Länderberichte

Japan | Tokyo mit Tonia

Tokyo Tipps Metro
Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Tonia Fankhauser (41) betreut als Flight Attendant First-Class-Passagiere der Fluggesellschaft Swiss. Seit ihrer Jugend totaler Japan-Fan, spricht Tonia gut Japanisch. Wann immer ihr Dienstplan sie nach Tokyo bringt, geht sie auf Entdeckungs-Streifzug. Sie zeigt uns einige ihrer Lieblings-Spots

Das "Senchado" in Ginza Grüntees aus Japan

Das „Senchado“ in Ginza führt feinste Grüntees aus Japan

„Jedes Mal, wenn ich in Tokyo bin, besuche ich das „Senchado“. Das Design ist so toll und das Personal so nett.“ Der kleine Teeladen in Ginza bietet 44 ausgewählte Grünteesorten zur Verkostung und zum Kauf, in Portionsbeuteln und 50-Gramm-Dosen (35 Euro pro 100 Gramm). Es sei unglaublich, wie sehr sich erster, zweiter und dritter Aufguss in Farbe und Geschmack unterscheiden, findet Tonia.

Teeladen Tea Shop Green Tea Ginza Senchado

Tonia bei der Duftprobe im Grünteeladen „Senchado“

Der Verkäufer verrät uns: „Der erste Aufguss – vier Gramm Tee auf 120 Milliliter Wasser – dauert 80 Sekunden im 70 Grad warmen Wasser, das gibt einen hellgrünen, sehr kräftigen Tee. Der zweite Aufguss zieht nur 10 Sekunden in 80 Grad warmem Wasser und ist bitter. Aufguss Nummer drei zieht 15 Sekunden in 85 Grad heißem Wasser mit ein paar Reiskörnern drin, wir nennen diesen Tee Genmai.“ Tonias Tipp für Naschkatzen: die Noble Rot Raisins.
Wo? Ginza Station. Exit A5

Yurakucho: Speedfood in Tokyo

Wenige Gehminuten später erreichen wir das Streetfood-Paradies unter den Schienen der Yamanote-Schnellbahn. Weil uns das offene, im Winter mit Plastikplanen verkleidete „Yakitori Ton Ton“ zu verraucht ist, gehen wir ins von außen etwas abgerockt wirkende Gyoza-Lokal „Chao Chao“, das sich auf gebratene und gedämpfte Teigtaschen mit Füllungen wie Schwein mit Knoblauch, Shrimps, Ingwer oder Gemüse spezialisiert hat.
Wo? Yurakucho Station

Yurakucho Chao Chao Tokoy gado-shita

Shabby Ambiente, super Gyoza: Das „Chao Chao“

Koishikawa Kintaro-ame. Tokyo für Nachkatzen

„Ich kann an keinem Laden vorbeigehen, in dem es was zu essen gibt“, gesteht Tonia. Dank dieser Passion entdecken wir durch Zufall diesen Laden in Nezu, der sich auf Kintaro-ame spezialisiert hat, Bonbons mit lustigem Kinder-Konterfei. Kintaro, der „goldene Junge”, habe der Legende bezwang mit seinen Superkräften einen Bären, so die Legende. Wenn man die langen Candy-Stangen in Scheiben schneidet, wird das Gesicht immer zu sehen sein. In der Straße zum Haupteingang des Nezu Shrine.
Wo? Nezu Station

Tokyo Tipps Nezu Kintaro Ame

Im kleinen Laden „Nezu Kintaro Ame“

Nezu Jinja Shrine: Charmanter Tempel

Der schöne, kleine Tempel ist eine Oase der Stille. Nebenan steht der Otome Inari Shrine mit seinem „Tunnel“ aus roten Torii-Torbögen. Weiter geht es durch die gewundene Snake Street mit lustigen Shops zum „Hantei Nezu“, einem Kushiage-Restaurant in einem dreistöckigen Holzhaus aus dem Jahr 1917, 300 Meter von der Nezu Station. Dort stehen Frittiertes, der Hühnerspieß Yakitori sowie Tonkatsu auf der Speisekarte.
Wo? Nezu Station

Tokyo Tipps Nezu Shrine Toribögen

Markant sind die Tori-Bögen des Otome Inari Shrine, der direkt neben dem Nezu Shrine liegt

Nezu shrine Tokyo Otome Inari Shrine

Tokyo beflügelt – Tonia auf der Terrasse des Otome Inari Shrine

Kamachiku: Kein Tokyo Urlaub ohne Nudeln!

Handgemachte Udon-Nudeln zum Selbstwürzen mit Winterzwiebeln, Tempura Scraps und Ingwer. Tonia warnt uns vor der „Shichimi-Togarashi“-Peffermischung, die könne ganz schön scharf werden. Vom modernen Glasanbau hat man einen schönen Blick auf den kleinen Garten. Die Plätze im altem, architektonisch spannenden Ziegelbau aus dem 19. Jahrhundert bestehen aus traditionellen Hori-gotatsu-Tischen, an denen man die Beine in der Tischmulde ablegt und auf dem Boden sitzt.
Wo? Nezu Station

Asakusa-dera: Tokyos bekanntester Tempel

Der größte und bekannteste buddhistische Tempelkomplex in Tokyo ist auch als Senso-ji bekannt. Die Anlage ist weitgehend rekonstruiert, da sie im Krieg durch US-Bomben zerstört worden war. Er ist der bekannteste unserer Tokio Tipps. Von der Kaminarimon Street führt die von Souvenirshops gesäumte Nakamise-Gasse zum Tempel. „Dort müsst ihr unbedingt mal Ningyo-yaki probieren,“ so Tonia. „Das sind Puppen-Waffeln, die mit Adzuki-Bohnen-Paste gefüllt werden und hier besonders populär sind“.
Wo? Asakusa Station

Kappabashi-dori: Plastik-Sushi und Tonteller

Nächste Station unserer Tokya Tour ist Kitchen Town, ein rund 900 Meter langer Straßenzug zwischen Asakusa und Ueno. „Die Kappabashi-Straße ist einfach super zum Window-Shopping, auch wenn sich viele der über 160 Geschäfte an Gastwirte und professionelle Köche richten. Es gibt Teller, Töpfe, teure Messer, Lackwaren, schöne Keramiken.

Tokyo Tipps Sample Foods Kappabashi-dori

Die Fake-Sushi aus Wachs oder Plastik in der Kappabashi-dori sind täuschend echt

Die Sample Shops wie Maiduru oder Ganso Shokuhin verkaufen täuschend echte Wachs- oder Plastik-Nachbildungen von Gerichten, das muss man gesehen haben. Auf japanisch heißt das Shohukin Sanpuru“, schwärmt Tonia.  Den Eingang zur Straße erkennt man an der riesigen Koch-Figur auf dem Dach des Niimi Building. Nett sind auch die vielen Kappa-Figuren, einem Fabelwesen, von dem die Straße ihren Namen hat. Tipp: Man bekommt diese Food Samples auch online, etwa auf fakefoodjapan.com
Wo? Tawaramachi Station

Tokyo Happo-en Garden

Happo-en Garden: Im verzauberten „Muan“-Häuschen kann man traditionelle Teezeremonien buchen

Happo-en Garden: Grüne Oase

Der nächste unserer Tokyo Tipps ist eine grüne Oase, die im Herbst in prächtigem Laubbunt leuchtet. Tonias Tipp: Teezeremonie im alten Teehaus „Muan“, dann die großen Koi-Karpfen im Teich bewundern und die vielen, bis zu 500 Jahre alte Bonsai-Bäume.
Wo? Shirokanedai Station

Teezeremonie im Happo-en Garden Tokyo Tipps Tea Ceremony

Teeverkostung im alten Teehaus „Muan“ im Happo-en Garden

Tokyo Tipps Tonia im Happo-en Garden

Tonia gönnt sich eine Pause im herbstlich-bunten Happo-en Garden

UOBEI Sushi

Abends lotst uns Tonia durch das turbulente Shibuya ins „UOBEI Sushi“, in dem man die Häppchen nicht vom Conveyor Belt greift. Hier kommt blitzschnell auf einem Transport-Wägelchen an den Platz, was man zwei, drei Minuten zuvor auf dem eigenen Touch Screen bestellt hat. Betreiber Genki Sushi spricht wegen des hohen Tempos von „Bullet Train Sushi“.
Wo? Etwas versteckt hinter dem Shibuya 109 in Dogenzaka, 2 Chome−29−11

Shibuya Crossing View im Magnet by Shibuya 109

Shibuya Crossing View im Magnet by Shibuya 109

Tokyo Shibuya

Drunter und drüber geht es in Shibuya: Neue Skyscraper, neue Bahnhöfe und dazu Zigtausende von Pendlern

Shibuya Crossing View: Tokyo at its best

Die Aussichtsplattform „Crossing View” im siebten Stock des Kaufhauses Magnet by Shibuya 109 bietet hinter Glas wie open-air gegen fünf Euro Eintritt auf dem Rooftop einen tollen Blick auf die berühmte Kreuzung, „the world’s busiest intersection“. Diesen Tipp verdanken wir Tonias Spontaneität – sie sieht von unten den in Blau und Lila illuminierten Glaskasten, meint kurz „Komm, das schauen wir uns einfach mal an!“ und verschwindet in der Menschenmenge, die sich über die Zebrastreifen und die Koen-dori schiebt. Toll und kostenlos sei auch der 360-Grad-Blick aus dem verglasten Observation Deck des monströs großen Tokyo Metropolitan Government Building 200 Meter über der Stadt, so Tonias letzter von zehn Tokyo Tipps.
Wo? Shibuya Station

Tokyo Blick auf Tokyo Skyline vom Shibuya Scramble

Blick aufs Tokyos Skyline von Shibuya aus

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Bildquellen

  • Tonia im Senchado: THOMAS LINKEL
  • Tonia im Senchado: THOMAS LINKEL
  • Chao Chao: @THOMAS LINKEL
  • Nezu Kintaro Ame: THOMAS LINKEL
  • Tonia im Nezu Shrine: THOMAS LINKEL
  • Nezu shrine: THOMAS LINKEL
  • Ningyo-yaki Asakusa dera: THOMAS LINKEL
  • Asakusa Sweet potato jelly: THOMAS LINKEL
  • Kappabashi-dori: THOMAS LINKEL
  • Happo en Garden: @PETER PFÄNDER
  • Teezeremonie im Happo-en: THOMAS LINKEL
  • Tonia im Happo-en Garden: THOMAS LINKEL
  • Shibuya Crossing View: @PETER PFÄNDER
  • Shibuya Scramble: @PETER PFÄNDER
  • shibuya scramble view: @PETER PFÄNDER
  • Tonia in Metro: THOMAS LINKEL

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von ABENTEUER UND REISEN liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.