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Tirol | Tannheimer Premiere

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Im Tannheimer Tal in Tirol hat das erste Chalet-Resort seine Pforten geöffnet. Wir haben uns das La Soa Chalets & Eventlodge genauer angesehen und erkundet, was die Umgebung im Winter wie im Sommer zu bieten hat

Stephanie Swoboda ist eine Reing’schmeckte: Von Haus aus Dozentin für Moderation und Verhandlungstechnik, wurde die junge Gründerin des Mediationszentrums Allgäu zur Gastgeberin und Hotelchefin. Die anfängliche Idee war, am Rand des Dörfchens Schattwald in Tirol, ein paar Schritte von der Talstation der Wannenjochbahn, nur ein modernes Veranstaltungszentrum für Schulungen, Coachings und Personaltrainings zu errichten.

Der Wohnbereich im Chalet kommt ganz ohne alpinen Schnickschnack aus

Huch, die Bettenklausel!

Das Grundstück lag brach, stand zum Verkauf. Der war aber mit der Auflage verbunden, die Gästebettenzahl des Orts zu steigern. „Ein klassisches Hotel wollten wir nicht betreiben, das ist nicht unser Job“, erzählt Lars Becker, der Geschäftspartner von Stephanie Swoboda. „Also haben wir uns entschieden, die geplante Eventlodge durch Chalets zu ergän­zen, um dort die Teilnehmer unserer Kurse unterzubringen.“ So entstanden neben dem pärchenintensiven, kleinen „Nest“-Chalet noch Holzhäuser mit 106 bis 190 Quadratmetern sowie zwei bis vier Schlafzimmern mit eigenen Duschen und WC.

Badewanne mit wonnevollem Blick ins Grüne

Privatsauna statt Spa

Einen eigenen Spa-Bereich gibt es nicht, dafür verfügen alle Chalets über eine private Sauna, die erfreulich schnell auf Betriebstemperatur ist, sowie über eine Außenwanne für kalte Tauchbäder nach dem Saunagang oder fürs Warmplanschen mit Bergblick. Auf Wunsch lassen sich Massagen und Treatments im eigenen Chalet buchen.

Wer bucht nun diese Chalets, die ganz ohne alpinkitschigen Zierrat wie Herzerl-Stühle und Geweihe auskommen? „Aktuell sind die Gäste gedrittelt zwischen Firmenkunden, Hochzeitsfeiernden und regulären Urlaubern“, erzählt Stephanie Swoboda.

Ein gut gefüllter Frühstückskorb wird jeden Morgen ins Chalet geliefert

Wunschgerichte in der Warmhaltebox

Für alle Gäste der La Soa Chalets, die weder Lust haben, in der bestens ausgestatteten Küche (mit Weinkühlschrank) selbst zu Topf, Pfanne und Messer zu greifen, noch darauf, in den „Alpengasthof zur Post“ im Dorf zu gehen, empfiehlt sich der Catering-Service. Wer bis 16 Uhr aus der nicht übergroßen, aber gut gemischten Karte bestellt, bekommt um 18 Uhr seine Wunschgerichte in der Warmhaltebox serviert, vom Team der „Erdinger Urweisse Alp“ in Oberjoch. Die von uns georderten Gerichte lagen qualitativ erfreulich weit über dem ansonsten in Allgäuer wie Tiroler Gasthöfen anzutreffenden Niveau.

Die La Soa Chalets verfügen jeweils über zwei bis vier Schlafzimmer

Frischer Vilsalpsee

„Eventuell zum Frühjahr, auf jeden Fall zum Sommer werden wir ein Restaurant eröffnen, am liebsten mit einem Haubenkoch“, schildert Lars Becker seine Gastro-Pläne. „Das Restaurant soll auch für Laufkundschaft offenstehen und einen großen Bedienbereich im Freien haben.“ Und da wäre noch die Idee mit dem Naturbadeteich zwischen Parkplatz, Cha­lets und Eventlodge. Das wäre eine Verheißung für alle, denen der maximal 17 Grad kühle, aber sensationell schön gelegene Vilsalpsee zu frisch ist.

 

Für Hochzeits-Feierlichkeiten steht ein eigener Pavillon zur Verfügung

Wandern, radeln, wedeln

Was treiben Gäste der La Soa Chalets, die sich nicht der karrierefördernden Selbstoptimierung widmen oder zu einer Hochzeitsgruppe gehören? Im Winter warten in dem auf rund 1.100 Meter Höhe gelegenen Tal neben 140 Kilometern bestens präparierter Loipen kleine Skigebiete mit zusammen 50 Kilometer Piste. Im Sommer gehört das Tal den Wanderern, unter anderem mit drei Klettersteigen und 30 Almen, sowie Mountainbikern. Auf Biker warten im Tal unweit von Neuschwanstein und Füssen schöne Touren – zum Teil Bestandteil der 800 Kilometer langen Rundtour Bike Trail Tirol.

Info

La Soa Chalets

Alpin-Chalet ab 340 Euro bei Zweierbelegung, Berggold-Chalet ab 680 Euro bei Vierer-Belegung. Für Kinder ab 14 Jahre zahlen Eltern den vollen Preis. Ein opulent bestückter Frühstückskorb mit Milch, Joghurt, Brot, Käse und Eiern aus regionaler bäuerlicher Herstel­lung ist jeweils im Preis enthalten.


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Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.