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Unterwegs im Baltikum | Estland, Lettland, Litauen

Bischofsburg Kuressaare Estland
© Rainer Süvirand / Visit Estonia

Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind perfekt für einen Wochenendtrip. Hier sind unsere Baltikum-Tipps.

Baltikum-Tipps Estland

Es genügen ein paar Tage, um einen Eindruck von der fast unberührten Natur der Nordländer, den charmanten Städten, der lebendigen Kulturszene und der Gastfreundschaft der Menschen zu bekommen. Doch es lohnt sich, mehr Zeit einzuplanen, um das Baltikum richtig kennenzulernen. Egal wo Sie sich befinden, an Ordensburgen, weiten Stränden, Mooren, Wäldern und viel Wasser werden Sie bestimmt vorbeikommen.

Gutshäuser, Findlinge und verschlafene Dörfer

Estlands Küste

Estlands Küste ist malerisch | © Peeter Sirge / Visit Estonia

Mit Findlingen gesprenkelte Küsten, schilfbewachsene Ufer, aber auch Sandstrände, verschlafene Dörfer, Wiesen, Wälder, Moore und eine weitgehend intakte Natur machen den Reiz des Lahemaa-Nationalparks aus. Das estnische Wort Lahemaa bedeutet „Land der Buchten“, was ein Blick auf die Karte bestätigt, denn wie Finger schieben sich große Halbinseln weit ins Meer.

Dazwischen liegen große, flache Buchten. Käsmu, das schönste Dorf im Lahemaa, erstreckt sich in einem ausgedehnten Findlingsfeld.

Inmitten dieser wunderschönen Natur liegen einige der bekanntesten Gutshöfe Estlands, die vom deutschbaltischen Adel im 18. und 19. Jahrhundert errichtet wurden. Rund 250 Jahre residierte die deutschbaltische Familie von der Pahlen auf Palmse, dem Schmuckstück der estnischen Gutshäuser.

Gutshaus Sagadi Estland

Gutshaus Sagadi | © Tanel Murd / Visit Estonia

Das Gutshaus Sagadi erhielt Ende des 18. Jahrhunderts sein spätbarockes Aussehen mit einer Fassade in Rosa und Weiß, heute beherbergt es das Wald- und Gutshof-Museum, eine Naturschule, ein Hotel sowie ein Restaurant.

Bis zur Umsiedlung des deutschbaltischen Adels gehörte der Gutshof Vihula mit rund zwei Dutzend Gebäuden der Familie von Schubert, die das Haupthaus im Stil der Neorenaissance umbauen ließ. Nach aufwändiger Sanierung wurde die Gutsanlage zum luxuriösen Spa-Hotel.

www.palmse.ee

www.sagadi.ee

www.vihulamanor.com

Ein See wie ein Meer

Seit Menschengedenken verläuft durch den Peipus-See die Grenze zwischen Russland und Estland. Seine Wasserfläche, immerhin fast siebenmal so groß wie der Bodensee, reicht bis zum Horizont, sodass man sich fast am Meer wähnt. Doch das Wasser ist so flach, dass man oft mehrere Hundert Meter in den See laufen muss, bis man schwimmen kann.

An seinem Nordufer gibt es lange, einsame Sandstrände, geschützt durch Dünen und Föhrenwälder. Die Menschen am See leben hauptsächlich von Fischfang und Gemüseanbau.

Zwiebelroute Estland

Zwiebelzöpfe entlang der Zwiebelroute | © Magnus Heinmets / Visit Estonia

Die Straßendörfer Kolkja, Kasepää und Varnja bilden das Zentrum der Altgläubigen, die sich seit dem 18. Jahrhundert als russische Glaubensflüchtlinge am Westufer des Peipus-Sees angesiedelt haben. In ihren Gemüsegärten bauen sie fast ausschließlich Zwiebeln an und bieten sie, zu Ketten geflochten, entlang der Straße an.

Auf der Zwiebelroute, die auch zum Schloss Alatskivi führt, das Ähnlichkeit mit dem Schottischen Balmoral hat, kann man das Siedlungsgebiet der Altgläubigen erkunden.

www.sibulatee.ee

Wellness mit Blick auf die Bischofsburg

Saareema, die größte estnische Ostseeinsel, ist nur dünn besiedelt, die einzige Stadt Kuressaare liegt an der Südküste, ansonsten gibt es nur kleine Dörfer und Einzelgehöfte. Moore, Kiefern- und Birkenwälder, Wiesen und Äcker bestimmen über weite Strecken das Bild der Insel. Nach Kuressaare kommen Besucher vor allem wegen der Bischofsburg und der Kurhotels.

Bischofsburg Kuressaare Estland

Bischofsburg Kuressaare | © Rainer Süvirand

Die trutzige Bischofsburg aus dem 13. Jahrhundert zählt zu den bedeutendsten Baudenkmälern des Baltikums. Sie hat alle Streitigkeiten um die strategisch wichtige Insel miterlebt, hat Deutsche, Dänen, Schweden und Russen als Herrscher erdulden müssen.

Die strenge, geometrische, spätgotische Architektur verleiht ihr Schönheit, die über 20 Meter hohen, fast fensterlosen Mauern vermitteln den Eindruck von Uneinnehmbarkeit.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg mit einer Ringmauer ausgestattet, mit Kanonentürmen verstärkt und mit Erdwällen, Bastionen und Wassergräben umgeben. In der Nähe des Einganges steht das alte hölzerne Kurhaus vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Seit einigen Jahren erinnert sich Kuressaare wieder seiner langen Tradition als Kurort, die modernen Kurhotels setzten vor allem auf die wohltuende Wirkung des Heilschlamms.

www.visitsaaremaa.ee

www.saaremaamuuseum.ee

Klassizistische Pracht und ein neues Nationalmuseum

Tartu Estland

Tartu | © Riina Varol / Visit Estonia

Tartu, die älteste Stadt des Baltikums, fühlt sich als geistiges Zentrum Estlands, denn schon 1632 wurde die Universität gegründet. Studenten prägen Stadtbild und Kultur und machen Tartu zu einer quicklebendigen Stadt, die vor allem durch die Vielzahl klassizistischer Häuser erstaunt.

Die schönsten säumen den trapezförmigen Rathausplatz. Sofort ins Auge fällt hier der Brunnen, in dessen Mitte eine Skulptur von zwei sich küssenden Studenten zeigt. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt gibt es viel zu entdecken, das klassizistische Hauptgebäude der Universität, die frühgotische Johanneskirche und als Keimzelle der Stadt den Domberg.

Nationalmuseum Estland

Das neuen Nationalmuseums Estlands ist ein futuristische Bau aus Glas und Stahl | © ERM – Arp Karm / Visit Estonia

Der Bau des neuen Nationalmuseums außerhalb des Zentrums war für das kleine Estland eine finanzielle Herausforderung, aber auch eine Herzensangelegenheit. Der futuristische Bau aus Glas und Stahl auf dem Gelände einer ehemaligen sowjetischen Militärbasis bildet leicht ansteigend die Verlängerung der ehemaligen Startbahn des Flughafens und ist beeindruckende 335 m lang.

Das Nationalmuseum mit dem weit ausladenden Dach im Eingangsbereich wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen bedacht. Erst aus der Nähe erkennt man, dass die Fassade mit kleinen, weißen Sternmustern übersät ist, sie zählen zu den traditionellen estnischen Motiven.

„Freude für einen ganzen Tag“ verspricht der Museumsprospekt – man sollte sogar bis zum Einbruch der Dunkelheit bleiben, denn dann wirkt das erleuchtete Gebäude wie ein UFO.

https://visittartu.com

Baltikum-Tipps Lettland

Ordensburg im Gauja-Nationalpark

Ordensburg in Cēsis Lettland

Die Ordensburg in Cēsis war einst eine der mächtigsten Festungen des Deutschen Ordens im Baltikum | © latvia.travel

Die Ordensburg in Cēsis war einst eine der mächtigsten Festungen des Deutschen Ordens im Baltikum und Jahrhunderte lang Sitz des Deutschordensmeisters. In den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts wurde Burg Wenden, wie sie damals hieß, allerdings stark beschädigt und nie wieder komplett aufgebaut.

Doch selbst die Ruine, die in den letzten Jahren teilweise saniert wurde und ein modernes Besucherzentrum bekam, vermittelt einen guten Eindruck von der Wuchtigkeit der Anlage, die das Wahrzeichen der Altstadt von Cēsis bildet.

Einst Hansestadt, zählt Cēsis zu den ältesten Städten Lettlands, mit ihren verwinkelten Gassen und den Holzhäusern ist sie auch eine der schönsten. Durch ihre Lage im Gauja-Nationalpark bieten sich vielfältige Möglichkeiten für Bootstouren, Wanderungen, Ausritte und Radtouren.

Livländische Schweiz nennen die Letten diese von Urwäldern, Steilufern, Sandsteinfelsen und Höhlen geprägte Naturlandschaft. Von besonderer Schönheit ist das stellenweise tief eingeschnittene Tal der Gauja, die mitten durch den Nationalpark fließt.

https://cesupils.lv

Kurort mit nostalgischem Flair und Traumstrand

Traumstrand in Jūrmala Lettland

Relaxen am Traumstrand in Jūrmala | © latvia.travel

Nur rund eine halbe Stunde westlich von Rīga erstreckt sich ein 30 Kilometer langer, feiner und heller Sandstrand, der von Dünen und Kiefernwäldern flankiert wird. Hinter dem Strand reihen sich wie auf einer Perlenkette mehr als ein Dutzend ehemalige Fischerdörfer, die sich zu der Stadt Jūrmala zusammengeschlossen haben.

Schon im 19. Jahrhundert haben die Rīgaer an diesem Küstenstreifen ihre Datschen gebaut und den Sommer genossen.

Das gesunde Seeklima und der wohltuende Heilschlamm lockten schon bald Aristokraten und gekrönte Häupter in die Sommerfrische. So entwickelte sich Jūrmala zu einem international bekannten Kur- und Badeort. Die Zeit der gekrönten Häupter ist zwar schon längst vorbei, aber ein wenig ist von diesem Flair noch immer zu spüren, wenn man durch Jūrmala schlendert.

Viele der mit aufwändigen Schnitzereien verzierten Holzvillen aus dieser Zeit gibt es noch immer, mittlerweile stehen sie unter Denkmalschutz und werden nach und nach saniert. So verwandelt sich Jūrmala langsam wieder in den charmanten Kur- und Badeort von einst.

Auch auf Luxus muss man nicht mehr verzichten, denn die wenig fantasievollen Kureinrichtungen der Sowjetzeit haben sich in moderne Wellnesshotels verwandelt.

www.visitjurmala.lv

Ein Wasserfall, eine Brücke und alte Holzhäuser

Kuldiga Lettland

Kuldiga, die älteste Stadt Kurlands und einst Mitglied der Hanse und Bischofssitz | © latvia.travel

Kuldīga, die älteste Stadt Kurlands und einst Mitglied der Hanse und Bischofssitz, liegt am Ufer der Venta. Die Altstadt erstreckt sich rund um das alte Rathaus aus dem 17. Jahrhundert und das neue von 1860. In kaum einer anderen lettischen Stadt gibt es noch so viele Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, einige der schönsten stehen in der Baznīca iela.

Ins Auge fällt auch die Kirche der Heiligen Dreieinigkeit im Stil der italienischen Renaissance mit einem sehenswerten barocken Innenraum.

Eine Ziegelbrücke mit sieben Bögen, die an eine alte römische Brücke in Trier über die Mosel erinnert, überspannt die Venta. Von ihr hat man den besten Blick auf den Wasserfall der Venta, der sich zwar nur über eine rund zwei Meter, aber bis zu 250 Meter breite Stufe ergießt. Die Altstadt und die Brücke über die Venta werden seit 2008 von der UNESCO als Weltkulturerbe geführt.

https://visitkuldiga.com

Barocke Pracht mit Rokokoelementen

Schloss Rundale Lettland

Schloss Rundale – das Versailles des Baltikums | © latvia.travel

Schloss Rundāle ist das größte Barockensemble Lettlands und wird oft als Versailles des Baltikums bezeichnet. Entworfen wurde es vom italienischen Architekten Bartolomeo Francesco Rastrelli als Sommerresidenz für den späteren Herzog von Kurland Ernst Johann Biron, einen Günstling der Zarin Anna Iwanowna.

Vom Beginn des Baus bis zu seiner Fertigstellung 1769 vergingen mehr als 30 Jahre. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung ist die vollständige Instandsetzung des imposanten Barockschlosses mit Rokokoelementen mittlerweile abgeschlossen, was es nach Rīga zum meistbesuchten Reiseziel Lettlands macht. Die 138 Räume des Schlosses verteilen sich auf zwei Geschosse.

Im ersten Stock des Haupt- bzw. Südflügels befinden sich die Wohnräume des Herzogs, im Westflügel Gästeräume und im Ostflügel die Repräsentationsräume. Geld scheint bei der Innenausstattung keine Rolle gespielt zu haben.

Bemerkenswert sind die von Rastrelli geschaffenen, einzigartigen Paradetreppenhäuser mit ihren reich verzierten Wänden und geschnitzten Geländern, der Goldene Saal, das Porzellankabinett mit chinesischen und japanischen Vasen, der Tanzsaal mit seinem aufwändigen Stuck sowie das Rosenzimmer, dessen Wände aus künstlichem Marmor mit kolorierten Rosengirlanden geschmückt ist.

Das Schlossmuseum zeigt mehrere Ausstellungen, die unter anderem die Schlösser und Herzöge Kurlands thematisieren.

https://rundale.net

Baltikum-Tipps Litauen

City of Design und Kulturhauptstadt Europas

Kaunas, zweitgrößte Stadt Litauens, liegt am Zusammenfluss Nemunas (Memel) und Neris und ist für Litauen als Industrie-, Kultur- und Wissenschaftsstandort fast so bedeutend wie die Hauptstadt Vilnius. Nur der Tourismus spielt in Kaunas nicht die Rolle wie in Vilnius.

Unverständlich, denn wegen seiner modernistischen Architektur wurde Kaunas von der UNESCO in die Liste der „Cities of Design“ aufgenommen und 2022 ist man stolze Kulturhauptstadt Europas.

Kaunas Litauen

Kaunas – Kulturhauptstadt Europas 2022 | © Lithuania Travel

Strategisch günstig gelegen, wo die Neris in die breitere Memel mündet, zeugt die Ruine der Burg von Belagerungen und Eroberungen. Von der Burg ist man in wenigen Schritten in der Altstadt und am Rathausplatz mit seinen Kirchen und Bürgerhäusern. Die Vilniaus gatvė, heute Fußgängerzone mit Läden, Galerien, Cafés und Werkstätten, bildet die Verbindung zwischen Altstadt und Neustadt.

Auch die Freiheitsallee ist Fußgängerzone und verläuft als zentrale Achse durch die Neustadt. Hier zeigt sich Kaunas als „City of Design“ mit typischen Häusern im Stil des Modernismus. Zwei Museen sollten Sie auf keinen Fall versäumen: Das Nationale Kunstmuseum, das vor allem dem Malerkomponisten M. K. Čiurlionis gewidmet ist, der die Ideen des Symbolismus, der Neoromantik und des Art Nouveau vereint.

Weltweit einzigartig ist das Teufelsmuseum, das rund 3000 Teufelsdarstellungen präsentiert.

www.visit.kaunas.lt

Litauische Saharaillusionen

Kurische Nehrung Litauen

Kurische Nehrung | © Pixabay/zoosnow

Wind und Wellen haben die Kurische Nehrung geformt, einen schmalen Landstreifen zwischen dem stillen Wasser des Kurischen Haffs und der Ostsee. Die rund 100 Kilometer lange Landzunge beginnt beim russischen Kaliningrad und reicht bis ans litauische Klaipėda. Diese einzigartige Nehrungs-Landschaft ist seit 1991 Nationalpark und seit 2000 UNESCO-Welterbe.

Wilhelm von Humboldt, und nach ihm unzählige berühmte Reisende, waren von diesem Naturwunder fasziniert und haben Begriffe wie „längster Sandstrand Europas“ oder „litauische Sahara“ geprägt. Auch Thomas Mann war von der Schönheit der Nehrung so angetan, dass er sich in Nida ein reetgedecktes Ferienhaus mit „Italienblick“ bauen ließ.

Nida Häuser Litauen

Das touristische Interesse kulminiert in dem kleinen Ort Nida unweit der Grenze zum Kaliningrader Gebiet | © Pixabay/ Makalu

Ein endlos scheinender Strand, haushohe Wanderdünen, Landschaften, die an die Sahara erinnern, duftende Kiefern- und Birkenwälder und Dörfer mit malerischen Fischerkaten, all das macht die Schönheit der Kurischen Nehrung aus. Das touristische Interesse kulminiert in dem kleinen Ort Nida unweit der Grenze zum Kaliningrader Gebiet.

Jeder erklimmt von hier die Große Düne, schaut über das hitzeflimmernde Meer aus Sand hinüber nach Russland, sonnt sich am Ostseestrand und bewundert die denkmalgeschützten Fischerkaten, mit dem typischen geschnitzten Dachschmuck oder den Pferdeköpfen an den Giebeln und den blühenden Rosengärten hinter niedrigen Holzzäunen.

www.visitneringa.com

Frömmigkeit und Streben nach Unabhängigkeit

Šiauliai, viertgrößte Stadt Litauens, am östlichen Rand des schemaitischen Hochlandes wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und mit nüchternen Nachkriegsbauten wiederaufgebaut. Nur wenige Touristen machen einen längeren Stopp in Šiauliai, und doch befindet sich ganz in der Nähe eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Berg der Kreuze Litauen

Berg der Kreuze | © Pixabay/hrohmann

Etwa 17 km nördlich befindet sich am Fluss Kulpė ein Hügel, auf dem sich Tausende von Kreuzen um ein Bild der Muttergottes drängen. An großen Kreuzen wurden viele kleine befestigt, die kleinen wiederum mit Hunderten Rosenkränzen behängt. Mittlerweile führen nur noch schmale Pfade wie Schluchten zum Gipfel.

Souvenirhändler, die sich in der Nähe niedergelassen haben, sorgen für Nachschub und so ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Ebene rund um den Hügel immer mehr Kreuze aufgestellt werden.

Der Berg der Kreuze (Kryžių kalnas) ist ein nationaler Wallfahrtsort und von hohem symbolischem Wert für das litauische Unabhängigkeitsstreben, aber auch für die Volksfrömmigkeit.

Das massenhafte Aufstellen von Kreuzen begann nach den Aufständen von 1831 und 1863 zu Ehren der Opfer. 1961 und 1975 versuchten die Sowjets, dieses einmalige Denkmal zu zerstören und rückten mit Bulldozern an. Doch die Menschen ließen sich nicht einschüchtern und stellten immer wieder neue Kreuze auf.

Seit der Unabhängigkeit ist der Ort für Katholiken ein wichtiges religiöses Zentrum und eine der bedeutendsten Pilgerstätten Europas, die Papst Johannes Paul II. 1993 besucht hat.

Inselburg der Großfürsten

Inselburg Trakai Litauen

Inselburg Trakai | © Pixabay/Jacek50

Schlendert man heute durch die Kleinstadt Trakai, mag man kaum glauben, dass sie die mittelalterliche Hauptstadt Litauens und Residenz der Großfürsten war, bevor Vilnius zur Nummer Eins aufstieg. Die Umgebung mit ihren duftenden Kiefernwäldern, den grünen Tälern und vor allem mehreren Seen könnte nicht schöner sein und lohnt in jedem Fall einen Besuch.

Doch die meisten kommen wegen der Inselburg im Galvė-See. Nach Jahrhunderten des Verfalls präsentiert sich die Inselfestung heute in einem hervorragenden Zustand – so wie sie einst im 15. Jahrhundert ausgesehen haben dürfte. Auch wegen ihrer einmaligen Lage mitten im See zählt sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Litauens.

Über zwei hölzerne Fußgängerbrücken und eine dazwischen liegende Insel erreicht man die Inselfestung vom Festland. Durch den Vorturm gelangt man in einen trapezförmigen Hof, der von hohen Mauern und drei runden Türmen umgeben ist.

Früher diente diese Vorburg als Unterkunft für die Wachen sowie Munitions- und Waffenlager, heute sind in den Räumen Teile des historischen Museums untergebracht.

Über eine weitere Brücke betritt man den Donjon und kommt zu einem engen Innenhof. Hier hatten die Fürsten einst ihre Wohn- und Repräsentationsräume. In weiteren Räumen beleuchtet das Historische Museum sehr ausführlich die Geschichte der Burg und ihrer Bewohner.

http://trakai-visit.lt/de/die-inselburg

Anreise nach Estland, Lettland und Litauen

Mit dem Flugzeug

Fliegen stellt die einfachste Möglichkeit dar, um aus Deutschland ins Baltikum zu kommen. Direktflüge werden – zum Beispiel von Lufthansa – ganzjährig Frankfurt und München von Air Baltic angeboten; in der Sommersaison gibt es weitere Direktverbindungen von Berlin, Zürich und Wien. Aber auch Flüge von anderen Flughäfen mit einem Zwischenstopp sind in aller Regel kurz und unproblematisch.

Die folgenden Airlines fliegen die Hauptstädte Tallinn, Vilnius und Riga von Deutschland aus an:

Lufthansa (direkt ab Frankfurt)
AirBaltic (direkt ab Berlin und München)
Ryanair (direkt ab Berlin und Wien)
Swiss Air (direkt ab Zürich)

Mit der Fähre

Direkte Fährverbindungen nach Tallinn und Riga gibt es vor allem von Finnland, und von Schweden aus.

Tallink-Silja
Viking Line
Eckerö Line

Aus den deutschen Fährhäfen Kiel und Travemünde kann man sowohl nach Helsinki als auch nach Lettland und Litauen übersetzen:

Travemünde – Liepaja (Lettland; Anbieter Stena Line)
Kiel – Klaipeda (Litauen, Anbieter DFDS Seaways)
Travemünde – Helsinki (Finnland, Anbieter Finnlines)

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Christian Nowak

arbeitet ebenfalls in Berlin als Journalist, Fotograf und Buchautor. Von ihm sind mehr als 40 Bücher – Reiseführer und Bildbände sowie unzählige Artikel erschienen. Gen Norden zieht es ihn immer wieder, nach Skandinavien, Island und ins Baltikum. Er gehört dem Berliner Journalistenbüro »Die Reisejournalisten« (www.die-reisejournalisten.de) an und betreibt mit Kollegen ein Internetreiseportal (www.weltreisejournal.de).

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