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Florenz | Magisch, leuchtend, wundervoll

Florenz Ponte Vecchio Sonnenuntergang
© Kathrin Reimer

Kurz vor Sonnenuntergang über die Brücken von Florenz zu spazieren fühlt sich an, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Eine magische Welt, in der man umgeben von samtweichem Licht zauberhaften Fabelwesen begegnet. Klingt übertrieben? Ist es aber ganz und gar nicht, ehrlich! Florenz hat mich verzaubert. Ganz und gar.

Florenz: Sechs Uhr morgens

Die meist besuchte unter den drei Brücken der Altstadt von Florenz ist natürlich die „Ponte Vecchio“ mit ihren unzähligen integrierten Geschäften. Sie ist die älteste Brücke von Florenz, fertiggestellt im Jahr 1345. Zehn Jahre lang dauerte es, sie zu bauen – zehn Minuten, um sie zu überqueren.

Florenz Ponte Vechio

Die älteste Brücke der Stadt und bis heute DAS Highlight für Besucher: die 84 Meter lange „Ponte Vecchio“ | © Kathrin Reimer

Allerdings nur morgens, wenn sich die hektische Betriebsamkeit noch in Grenzen hält. Ein absoluter Tipp übrigens! Wer es schafft, um sechs Uhr morgens loszuziehen, erlebt die sonst sehr trubelige Stadt in ihrem Schönheitsschlaf – und wird mit tollen Fotomotiven belohnt.

Kunst-Liebhaber im Glück

Salz und Pfeffer. Ernie und Bert. Florenz und Kunst. Absolut! An jeder Ecke! Kunst-Liebhaber möchten diesen Ort am liebsten nicht mehr verlassen – und das aus gutem Grund. Der Klassiker: die „Galleria degli Uffizi“. Schon das etwa 1580 fertiggestellte Gebäude ist einen Blick wert. Im Inneren geht es in der selben Epoche weiter – das Hauptaugenmerk liegt auf Werken der italienischen Renaissance.

Florenz Uffizien

Drei Stunden sollte man mindestens für den Besuch der „Galleria degli Uffizi“ einplanen. | © Kathrin Reimer

„Die Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli weniger Zentimeter vor sich zu sehen, ist ein Erlebnis. Und selbst nicht an Kunst interessierte Besucher lassen sich beim Anblick der in langen Fluren aufgereihten, antiken Skulpturen augenscheinlich fasziniert in andere Zeiten versetzen.

Florenz Uffizien Venus

Die Tickets am besten online bestellen – so lässt sich die lange Warteschlange überspringen. | © Kathrin Reimer

Die Galleria Palatina im Palazzo Pitti mit den Gemälden des „goldenen Zeitalters“ lohnt schon allein wegen der kunstvollen Rahmen und der prachtvollen Einrichtung einen Besuch. Unbedingt sehenswert ist auch der Bargello, mit den Skulpturen von Donatello, Luca della Robbia, Verrocchio, Michelangelo und Cellini, die zum größten Teil aus der Sammlung der Großherzöge der Toskana stammen.

Im Museum von San Marco sind die Werke von Beato Angelico zu sehen, während die Galleria dell’Accademia mit der reichen Sammlung von Skulpturen und Gipsfiguren beeindruckt, vor allem aber mit Michelangelos David.

Der Künstler hat sich auch in den Medici-Kapellen, die zur Kirche San Lorenzo gehören, verewigt. Nicht weit entfernt von der imposanten Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore kann man das Museo di Leonardo da Vinci besuchen, in dem einige der Maschinen zu sehen sind, die das Genie in seinen Codices dargestellt hat.

Wen es nach modernerer Kunst gelüstet, ist im „Palazzo Strozzi“ gut aufgehoben. Hier begeisterte zuletzt eine „American Art“-Ausstellung mit Werken von Andy Warhol. Ab Oktober 2021 geht es amerikanisch weiter – und zwar mit dem stark von der Konsumkultur beeinflussten US-Künstler Jeff Koons.

Florenz Streetart

Ob in der Innenstadt oder im Künstlerviertel – in Florenz ist Kunst allgegenwärtig. | © Kathrin Reimer

Aber selbst auf den Straßen findet man an jeder Ecke Kunst – vor allem im Künstlerviertel „San Niccolò“. Es macht großen Spaß durch die Straßen zu schlendern und die zahlreichen kleinen Werke zu bestaunen, die einen umgeben. Viele haben inzwischen Kult-Status erreicht.

Florenz Streetart Schild

Besucher müssen nur die Augen offen halten … | © Kathrin Reimer

Zum Beispiel die des Straßenkünstlers „Blub“. Sein Markenzeichen: das Verzieren von bekannten Kunstwerken oder Berühmtheiten mit großen Taucherbrillen. Kaufen kann man seine Werke als Souvenir in einem kleinen Atelier direkt im Künstlerviertel.

Wer die Augen offen hält, findet in der ganzen Stadt immer wieder kreative Verzierungen an Straßenschildern und Hauswänden. Florenz – eine riesige Freiluftgalerie. Traumhaft!

Florenz Streetart Cafe

© Kathrin Reimer

Auf keinen Fall verpassen!

In Florenz gewesen zu sein, ohne die „Kathedrale Santa Maria del Fiore“ bestaunt zu haben – das ist geradezu unmöglich! Sie befindet sich mitten im Zentrum und die schiere Masse an hellem Marmor, die für die 1436 geweihte Basilica verbaut wurde, ist einfach überwältigend.

Florenz Dom

Sie bestimmt das Stadtbild wie kein anderes Gebäude: die „Kathedrale Santa Maria del Fiore“ mit ihrer mehr als 114 Meter hohen Kuppel. | © Kathrin Reimer

Praktisch: Die große Markthalle „Mercato Centrale“ ist in fußläufiger Nähe. So kann man sich nach intensivem Bestaunen der Kathedrale direkt mit zahlreichen Köstlichkeiten stärken. Hier gibt es wirklich alles, was das Schlemmerherz begehrt – aber am besten ist der kleine, unscheinbare Nudelstand im Erdgeschoss. Tortellini mit Parmesan-Olivenöl-Soße für 5 Euro. So simpel – so gut!

Übrigens: Wer danach am Abend lieber etwas Leichtes essen möchte, sollte das kleine Bistro „Rivarno“ mit Blick auf die „Ponte alle Grazie“ ausprobieren. Matcha-Latte, süßes Gebäck und eben auch diverse Salat-Bowls, Wraps und eine kühle Limo sorgen hier für einen unbeschwerten Abend.

Aber Moment – zuvor gibt es noch eine andere Sehenswürdigkeit, die auf der Liste dringendst abgehakt werden sollte! Und das ist der „Boboli Garten“. Hier können Besucher auf einem weitläufigen Gelände in die landschaftliche Schönheit der Toskana eintauchen und etwas Ruhe fernab des städtischen Getümmels finden.

Großzügig angelegte Teiche, schattige Plätzchen unter hohen Zypressen, bunte Gärten mit blühenden Blumen und Zitronenbäumen. Ich hätte einen Tag dort verbringen können!

Florenz Boboli

Die Autorin Kathrin Reimer schlendert durch die „Boboli-Gärten“ und genießt die kleine Oase mitten im Stadttrubel. | © Kathrin Reimer

In der Umgebung von Florenz

Im Hügelland, das Florenz umgibt, finden wir ebenfalls vielfältige Attraktionen. Durch diese kunstvoll vom Menschen gestaltete Landschaft führt der Rundweg Anello del Rinascimento, der zu Fuß oder mit dem Fahrrd zurückgelegt werden kann.

Ein schönes Ausflugsziel ist Vaglia, um dort den Parco Mediceo di Pratolino zu besuchen, einen der schönsten englischen Gärten der Toskana. In Lastra a Signa erwartet den Besucher dagegen die Villa Bellosguardo mit dem Museum, das Enrico Caruso gewidmet ist.

Wer hingegen einen stillen Ort in der Natur sucht, sollte den Wald von Vallombrosa oder die Wälder von Reggello besuchen, in denen man jahrhundertealte Bäume und einsame Abteien findet: Hier suchen die Florentiner in den heißen Sommermonaten gerne Abkühlung.

3 Top-Tipps Florenz

# Die beste Aussicht auf die Stadt – und das noch mit einem leckeren Drink in der Hand – hat man von der Rooftop-Bar „View on Art“ direkt in der Nähe der Kathedrale.

# Wer besonders gutes Eis genießen und auch mal etwas ausgefallenere Sorten (wie etwa „Schwarzer Reis“) ausprobieren möchte, sollte der Eisdiele „Cantina del Gelato“ am „Palazzo Tempi“ einen Besuch abstatten.

# Es ist ein Traum vieler, einmal ein ganz eigenes Parfum zu kreieren. Beim Parfümeur „Sileno Cheloni Firenze Maestro Profumiere” kann dieser Traum in Erfüllung gehen. In dem unglaublich stilvoll eingerichteten Geschäft werden Interessierte eineinhalb Stunden beraten und können für 240 Euro am Ende mit einem Fläschchen ihres ganz persönlichen Duftes nach Hause gehen.

Weitere Infos zu Florenz

Mehr zu Reiserouten, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen unter: https://www.feelflorence.it/de

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Kathrin Reimer

Kathrin Reimer ist freiberufliche Autorin/Redakteurin/Texterin und lebt in Leipzig. Das Schreiben ist ihre größte Leidenschaft – direkt danach kommt das Reisen. Die liebsten Reiseziele der gebürtigen Schwarzwälderin? Australien, Südostasien, ... Hauptsache weit weg. Aber inzwischen schaut sie sich auch in der näheren Umgebung sehr gerne um. Ihre Erkenntnis: Abenteuer gibt es überall – sogar direkt vor der eigenen Haustür! Wer hätte es gedacht ... Manchmal muss man einfach nur bereit sein, etwas genauer hinzusehen.

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