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Hotel-Check | 25hours Altes Hafenamt

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Kurz nach Eröffnung haben wir für euch das Hotel
25hours Altes Hafenamt in Hamburgs Hafencity getestet

Zwölf Jahrzehnte lang wieherte der Amtsschimmel im ältesten Gebäude der heutigen Hafencity. 2005 begannen für das Amt für Strom- und Hafenbau im Überseehafen neue Zeiten. Es fusionierte mit weiteren Hafenbehörden und wurde zur neudeutsch umetikettierten Hamburg Port Authority. Das war’s dann: Viele An- und Neubauten und Nachbargebäude auf dem Terrain traf die Abrissbirne. Nur der alte Kern des Amtskomplexes, der 2001 unter Denkmalschutz gestellt worden war, blieb erhalten – und geriet richtig aus dem Lot.

Der Ziegelbau mit schlösschenhaft verspielter Fassade bekam substanzbedrohende Schlagseite: Er verlor beim Bau einer Parkgarage in der Nachbarschaft den festen Boden unter den Fundamenten. Tausende Tonnen Beton später hat der Bau die Contenance wiedergefunden – und wartet nun als 25hours Hotel Altes Hafenamt mit 49 Zimmern (die hier Stuben heißen) auf Gäste mit Schwäche für perfekt insze­nierte designerische Extravaganz.

Frech-frisches Design: 25hours Altes Hafenamt

Freches Design ohne jede funktionale Fixierung gehört zur Philosophie der 25hours Hotels, die vor elf Jahren von Stephan Gerhard, Ardi Goldman, Christoph Hoffmann und Kai Hollmann gegründet wurden.

Das Designbüro Dreimeta hat im 25hours Altes Hafenamt aus dem Vollen geschöpft.In den Zimmern pfiffige Stühle, Regallösungen im Wasserrohr-Look und alte Amtstüren als Kopfpaneele über dem Bett. Bakelit-Schalter erweisen der alten Zeit die Ehre. Das Restaurant Neni von Gastro-Unternehmerin Haya Mol­cho feiert multikulturelles Essvergnügen mit orien­talischer Küche nebst koreanischer, karibi­scher und Burger-Einsprengsel.

Boilerman Bar: Highballs wie ein harter Uppercut

Das Neni sowie die lässige Boilerman Bar nebenan ziehen viele auswärtige Gäste an und beleben so ein wenig den darbenden Überseeboulevard. Von letzterem frustrierte Immobilienentwickler können sich in der Bar, die vom raumhohen Porträt The Sailor (es zeigt das Hamburger Hafenfaktotum Jakob) von Thomas Koch den Frust von der Seele saufen.

Dort locken „Highballs mit Nackenschlagqualität“, so Felix Sigel, zum Zeitpunkt unseres Besuchs der Sales- und Marketing-Manager. Wer es noch nicht weiß: Highballs sind Shortdrinks im geeisten Glas für den zügigen Genuss.

Zusammengefasst: Likes and Dislikes

Uns gefällt die entspannte Check-out-Politik: Erst um 12 muss die Stube geräumt sein. Gutes Frühstück. Kostenlose Leihräder und Leih-Mini (ja, das Auto!). Die extrem gut duftenden Pflegeartikel im Bad. Die UE Boom Bluetooth-Lautsprecher. Und nicht zuletzt die Spitzenlage mit viel Hafenflair  gegenüber vom sehenswerten IMMH (Internationales Maritimes Museum Hamburg), neben der Speicherstadt und nur 15 Gehminuten von der Elbphilharmonie.

Nicht so toll: Zu wenig Ablagefläche im Badezimmer. Verglaste Dusche, die das Bad unter Wasser setzt. Die etwas düsteren Grüntöne im Gang und gedeckten Farben in den Zimmern sind an sonnigen Tagen okay, bei grauem Himmel könnten sie dem einen oder anderen aufs Gemüt schlagen.

UPDATE!

Am 21. August 2016 ist das NENI leider komplett ausgebrannt, ein Gast wurde lebensgefährlich verletzt. Mehr Infos gibt es hier

 


 

25hours Hotel Altes Hafenamt buchen?

M-Stube ab 135 Euro pro Nacht, XL-Stube (circa 45 Quadratmeter) ab 185 Euro. Das Früh­stück kostet 19 Euro.

 

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch? 10.000-km-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up Paddling, auf dem Bike und in der Sauna.

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