Hotels

Indien | Wohnen wie ein Maharadscha

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Farben, Gerüche, Gewusel: In Indien sind alle Sinne
gefordert. Das macht das Reisen mitunter zur Strapaze.
Auf Entspannung achtende Komforthotels versprechen
Abhilfe. Wir stellen fünf besondere Unterkünfte vor – vom
Luxushotel mit Taj-Mahal-Blick bis zur Yoga-Oase in Kerala

Karrenschieber, Fußgänger, Tuk-Tuk- und Autofahrer. In Rinnsalen spielende Kinder, mit Kühlschränken bepackte Männer, vor Tempeln Teigwaren verkaufende Frauen, Schreibtischakteure auf offener Straße. Dazwischen frei laufende Wasserbüffel und Kühe, immer wieder mal ein Kamel oder Elefant. Auf Indiens Straßen kommen europäische Urlauber aus dem Staunen nicht so schnell raus. „Indien ist kein eigenes Land, Indien ist ein eigenes Universum“ – fasst es ein Sprichwort passend zusammen. Ein Tipp, insbesondere für Einsteiger, lautet daher: Angesichts der Flut von Eindrücken empfehlen sich Herbergen mit garantiertem Wohlfühl- und Ruhefaktor, um all die Erlebnisse des Tages gut verarbeiten zu können. Das kostet zwar mehr als eine Standardunterkunft, ist aber in der Regel den Preis, der im Rahmen von Veranstalterpackages durchaus erschwinglich wird, wert.

Amarvilas, Agra

Wer Agra sagt, meint vor allem das Taj Mahal, das viele unter den Top Ten der schönsten Sehenswürdigkeiten der Welt sehen. 1631 ließ Shah Jahan im rund 200 Kilometer südöstlich von Delhi gelegenen Agra das Mausoleum für seine geliebte Frau Mumtaz Mahal errichten. Ein Traum aus weißem Marmor, der sich in perfekter Proportion in einem eleganten Garten von Springbrunnen erhebt. Die Edel- und Halbedelsteine im weißen Marmor wirken im Licht der unterschiedlichen Tageszeiten jedes Mal anders. Toll, wenn sich diese Stimmungswechsel live erleben lassen, etwa von den Balkonen der 109 großzügigen Deluxe-Zimmer und Suiten des „Oberoi Amarvilas„.

Das Luxus-Resort verfügt nicht nur über eine attraktive Terrassenanlage inklusive Pool und Bühne für tägliche Tanzaufführungen, sondern auch als einziges Nobelhotel über einen direkten Blick auf das gerade einmal 600 Meter entfernte Unesco-Weltkulturerbe. Nicht nur aufgrund der Lage, sondern auch wegen seines exzellenten Services, der Gourmetküche im Restaurant „Esphahan“ und der hochwertigen Einrichtung gilt es als eines der besten Hotels der Welt. DZ/F ab 750 Euro

Fort Barli, Rajastan

Auf halber Strecke zwischen Jaipur und Udaipur liegt das 4.500-Einwohner-Ort Barli, dessen Highlight das Fort darstellt. Stark: Die 375 Jahre alte Festung des Dorfes wurde zu einem Heritage-Hotel umgebaut und ist eine kleine Oase. Am Pool, in den romantischen Innenhöfen, auf einer Dachterrasse oder einfach in einem der neun individuell gestalteten Zimmer können Reisende königlich relaxen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Besitzer sind Verwandte der Maharadschas von Jodhpur und Jaipur. Davon zeugen die zahlreichen Bilder der adligen Familie.

Im Übrigen sitzen die Besitzer Baisaheb Vinay Kumari von Barli und ihr Mann Th. Umaid Singh von Karansar nicht selten mit den Besuchern zu Tisch und erzählen ihnen die Legenden des Forts. Etwa die, wie ein Vorfahre von Baisaheb im 17. Jahrhundert bei einer Schlacht um die Festung geköpft wurde und ohne Kopf noch einige hundert Meter weiter kämpfte, bevor er von der hohen Mauer ins Dorf stürzte. DZ/F ab 110 Euro (über Booking.com)

Rajvilas, Jaipur

Das als Pink City bezeichnete Jaipur ist die Hauptstadt von Rajasthan und darf auf keiner Rundreise fehlen. Der Amber-Palast, die weltgrößte Sonnenuhr und der Palast der Winde sind echte Highlights. Gut zu wissen: Die wuselige Innenstadt ist durch die aktuellen Metro-Bauarbeiten nicht unbedingt ruhiger geworden – und wird es auch die kommenden Jahre nicht. Einen willkommenen Ruhepol stellt da das etwa sieben Kilometer außerhalb der Innenstadt gelegene „Oberoi-Resort Rajvilas“ dar. Das Besondere: Die malerische Anlage mit ihren zahlreichen, von Pfauen bewohnten Gärten, Pavillons und Springbrunnen wurde ganz im Stil der Festungen Rajasthans errichtet und verbindet die opulente Architektur der Maharadschas mit dem Luxus heutiger Tage.

Neben 54 Zimmern, die sich im Park verteilen, bieten 14 Luxus-Zelte eine ungewöhnliche und dennoch mehr als komfortable Alternative. Toll: Mitten im Park befindet sich ein historischer kleiner Tempel, bei dessen Zeremonien auch Resortgäste teilnehmen können – keine Sorge vor zu viel Esoterik! Entspannter kann man einen Tag im Hotel kaum beginnen. Höchstens vielleicht mit einer Schwimmrunde im Freiluft-Pool oder eine Massage im von Banyan Tree geführten Spa. DZ/F ab 600 Euro

Erandia Marari, Kerala

Erstes Ayurveda-Designhotel Indiens – mit diesem Titel schmückt sich das Ende 2012 eröffnete „Erandia Marari Ayurveda Beach Resort„, das im südwestindischen Bundesstaat Kerala, am Marari-Strand in der Nähe von Allepey liegt. Mit den sechs Bungalows, die 13 Zimmer beherbergen, hat sich ein Ehepaar aus Bayern seinen Traum von einem stylischen Yoga-Resort und Ayurveda-Ashram erfüllt. Jedes der 44 Quadratmeter großen Zimmer lässt sich mit eigens entworfenen Lammellen-Türen aus Teakholz der individuellen Laune anpassen: Wer im Bett liegt, aber lieber draußen sein möchte, öffnet einfach die Jalousie-Türen und blickt direkt aufs Meer.

Wem nach Privatsphäre ist, der schließt sie und verwandelt damit seine Terrasse zum Wohnraum. Zum Design-Konzept mit warmen Farben und klaren Linien gehört auch die Barfuß-Philosophie. Im Erandia braucht der Gast keine Schuhe. Die Tische des Restaurants stehen im Sand und auch alle Wege zwischen dem Ayurveda-Zentrum, dem Infinity-Pool, den Hängematten, den Bungalows und der Yoga-Plattform führen durch feinen Sand. Zweimal täglich unterrichtet ein indischer Lehrer auf der mit Palmblättern überdachten Plattform mit Meerblick Yoga und Meditation. Binoy heißt der Guru, der auch schon Berühmtheiten wie Richard Gere den Kopfstand beibrachte. Übernachtung mit Vollpension, Yoga, Ayurveda-Behandlungen und Transfers ab 100 Euro pro Person im DZ

The Oberoi, New Delhi

Schön ist der große graue 60er-Jahre-Kasten, der sich inmitten einer weiten Parkanlage erhebt, ja nicht gerade. Zumindest von außen. Im Inneren wird jedoch schnell klar, wie das erste Luxushotel der indischen Hauptstadt zu so großer Popularität und den zahlreichen Auszeichnungen, darunter auch „Asiens führendes Luxushotel 2015“ zählen, gelangte: Das Hotel verbindet den lebendigen Geist der westlichen Moderne mit der Tradition indischer Harmonie. Zeitgenössisches indisches Design in sanften Farben und modernste Technik verleihen jedem der 287 Zimmer das Flair von purer Eleganz.

Weiterer Pluspunkt: die zentrale Lage ganz in der Nähe des Mausoleums von Humayun und nur wenige Minuten von Shopping-Centern entfernt. Besonders wichtig für Stadttouristen: Nach einem ereignisreichen Tag in den wuseligen Gassen von Old Delhi oder dem Ruinenfeld von Qutb Minar bietet der attraktive Spa-Bereich mit Ayurveda- und Aromatherapie Entspannung pur und das Restaurant „Thressixty“ Küche auf Haubenniveau. Mit der hauseignen Patisserie gehört es zu den besten Restaurants der Stadt. DZ/F ab 240 Euro

Infos

Klicktipp: Indisches Fremdenverkehrsamt, Baseler Str. 48, 60329 Frankfurt/Main
Veranstaltertipp: Für Indien-Einsteiger jenseits Backpackerambitionen eignen sich pauschale Angebote mit deutschsprachigem Führer und Fahrer, etwa die achttägige Rundreise von Enchanting Travels. Sie führt durch Delhi, Agra, Jaipur und Udaipur und kostet inkl. Flug ab 1.065 Euro pro Person


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Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von abenteuer und reisen.

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