Länderberichte

Gardasee | Sechs Tipps mit Genussgarantie

Geschrieben von My Gastautor

Ihr denkt, Ihr kennt „den Lago“ schon? Dann machen wir den Test. Reporter Eberhard Fohrer reist seit 20 Jahren immer wieder zum und um den Gardasee und verrät hier einige seiner Lieblingsplätze. 

Lesen, packen und losfahren: Bereits im Mai, aber auch noch ab Mitte September bis Oktober ist der See ein lohnendes Ziel, auch für Nichtsurfer und -segler und Genießer, die lieber einen Spritz in der Sonne schlürfen anstatt sich auf Mountainbikes über schottrige Steigungen zu quälen.

Fotos: Berthold Steinhilber

Trasse durch den Fels

Ein echtes Highlight für Mountainbiker und Wanderer ist die historische Serpentinenstraße von Riva del Garda zum Ledrosee. Bereits 1847 wurde sie durch die Felsen der Rocchetta geschlagen und zieht sich mit zahllosen Serpentinen, Tunnels und Brücken Hunderte von Metern hinauf, bis sie auf die moderne SP 234 trifft. 2004 wurde sie neu angelegt und mit Steinschlag-Galerien gesichert, seither dürfen Wanderer und Mountainbiker den Sentiero del Ponale und seine unglaublichen Ausblicke wieder unbeschwert genießen. Man kann die Tour oben in Prè di Ledro beginnen oder an der Uferstraße Gardesana Occidentale. Die eigentliche Straße ist 4,5 Kilometer lang.

Via del Ponale: Enge Straße an der Steilküste bei Riva del Garda

Via del Ponale: Enge Straße an der Steilküste bei Riva del Garda

Wandern auf Eisentreppen

Der Panoramasteig von Torbole nach Tempesta ist eine weitgehend unanstrengende Wanderung, die in wenig mehr als zwei Stunden zu bewältigen ist, dabei aber herrliche Ausblicke bietet. Ein besonderes Erlebnis sind die mehrfachen Abstiege auf steilen, aber gut gesicherten Eisentreppen. Ausgangspunkt ist der Erholungs- und Sportpark Le Busatte oberhalb von Torbole. Bei Tempesta steigt man zur Uferstraße hinunter und fährt mit dem Bus zurück (etwa alle 40 Minuten).

Essen mit Aussicht

Eine holprige Schotterpiste führt hinauf zum Agriturismo Nai auf der Hochebene von Tremosine, doch der Weg lohnt sich. Diego und Daniela sind kompetente Köche, beinahe alles ist hier frisch und hausgemacht. Unsere Tipps? Die Vorspeise Sapori di Nai, danach vielleicht Rotolo (das ist eine gefüllte Nudelrolle) und als Hauptgang Bisteccha malghese (Fleisch, mit Käse überbacken). Zum Essen genießt man den herrlichen Blick über Tremosine und das Valle San Michele.

Agriturismo Nai: Wartet auf der Hochebene von Tremosine im Hinterland des Gardasees auf Gäste

Agriturismo Nai: Wartet auf der Hochebene von Tremosine im Hinterland des Gardasees auf Gäste

Frühstück mit Kick

Das kleine Hotel „Bel Sito“ von Giorgio und Daniela (DZ/F mit Seeblick 68 bis 92 Euro.) besticht durch seine Lage in Voltino, mitten in Tremosine, also rund 8,5 Kilometer von Limone entfernt. Genial ist die Aussicht aus 550 Metern Höhe hinunter auf den mittleren und südlichen Gardasee. Der Hit ist aber das üppige Frühstücksbuffet – besser geht’s am See nicht. Und danach der definitive Adrenalin-Tipp für Schwindelfreie: Im nahen Örtchen Tignale die „Schauderterrasse“ beim „Hotel Miralago“ besuchen – 400 Meter fällt der Fels hier senkrecht zum See ab!

Dem Himmel ganz nah

Die Wallfahrtskirche Santuario della Madonna di Montecastello thront in fantastischer Lage auf einem steilen Felsenkap 683 Meter über dem See. Im dreischiffigen Kirchenraum gibt es einen goldverzierten Altar und ein Marienfresko aus der Schule Giottos zu sehen. Links an der Kirche vorbei steigt man in etwa 20 Minuten bis zum Gipfelkreuz des Monte Cas (779 Meter): vista perfetta, Gardasee pur!

>> Von Gardola in Richtung Prabione fahren, rechts ab und auf extrem steiler Serpentinenstraße zum Parkplatz vor der Kirche. Man kann auch unten an der Straße parken und in 30 Minuten durch den Wald hinaufgehen.

Wallfahrtskirche Madonna di Monte Castello: Unweit von Tignale hat man einen der schönsten Blicke über den Gardasee

Wallfahrtskirche Madonna di Monte Castello: Unweit von Tignale hat man einen der schönsten Blicke über den Gardasee

Fisch schlemmen am Hafen

In der kleinen, gemütlichen Osteria Al Pescatore direkt am Hafenbecken von Castelletto di Brenzone kümmert sich Livio um die Gäste und Ehefrau Rosaria kocht. Es gibt keine Karte, sondern ein üppiges und fangfrisches Fischmenü mit sechs Gängen, je nachdem, was Markt und See gerade hergeben. Das Essen hat Klasse, braucht seine Zeit und macht Spaß, so soll es sein! Reservierung unbedingt notwendig. Draußen gibt es nur zwei, drei Tischchen.

... wegen der "Osteria Al Pescatore": Direkt am Hafenbecken verwöhnen Livio und sein Team ihre Gäste

… wegen der „Osteria Al Pescatore“: Direkt am Hafenbecken verwöhnen Livio und sein Team ihre Gäste


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LESETIPP

Michael Müller Reiseführer Gardasee

Der Individualreiseführer  (323 Seiten, 18 Euro) aus dem Michael Müller Verlag, den Eberhard Fohrer seit 1997 regelmäßig auf den neuesten Stand bringt, liefert alles Wissenswerte rund um den Gardasee. 31 informative Übersichtskarten und Pläne, Kapitel über die Städte Mantua und Verona sowie sechs ausführlich beschriebene Wanderungen ergänzen das Buch. Kompakte Informationen gibt es im handlichen Marco-Polo-Band „Gardasee“ (2014, 140 Seiten, 12 Euro) mit Faltkarte zum Herausnehmen und Reiseatlas.

 

 

Über diesen Autor

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