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Lechweg | Weitwandern für Einsteiger

Start des Lechweg am Formarinsee
© Verein Lechweg

Der Lechweg – einer der zehn besten Weitwanderwege Europas – führt auf rund 125 Kilometer Länge durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas, vom Hochgebirge Tirols bis ins deutsche Alpenvorland bei Füssen. Das Beste: Dieser talnahe Weg eignet sich perfekt für Weitwander-Neulinge.

Perfekt fürs erste Mal 

Blick auf den Lechzopf

Blick auf den Lechzopf | © Verein Lechweg

Start auf knapp 1800 Meter Seehöhe am Formarinsee. Ziel auf etwa 800 Metern in Füssen. Um die 125 Kilometer, verteilt auf sieben oder acht Etappen. So die nackten Zahlen des Lechwegs. Was keine Zahl auch nur andeuten kann: Dieser Weitwanderweg gehört zu den zehn Besten Europas.

Verläuft er doch entlang des vielleicht ursprünglichsten Flusses der Ostalpen. 125 Kilometer. Klingt ganz schön lang? Ist es auch!

Wie kaum ein zweiter Fluss in den Alpen ist der Lech wie geschaffen dafür, entlang seiner naturbelassenen Ufer erwandert zu werden. Das Beste: Auf dem „Lechweg“  muss  man  weder  Profi-Bergsteiger  noch  Marathon-Wanderer  sein!  Dieser Weitwanderweg ist also perfekt für’s erste Mal.

Aber keine Sorge. Aufgeteilt in sieben, acht oder mehr Etappen – und quasi immer bergab – rücken die nackten Zahlen mit jedem Schritt in den Hintergrund.

Wandern über Brücke

Brücke über den Krumbach an der Grenze zwischen Tirol und Vorarlberg | © Verein Lechweg

Weitwandern hört sich wilder an als es ist.  Was Einsteiger brauchen: perfekte Infrastruktur  für sorgenfrei-unbeschwerte Wanderlust.

Und in puncto Anfängertauglichkeit punktet der Lechweg wie kein zweiter in den Alpen: Man bewegt sich ständig in talnaher Umgebung, muss keine Klettersteige, geschweige denn Absturzgelände fürchten, braucht weder alpine Erfahrung noch viel Ausrüstung, steht dank vorbildlicher Beschilderung garantiert nie im Wald.

Lechweg – Staunen und Genießen

Das fängt schon mal gut an: Zum Start der ersten Etappe des Lechwegs bringt der blaue Wanderbus von Lech am Arlberg die Wanderer bis zum Formarinsee und es eröffnet sich auf 1.793 Metern ein Traumpanorama über den See, aus dessen Quelle der Lech entspringt und seinen Weg beginnt.

Steinbockdenkmal

Steinbockdenkmal | © Verein Lechweg

Jedes Jahr bildet sich der Formarinsee aus Schmelzwasser neu, seine Lage im Lechquellengebirge macht ihn zu einem der schönsten Plätze Österreichs und dem Start-Highlight des Lechwegs. Im Frühjahr können Besucher nach der Schneeschmelze einige Quellen direkt neben dem Weg entdecken.

Der Formarinbach ist am Anfang der ständige Begleiter der Wanderung, bevor er sich mit dem Spullerbach zum jungen Lech vereinigt.

An der Alpe Formarin erinnert ein Steinbock-Denkmal an die Wiedereinsetzung des Steinwildes  seit 1958. Heute lebt dort die größte Kolonie der Tiere in Europa. Am jungen Lech entlang geht es auf Holzstegen und über zahlreiche Brücken vorbei am Gasthaus Älpele bis zum Fischteich im Zugertal, wo sich eine Brotzeit mit fangfrischen Forellen und Saiblingen anbietet.

Wegweiser Lechweg

Das große „L“ begleitet die Wanderer bis Füssen | © Verein Lechweg

Der Lech schlängelt sich durch den Lecher Ortsteil Stubenbach bis nach Warth am Arlberg/Gehren/Lechleiten durch eine verzweigte Tobellandschaft, die auch abseits der Pfade verläuft.

Oberhalb der Lechschlucht an der Gemeindegrenze zwischen Lech und Warth überquert der Wanderer klare Gebirgsflüsse und erreicht über Forstwege durch den Höhenwald schließlich das Walserdorf Warth.

Hier zeugen das Walserhus und die Kirche St. Sebastian von der Handwerkskunst der Walser. Wer eine Abkühlung braucht, geht mit den Guides der Alpinschulen aus der Gegend zum Wildwasserschwimmen. Über die Krumbacher Hängebrücke läuft der Lech weiter auf Tiroler Boden nach Gehren.

Besuch bei der „Geierwally“

In der Naturkäserei Sojer genießen Besucher ein Stück vom „Lechweg Beeriger-Lechtler“ bevor es weiter Richtung Hägerau geht. Dort laden Wasserfälle und Kneippanlagen zum Wassertreten und Relaxen ein. Entlang des Jochwegs erreichen die Wanderer schließlich Holzgau.

Lüftlmalereien aus dem Spätbarock bilden hier an den Fassaden der Häuser verschiedene architektonische Elemente und Motive aus der Bibel oder dem bäuerlichen Alltag nach.

Weg oberhalb von Holzgau

Malerisch verläuft der Weg oberhalb von Holzgau | © Verein Lechweg

Auf dem Weg von Holzgau nach Bach streckt sich der Lechweg über eine spektakuläre Fußgängerhängebrücke, die 200 Meter lang und 110 Meter hoch die Höhenbachschlucht überspannt. Wer nicht schwindelfrei ist, wandert auf einer alternativen Route ins Höhenbachtal hinein, vorbei am imposanten Simswasserfall bis zur Einkehrmöglichkeit „Café Uta“.

Von dort führt ein Wanderweg hinauf zur Schigge. Auf festem Boden geht es weiter nach Bach.

Unmittelbar am Lechufer kommen Besucher weiter ins Zentrum des Lechtals nach Elbigenalp. Einem Dorf, wo sich Berühmtheiten wohlfühlten: Neben Königin Marie, Mutter von Bayerns König Ludwig II., ist Elbigenalp der Geburtsort der legendären Geierwally Anna Stainer-Knittel.

Auf der bekannten Geierwally-Freilichtbühne werden Theaterstücke und Konzerte mit Bezug zum Lechtal aufgeführt. Im Restaurant „Zur Geierwally“ geben verschiedene A Ausstellungsstücke Einblicke in das Leben der Anna Stainer-Knittel.

Das Dorf ist auch eine Hochburg der Schnitzkunst mit mehreren Schnitzschulen, die besichtigt werden können. Ein Prost auf den Lechweg gibt es in der Schaubrennerei des Lechweg-Kramat: Dort verfolgen Besucher zuerst die Herstellung der würzigen Ginsorte, bevor sie den edlen Brand verköstigen.

Ruhepunkt am Lechweg

Immer wieder gibt es entspannte Ruhepunkte | © Verein Lechweg

Der Lech – einer der letzten echten Wildflüsse der Alpen

Vom Ortskern Elbigenalp geht es zurück auf den Lechweg in Richtung Häselgehr. Vorbei am Biotop bei Köglen überqueren Wanderer die Lechtaler Landesstraße und laufen über Forst- und Waldwege weiter bis nach Häselgehr.

Nach dem Doser Wasserfall, der jedes Jahr aufs Neue entspringt und wieder versiegt, führt die Wanderung über den Burenweg und Panoramaweg bis nach Elmen und Vorderhornbach. Dort genießen die Besucher einen tollen Panoramablick auf das Flusstal. Im Naturerlebnisbad „Badino“ lässt es sich in chlorfreiem Wasser wohlverdient entspannen.

Breite unrsprüngliche Lechufer bei Weißenbach

Breite unrsprüngliche Lechufer bei Weißenbach | © Verein Lechweg

Ab Stanzach offenbart sich der wilde Charakter des Lechs: Entlang der Schotterbänke geht es durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas bis nach Forchach. Auf dem leichten Wanderweg bietet sich eine Fülle an Rast- und Entspannungsmöglichkeiten.

Ob Steinmännchen bauen oder Brotzeit auf einem der Treibholzstämme – am wilden Lech heißt es genießen.

Vogelkundler finden in den Schotterbänken beste Bedingungen für das Beobachten vieler Brutvogelarten. An der Forchacher Hängebrücke verläuft der
Lechweg weiter über den Baggersee nach Weißenbach zum Weiler Rieden und dem idyllischen Riedener See, bevor die Wanderer das letzte Stück Richtung Wängle bewältigen.

Königlicher Abschluss am Lechweg

Kurz vor dem Lechfall reiht sich ein Highlight an das nächste: Von Wängle aus führt der Lechweg zunächst hinauf zur Costarieskapelle, wo man mit dem perfekten Ausblick auf den Talkessel von Reutte belohnt wird.

Weiter geht es in Richtung Frauensee, bevor der Weg wieder hinunter zum Lech und weiter in die Pflacher Au führt. Diese ist bekannt für ihre Vogelvielfalt. Auf dem 17 Meter hohen Vogelaussichtsturm kann man das ganze Gebiet überblicken.

Bei Pfalch verlassen Wanderer den Fluss und gehen auf Wald- und Forstwegen über den Kniepass bis zur Sternschanze, die als vorgelagerte Befestigungsanlage heute Teil der Burgenwelt Ehrenberg ist. Dann folgt die letzte Wegstrecke bis zum Lechfall in Füssen.

Nach einem Stück auf Forstwegen führt der Lechweg auf Waldpfaden in Richtung Alpsee auf bayerischen Boden – mit einer herrlichen Aussicht auf Schloss Hohenschwangau und Schloss Neuschwanstein.

Auf dem Alpsee-Rundweg geht es vorbei am Marienmonument, bevor der Lechweg oberhalb des Schwansees ein letztes Mal ansteigt.

Blick auf Füssen

Blick auf Füssen | © Verein Lechweg

Auf dem Kalvarienberg angekommen, entschädigt der Ausblick für alle Strapazen: Über die Dächer von Füssen hinweg reicht die Sicht auf der einen Seite weit ins Alpenvorland mit seinen vielen Seen, auf der anderen zu den Königsschlössern und nach Tirol. 

Infos zum Lechweg

Um die  geeignete Schlafmöglichkeit  muss  man  sich  auch  keine  großen  Gedanken  machen,  denn  es  gibt Unterkunftsmöglichkeiten  für  jeden  Geschmack  entlang  des  Weitwanderwegs  –  von  heimeligen Privatzimmern bei ortansässigen Gastgebern bis hin zu komfortablen Hotels mit Wellness und Co. ist  alles  dabei.

Übrigens:  Der „Lechweg-Shuttle“ transportiert  das  Gepäck  bis  zur  nächsten Unterkunft. So wandern man unbeschwert mit leichtem Tagesgepäck.

Gemütliche Variante: 8 Tage
Etappenlängen: ca. 10 – 21,5 Kilometer pro Tag

Klassische Variante: 7 Tage
Etappenlängen: ca. 11 – 24,5 Kilometer pro Tag

Entschleunigende Variante mit Pausentagen: 10 Tage
Etappenlängen: ca. 10 – 21,5 Kilometer pro Tag
Für alle, die den Lechweg und die Regionen ganz in Ruhe genießen möchten.

Der Weg ist von Mitte Juni bis Mitte Oktober auf seiner gesamten Länge wanderbar. Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni  (Frühjahrsvariante)  sowie  Mitte  bis  Ende  Oktober  (Herbstvariante)  ist  der  Lechweg  wegen Schnee hingegen nur von Steeg bis Füssen zu begehen.

Weitere Infos zum Lechweg gibt’s direkt beim Verein Lechweg:

www.lechweg.com

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