Länderberichte

Kanada | Nova Scotia

Bay of Fundy
Manuela Imre
Geschrieben von Manuela Imre

Es gibt viele gute Gründe für eine Reise durch Nova Scotia, Kanadas zweitkleinste Provinz. Wir nennen Ihnen die 15 wichtigsten. Unter anderem: der höchste Tidenhub der Welt, die köstlichsten Hummer und Jakobsmuscheln weit und breit sowie famoses Whale-Watching

#01 Cabot Trail

Eine der schönsten Küstenstraßen der Welt
Der Cabot Trail auf Nova Scotia, eine der schönsten Küstenstraßen weltweit. 297 Kilometer lang ist die kurvige Ringstraße um Cape Breton Island. Fährt man die Strecke gegen den Uhrzeigersinn genießt man den spektakulärsten Ausblick auf die tiefgrünen Hügel, die sich vom dunklen Blau des Sankt-Lorenz-Golfs abheben, und auf die Wellen, die gegen die stei­len Felsklippen prallen. Im Bistro und Store „Two Buoys“ können Sie sich stärken.

#02 Celtic Heritage

Dudelsack, Kilt und Single Malt
Die sanften Kurven, das tiefe Grün, die meterhohen Felsen vor der rauen See – das alles kommt Ihnen etwas schottisch vor? Gut getippt! Das fanden auch die gut 50.000 Schotten, die während der „Highland Clearances“ aus ihrer Heimat hierher vertrieben wurden. Gälisch war lange die erste Sprache auf der Insel. Heute reicht es, wenn man das Wort „Cèilidh“ (KAY-lee) kennt, das einen in jedem Ort zum besten Pub mit Live-Musik, Single Malt und Dudelsack-Klängen bringt – Kilts inklusive.

#03 Whale-Watching

Auf Tuchfühlung mit den Ozeanriesen
Der „Gesang“ ist zuerst da. Ein leichtes Raunen, dann ein Klicken und schließlich ein lang gezogenes Pfeifen. Dann hebt sich der Koloss aus dem Wasser, dreht sich mitten im Sprung zur Seite und klatscht zum Abschluss mit der riesigen Flosse gegen die Wasseroberfläche. Neben den quirligen Delfinen ist die Akrobatik des Ozeanriesen das Highlight der Whale-Watching-Cruise von Pleasant Bay.

#04 Cabot Cliffs

Kanadas bester Golfplatz
Kanadas bester Golfplatz hat eine spektakuläre Lage auf den Cabot Cliffs. Die sanften Hügel der Anlage, die roten Klippen, die Weite des Sankt-Lorenz-Golfs, der goldene Sonnenuntergang – ein bisschen viel für die Sinne, wenn man auch noch Einlochen will.

#05 Louisbourg

Tor zur Vergangenheit
Louisbourg ist eine rekonstruierte Festungsanlage des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1719 nach König Ludwig XV. benannt, ermöglicht das Städtchen heute Kanadas schönste Reise in die Vergangenheit. Beim Schlendern durch die historischen Gassen, beim Plausch mit Bäckersfrauen und bei den Tänzen der Bewohner in aufwendigen Gewändern wird die Geschichte sehr lebendig.

#06 Halifax

Hippe Hauptstadt
Nova Scotias Hauptstadt Halifax taucht gelegentlich im atlantischen Nebel ab. „Wahrscheinlich sind unsere Häuschen darum so bunt“, lacht Peter, der Kellner im „Foggy Goggle“. Das trifft auf die alte Kneipenstraße mit den bonbonfarbenen Bauten zu. Der moderne Teil der Stadt glänzt durch schimmernde Glashochhäuser im Sonnenlicht. Coole Cafés, eine brodelnde Musikszene und lässige Restaurants lassen den Hippness-Faktor ansteigen. Mehr als 30.000 Studenten lernen in Halifax an sechs Universitäten. Das gibt dem Stadtbild einen jugendlichen Bohemian-Touch. 40 Prozent der Bevölkerung von Nova Scotia leben im Großraum Halifax. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen: die sternförmige Zitadelle Fort George, das Einwanderer-Museum am Pier 21, die Art Gallery of Nova Scotia, der Waterfront Boardwalk sowie das Maritime Museum of the Atlantic mit seiner „Titanic“-Ausstellung.

#07 LawrenceTown Beach

Hotspot für Surfer
Der Atlantik ist kein Planschbecken für Zartbesaitete, mit dickem Neopren ist die Kälte aber gut auszuhalten. Die Wellen sind auch für Anfänger konstant gut, im Sommer übersteigen die Werte an Land sogar die 25-Grad-Grenze. Dann füllt sich der 1,5 Kilometer lange Lawrencetown Beach mit Sonnenanbetern, das Meer hat dann maximal 16 Grad.

#08 Peggy’s Cove

Kanadas meistfotografierter Leuchtturm
Über Jahrzehnte hinweg bewies ein kleiner Leuchtturm-Stempel: Die Karte kommt aus Peggy’s Cove. Das winzige Post Office im bekanntesten Symbol Nova Scotias wurde zwar 2009 geschlossen, der rot-weiße Bau bleibt aber eines von Kanadas schönsten Postkartenmotiven.

#09 Lunenburg

Weltkulturerbe an der Lighthouse Route
„Nova Scotia ohne Sailing-Trip? Undenkbar!“ Im Hafen von Lunenburg liegt die Replik der majestätischen „Bluenose II“ am Dock. Wem der imposante Schoner bekannt vorkommt: Ein Blick auf die kanadische Zehn-Cent-Münze wird das Rätsel im Kopf lösen. Seit dem Baujahr 1921 gewann das Schiff unzählige Trophäen. Darauf sind die Bewohner besonders stolz und auf den Stadtkern: Der wurde mit seiner knallroten Holzarchitektur und den alten Kapitänsvillen zu Recht zum Unesco-Weltkulturerbe gekürt.

#10 Kejimkujik National Park

Paddelparadies und Petroglyphen
Menschen, Tiere und dekorative Symbole fein in Stein gemeißelt – der First-Nations-Stamm der Mi’kmaq hinterließ an den Felswänden des heutigen Kejimkujik National Park mit über 500 Petroglyphen eine so lebendige Inszenierung ihres Alltags. Das macht den Gang ins Museum überflüssig. Umgeben von wuchtigen Wäldern und spiegelglatten Seen kehrt hier am Lagerfeuer eine berauschende Ruhe ein. Wer seine Ausdauer testen will, sollte über den Kejimkujik Lake paddeln: Die Mi’kmaq tauften den See „tired muscles“ – „müde Muskeln“.

#11 Lobster & Wein

Nova Scotias kulinarisches Traumduo
Der beste und frischeste Fang in ganz Kanada? Jeder Fischer der Inselkette zeigt sofort auf sein Boot. Eigentlich ist es auch ganz egal, wo man sich zum Lobster-Schmaus an den Tisch setzt – es schmeckt immer. Am malerischsten diniert es sich an der Bay of Fundy oder entlang des Cabot Trails. Dazu ein Glas frischen, weißen Tidal Bay. Ja, Nova Scotia kann auch winzern. Das Annapolis Valley mit seinem steinigen, säurehaltigen Boden entwickelt sich zu einer der spannendsten und überraschendsten Weingegenden des Landes.

#12 Bay of Fundy

Weltweit höchster Gezeitenunterschied
Zweimal täglich ziehen etwa 1.000 Millionen Tonnen Wasser in die „Bay of Fundy“ und wieder ab. Der mit bis zu 21 Metern höchste Gezeitenunterschied weltweit hat es bis ins Guinness-Buch der Rekorde gebracht. Bei Flut unbedingt im Kajak um die wuchtigen Felsen herumpaddeln, bei Ebbe einfach nur starren: Entblößt stehen dann karge Granitbrocken im dunkelroten Schlamm. Gut eineinhalb Kilometer kann man bis an den Meeresrand waten.

#13 Grand Pré & die Akadier

Die Wiege des französischsprachigen Kanada
Grand Pré – für die Akadier Kanadas ist es das Symbol der tragischen Geschichte ihrer Vorfahren. Wer in diesem Land Französisch spricht (und das sind immerhin gut 22 Prozent der Bevölkerung), der sieht hier seinen Ursprung. Die Franzosen gründeten im 17. Jahrhundert die Kolonie Acadie. Doch schon 1713 fiel die Region an England, Akadien ging unter, die Franzosen wurden vertrieben. Grand Pré ist heute Unesco-Weltkulturerbe und Museum: Mit Kostümen und Rollenspielen wird Besuchern Geschichte, Essen, Musik und Kultur näher gebracht.

#14 Joggins Fossil Cliffs

Auf der Suche nach prähistorischen Fossilien
310 Millionen Jahre sind die Reste eines längst vergangenen Regenwald-Ökosystems aus dem Pennsylvanian Coal Age, die man in den rot-grauen Felswänden der Joggins Fossil Cliffs sehen kann.

#15 Tidal Bore Rafting

Ritt auf der Gezeitenwelle
Das Boot zieht gemächlich über den Shubenacadie River – wir warten auf die Gezeitenwelle, ein Naturphänomen: Der Fluss fließt in die eine Richtung, die Flutwelle des Ozeans kommt aus der anderen. Als sie sich wie aus dem Nichts vor uns aufbäumt, bricht auf dem Raftingboot großes Geschrei aus. Das Gefährt knallt auf der Oberfläche auf, dahinter wartet bereits die nächste Welle, in Sekunden ist man pitschnass. Wo gerade noch alles flach war, herrscht auf einmal Seegang. Und in der Folge heftiges Adrenalinrauschen. Das passt auf eine ganz eigene Art zu Nova Scotia, wo eigentlich hinter jeder Kurve und jeder Klippe ein neuer und faszinierender Ausblick wartet – wenngleich in der Regel weit weniger nervenaufreibend.


Info

Anreise

In nur sechs bis sieben Flugstunden ist Halifax mit Condor von Deutschland aus per Direktflug (ab 750 Euro) erreichbar. Mit einem Zwischenstop in elf bis zwölf Stunden (ab 550 Euro) mit Lufthansa, Air Canada, Swiss International Airlines und Delta Airlines.

Einreise

Wer nicht auf dem Landweg nach Kanada einreist, benötigt seit 2016 ein elektronisches Visum, das sieben CAN-Dollar (rund fünf Euro) kostet. Alle eTA-Infos und Buchung: cic.gc.ca/english/index.asp

Weitere Infos bei Tourism Nova Scotia und bei Instragram.

Veranstalter

FTI hat unter anderem eine 15-tägige Rundreise „Atlantisches Kanada“ ab/bis Halifax im Programm, kostet ab 1.089 Euro pro Person. Weitere Informationen zu Reisen nach Nova Scotia finden Sie hier.


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Über diesen Autor

Manuela Imre

Manuela Imre

Den Fuß in die Schreiberei bekam Manuela mit 15 bei der Lokalzeitung. Heute lebt sie in New York, reist aber am liebsten um die Welt. Luxus? Ist schön, muss aber nicht sein. Am spannendsten sind letztendlich immer die unerwarteten Entdeckungen in verwinkelten Seitenstraßen, die spontanen Gespräche mit Einheimischen und die atemraubenden Ausblicke auf den Spitzen kleiner Bergdörfer. Auf wuseligen Märkten, an Straßenständen und in versteckten Suppenküchen verbergen sich zudem oft die köstlichsten Gerichte – die dürfen gern scharf und würzig sein. Die besten Mitbringsel aus fernen Ländern sind sowieso lokale Rezepte wie Amok aus Kambodscha, Laksa aus Malaysia oder Tom Yum aus Thailand. Die schmecken nachgekocht zwar meist nicht ganz so perfekt wie auf Reisen, machen aber die schönsten Erinnerungen wieder lebendig. Wenn die Journalistin nicht gerade auf Booten, Fahrrädern oder in Flugzeugen unterwegs ist, lässt sie es mit Yoga etwas ruhiger und rückenschonender angehen...der nächste lange Flug kommt bestimmt.

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