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Malaria | Wie schütze ich mich?

Malaria Überträger Mosquito
Redaktion
Geschrieben von Redaktion

Wie schützt man sich vor Malaria? Durch prophylaktische Einnahme von Medikamenten oder besser im nachhinein durch eine Standby-Akutbehandlung? Ein kurzer Überblick

Die alte Faustregel „Keine Malaria über 1.800 Meter!“ gilt längst nicht mehr, warnen Reisemediziner. So besteht in Kenia, Uganda und Tansania bis in
Höhen von ca. 2.500 Metern hohes Malariarisiko. Ganzjährig hoch ist das Risiko in Tansania, gering ist es noch bei Aufenthalten oberhalb von 1.800 m. In den Monaten Nov.–Juni ist auch in Botswana (u. a. in Chobe, Okavango) mit hohem Malariarisiko zu rechnen, im Norden ganzjährig.

In der übrigen Zeit ist das Risiko mittelhoch. Auch vor Südafrika-Reisen sollte man sich Gedanken zur Malariaprophylaxe machen: Hohes Risiko herrscht in der Northern Province und in Mpumalangas Lowveld inkl. Krüger-Nationalpark, besonders während der Regenzeit. Dort nimmt das Risiko nach Osten zu, dies gilt auch für die privaten Game Reserves. Mittleres Risiko herrscht im Tiefland von KwaZulu-Natal.

Der medikamentöse Schutz

Beim Schutz vor Malaria tropica hat man durch hohe Chloroquin-Resistenz der in Afrika vorkommenden Erreger die Wahl zwischen Medikamenten mit dem Wirkstoff Mefloquin (Lariam; Dosierung: 1 Tablette pro Woche. Einnahme 3 Wochen vor Reisebeginn und 4 Wochen nach Rückkehr. Die Kosten für 14 Tage Reisedauer liegen bei rund 50 Euro).

Alternativ greift man zu Produkten mit dem Wirkstoff Atovaquon-Proguanil wie Malarone. Dosierung: 1 Tablette à 250 mg täglich. Einnahme 48 Stunden  vor Betreten des Malariagebiets und die ersten 7 Tage nach Verlassen; Kosten für 14 Tage Reisedauer rund 125 Euro.

Unterdessen gibt es günstigere Generika wie Atovaquon/Proguanil-HCl Glenmark oder Atovaquon/Proguanil-HCl Stada, bei denen die 24-Stück-Packung um die 70 Euro kostet.

Atovaquon/Proguanil kann auch „standy-by“ nach einer Infektion beim Eintreten der ersten Symptome angewandt werden. Freunde der Stand-by-Behandlung sollten sich klarmachen, dass bei einer Akutbehandlung im Falle einer Erkrankung an Malaria binnen drei Tagen 12 Tabletten geschluckt werden müssen – eine Menge, die ansonsten binnen 12 Tagen fällig wird.

Wie verträglich sind die Wirkstoffe?

Dem teureren Kombiprodukt Atovaquon-Proguanil wird bessere Verträglichkeit nachgesagt. Häufige Nebenwirkungen von Lariam sind unter anderem Magen- und Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Man sollte 3 Wochen vor Reisebeginn mit der Einnahme beginnen, um zu sehen, ob man es verträgt. So kann man notfalls zur Alternative greifen.

Keine Malaria durch entsprechende Kleidung

Schutz vor Moskitostichen in der Dämmerung und nachts (dann sind die Mückenweibchen aktiv) bietet helle körperbedeckende Kleidung. Doch das genügt leider nicht: Untersuchungen haben gezeigt, dass 40 Prozent der Insektenstiche durch die Kleidung hindurch erfolgen. So sind Hemden und Hosen sinnvoll, die durch spezielle Webtechnik über einen mechanischen Moskitobiss-Schutz (sowie UV-Schutz) verfügen. Diese atmungsaktiven sowie wasser- und schmutzabweisenden Stoffe schützen zu-verlässig mechanisch vor Mückenstichen und UV-Strahlung.

Kleidung Safari Fjällraven

Kleidung Safari Fjällraven

Der alternative Malaria-Schutz

Man imprägniert selbst Hemd und Hose mit Antimückensprays wie dem Nobite Spray Kleidung, dessen Wirkstoff Permethrin geruchsneutral und für alle Stoffarten und auch Funktionsfasern geeignet ist. Die Wirkung hält bis zu 2 Monate, wobei Funktionsfaserkleidung 2 x gewaschen werden kann, ohne dass die Wirkung verloren geht. Das Mittel hält zum einen Mücken fern, zum andern ist es ein Kontaktgift.  Wählen Sie auf jeden Fall leichte atmungsaktive Kleidung aus Funktionsfaser. Für den Oberkörper raten Experten abends und nachts zu langärmligen Hemden.

Sprühen, schmieren, cremen!

Unbedeckte Hautstellen an Armen, Beinen, Füßen, Händen und Hals sind – flächendeckend, da die Wirkung nicht „ausstrahlt“ – mit insektenabweisendem Mittel zu behandeln. Cremes sind von einer länger andauernden Wirkung als Sprays. Die effektivsten Wirkstoffe sind das auch von der WHO empfohlene DEET oder Dimethylophthalat. Deet-Präparate gibt es auch für empfindliche Haut. Generell gilt: je höher der DEET-Anteil, desto effektiver das Mittel, das Ihnen auch Milben, Sandfliegen, Zecken, Läuse und Tsetsefliege vom Leib hält.

Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft DTG rät für Reisen in die Tropen zur Kombination von Haut- und Kleidungsschutz. Das Kombi-Paket von Nobite kostet ca. 20 Euro. Sehr wirksam ist auch die Deet Anti-Insect Lotion von CarePlus – für Gebiete mit hoher Mückenverseuchung mit einem Deet-Anteil von 50 % und Wirkungsdauer von bis zu 10 Stunden.

Weitere aktuelle Informationen zur Malariaprophylaxe und den Risikoregionen

Bildquellen

  • Kleidung Safari Fjällraven: press.fjällraven.com
  • Mosquito: pixabay_wikilmages_tiger-mosquito-49141_1920

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