen ohnehin eine Wucht. Im Winter noch wichtiger: die Feuerstelle auf der Dachterrasse. Und die lauschige Bar mit netten Gesprächsnischen. DZ pro Person: ab 49 Euro

So leer ist es selten im "Café Central" - höchstens kurz nach der Öffnung um 6.30 Uhr …

So leer ist es selten im „Café Central“ – höchstens kurz nach der Öffnung um 6.30 Uhr …

Kaffee mit Geschichte

Wiener Kaffeekultur gibt’s auch in Innsbruck: im „Café Central“ (Gilmstraße 5) gegenüber dem neuen Shoppingmekka „Kaufhaus Tyrol“. Was es in einem der schönsten Kaffeehäuser Europas gibt: rund ein Dutzend Kaffeespezialitäten und jede Menge Zeitungen und Zeitschriften. Was es nicht gibt: Radiogedudel, Cappuccino (der heißt hier Wiener Melange!) und Zigarettenqualm. Einspänner mit viel Sahne: 3,60 Euro

Bei Sonnenschein kommt das Goldene Dachl besonders gut zur Geltung

Bei Sonnenschein kommt das Goldene Dachl besonders gut zur Geltung

Bummel mit Erlebniswert

Spazieren, shoppen, staunen! Da sind in der Maria-Theresien-Straße zum einen die edlen Geschäfte und zum anderen die Gassen der Altstadt mit ihren stuckverzierten Häusern. Best-of: Hofkirche, Hofburg, Goldenes Dachl und das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum mit seiner Zeitreise durch 30.000 Jahre. Oder das im Jahr 2013 eröffnete „Audioversum“, eine interaktive Ausstellung rund ums Hören. Zum Brüllen: der Schreiraum! Eintritt Audioversum: 7,50 Euro

South Tyrolean bacon

Mit Speck fängt man Mäuse … und Passanten in der Innsbrucker Innenstadt

Pause mit Speck

So ein Stadtrundgang macht hungrig. Was man dagegen tun kann? Ab ins gerade einmal rund sieben Quadratmeter große „S’Speckladele“ in der Stiftgasse 4! Das ist keine vier Minuten vom Goldenen Dachl entfernt. In demwinzigen Laden bedient Thomas Lackner jeden persönlich. Doch die Geschäftsgröße verhält sich umgekehrt proportional zu Qualität und Angebot. Neben hochwertigen Hartwürsten und Speckvariationen aller Art lassen sich auch Käse und Brot erstehen, also alles für die Jause zwischendurch. 10 Miniteufel (Kleinstwürste): 4 Euro

Ufo-Architektur made by Zaha Hadid

Ufo-Architektur made by Zaha Hadid

Bergbahn mit Wow-Faktor

Mit dem ÖPNV auf die Skipiste: Direkt am zentralen Kongress- und Konzerthaus führt die Hungerburgbahn zur Talstation des Skigebiets Nordkette mit Superpipe und Freeride-Areal. Architekturfans freuen sich über Zaha Hadids futuristische Stationen der Standseilbahn. Skipass ab 14 Uhr inkl. Bahn: 20,90 Euro

Im Schnee ist der Alpenzoo-Besuch ein ganz besonderes Erlebnis

Im Schnee ist der Alpenzoo-Besuch ein ganz besonderes Erlebnis

Spaziergang mit Tierbesuch

Unterwegs unbedingt an der Station Alpenzoo aussteigen! Die kreativ in den Berghang drapierten, über 20 Gehege, Vogelvolieren und Freilandterrarien beher bergen eine einmalige Sammlung von etwa 150 Tierarten des europäischen Alpenraums. Unter anderem sind Bartgeier, Braunbären, Wölfe und Wisente zu sehen. Eintritt: 10 Euro

Ein Platz an der Sonne – und mitten im Schneee hoch über Innsbruck

Ein Platz an der Sonne – und mitten im Schneee hoch über Innsbruck

Iglu mit DJ-Beschallung

Danach geht’s weiter bergauf. Im Skipass inkludiert ist auch die Panorama-Gondel der Sektion II Seegrube. Nicht nur die Aussicht auf sechs Pisten für alle Könnensstufen und auf die Hafelekarrinne, eine der steilsten Skiabfahrten in Europa, ist großartig, sondern auch die auf Innsbruck – erst recht von den Liegen vor der Iglu-Bar „Cloud 9“ auf 1.905 Metern. Sehenswert sind auch die kunstvoll mit Lichtelementen in Szene gesetzten Eisschnitzereien. Bis April wird freitags zu DJ-Klängen gefeiert, bis der Schnee schmilzt … Liegestuhl: 0 Euro

Bei Oskar kommt man schnell ins Gespräch - kein Wunder, bei der überschaubaren Restaurantgröße!

Bei Oscar kommt man schnell ins Gespräch – kein Wunder, bei der überschaubaren Restaurantgröße!

Menü mit Anschluss

Ein Raum, ein Tisch, ein Koch: Das ist das Konzept von „Oscar kocht!“ (Defreggerstraße 21), dem kleinsten Restaurant der Stadt. Gekocht wird nur vegetarisch und fast ausschließlich mit regionalen Bioprodukten. Naja, bei so manchem Gericht mit mexikanischem Einschlag – eine Spezialität des Hauses – darf auch Exotisches mit in den Topf. Spannend ist aber nicht nur, was Oscar kulinarisch zaubert (mittags kleine Gerichte, am Abend Sechs-Gänge-Menüs), sondern auch, wer mit am Tisch sitzt. Bei maximal acht Plätzen kommt man immer ins Gespräch … Mittagsgericht: 8 Euro

Hohe Räume, hohe Lage – die Bar des "Adlers"-Hotel befindet sich im obersten Stock des höchsten Hauses von Innsbruck

Hohe Räume, hohe Lage – die Bar des „Adlers“-Hotel befindet sich im obersten Stock des höchsten Hauses von Innsbruck

Bar mit Aussicht

Die Familie Ultsch macht mit ihren lässigen „Harry’s Home“-Hotels gerade Furore. In Innsbruck haben sie ihr Headquarter und eröffneten vor wenigen Jahren das „Adlers“ am Hauptbahnhof – untergebracht im höchsten Haus der Stadt. Top ist auch das Restaurant samt stylisher Bar und Terrasse im zwölften Stock. Dort dürfen sich auch Nicht-Hotelgäste über chillige Lounge-Musik und Cocktails mit Lokalkolorit wie „Innsbruck Sour“ freuen, die man per Tablet bestellt. Innsbruck Sour: 5 Euro

Innsbrucks neues Wahrzeichen: die Bergisel-Schanze

Innsbrucks neues Wahrzeichen: die Bergisel-Schanze

Schanze mit Olympiaflair

Wo am Bergisel einst die Front der Tiroler Freiheitskämpfer verlief (im modernen „Tirol Panorama“ vor Ort zu sehen!), fliegen seit Jahrzehnten die Skispringer. Seit 2002 tun sie das von der ebenfalls von Hadid entworfenen Schanze. Im Sommer findet täglich von 10 bis 15 Uhr ein Showspringen statt, Anfang Januar die Vierschanzentournee. Eintritt Schanze: 9,50 Euro

Wer sagt denn, dass ein Wok nur zum Kochen da ist?

Wer sagt denn, dass ein Wok nur zum Kochen da ist?

Highspeed mit Wok

Die Wok-WM, bei der Stefan Raab und Co. mit bis zu 100 Sachen den Eiskanal hinabflitzten, ist zwar Geschichte, aber auf der 1.270-Meter-Olympiabahn von Igls können Mutige selbst diesen Thrill erleben. In der Asia-Pfanne (85 Euro), im Viererbob oder – neu – im Skeleton kopfüber in den Eiskanal. Fahrt im Gästebob: 30 Euro pro Person

Infos

Mit der Innsbruck Card (39 Euro für 24 Stunden) ist der ÖPNV sowie je eine Berg- und Talfahrt mit den Bergbahnen kostenlos, ferner alle Museen, der Shuttlebus „The Sightseer“ und Stadtführungen. Alle weiteren Infos über Innsbruck Tourismus.

Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von abenteuer und reisen.

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