Länderberichte

Rügen | Sommerfrische

Christian Nowak
Geschrieben von Christian Nowak

Es gibt viele gute Gründe, warum Rügen, Deutschlands größte Insel mit den meisten Sonnenstunden, auch die beliebteste Urlaubsinsel ist. Die wichtigsten stellen wir euch vor …

Nach einer Legende soll derjenige König werden, der den 118 Meter hohen Kreidefelsen als Erster erklimmt und sich oben auf den für ihn reservierten Stuhl setzt. Nicht mehr als eine Legende, denn wohl niemand hat es bis heute geschafft, die weiche und brüchige Steilküste hinaufzuklettern.

Der Königsstuhl: Traum in Weiß

Egal, zu welcher Jahreszeit man zum Königsstuhl kommt, die aus dem Wald herausragenden weißen Kreideklippen bieten einen faszinierenden Anblick. Seit 1990 sind sie Teil des kleinsten deutschen Nationalparks Jasmund. Von Sassnitz bis Lohme führt der Hochuferweg – eine beliebte Tagestour – bergauf, bergab entlang der Steilküste und bietet dabei immer wieder Ausblicke auf das Meer und die Kreide.

Kap Arkona: Turm-Trio mit Top-Aussicht

Auch wenn es oft behauptet wird, ist Kap Arkona zwar Deutschlands sonnenreichster Ort, aber nicht Rügens nördlichster Punkt. Andrang herrscht trotzdem, denn drei Leuchttürme so dicht beieinander – das ist einmalig an der deutschen Ostsee-Küste. Außerdem bietet sich von allen ein grandioser Ausblick.

Zum wirklich nördlichsten Punkt gelangt, wer vom Kap Arkona einen Kilometer nach Nordwesten entlang der Steilküste bis zum Gellort geht. Verfehlen kann man das Ziel nicht, denn genau hier liegt der Siebenschneiderstein, ein 165 Tonnen schwerer Findling, am Ufer.

Bäderarchitektur: prominente Promenaden

Ende des 19. Jahrhunderts zog es die Schönen und Reichen von Berlin an die Ostsee. Hier ließen sie sich fantasievolle Villen bauen, Geld spielte keine Rolle und man zeigte gerne, was man sich leisten konnte. So verwandelten sich die einst kleinen Fischerdörfer Binz, Sellin, Baabe und Göhren in mondäne Badeorte.

Die schönsten Beispiele der Bäderarchitektur findet man entlang der Binzer Strandpromenade. Denn schon damals war Meerblick ein Synonym für Bestlage, obendrein konnte man hier seinen Reichtum am besten zur Schau stellen. Heute ist Binz wieder das, was es einmal war: ein Seebad mit schneeweißen Hotels der Extraklasse, einem Kurhaus und – na klar – einer Seebrücke.

„Grand Hotel Binz“: Pracht mit Asia-Touch

Das „Grand Hotel Binz“, das im offiziellen Titel auch noch den Begriff „Private Palace“ führt, gehört zu den Top-Häusern auf der Insel. Die Villen in moderner Bäderarchitektur liegen nur wenige Meter vom Meer entfernt. Von den Zimmern schauen die Gäste entweder auf den Buchenwald und genießen auf der Terrasse den Sonnenschein oder sie wählen den Blick auf den Strand.

Selbstverständlich gibt es Schwimmbad, Finnische Sauna, Duftsauna, ein türkisches Dampfbad sowie einen Fitnessbereich und einen exklusiven Wellnessbereich.
DZ/F ab 85 Euro

Störtebeker-Festspiele: Showspektakel vor feiner Kulisse

Jeder kennt den Namen des berühmten Freibeuters Klaus Störtebeker und doch beruht sein Leben nur auf Legenden. Störtebeker jedenfalls wurde Anführer der Piraten um Gödeke Michels, die sich Likedeeler (Gleichteiler) nannten, weil sie den Reichen nahmen und den Armen gaben. Man könnte Störtebeker daher auch als „Robin Hood der Ostsee“ bezeichnen.

Sein abenteuerliches Leben bietet genügend Stoff für die Störtebeker-Festspiele, die alljährlich auf der Freilichtbühne von Ralswiek rund 400.000 Besucher in ihren Bann ziehen. Viel wichtiger als die Story, die sich stets um Liebe, Verrat und Freundschaft dreht, ist das Spektakel. Vor allem Spezialeffekte, Stunts und das Feuerwerk mit dem Jasmunder Bodden als Kulisse begeistern die Zuschauer.

Putbus: Fürstenresidenz mit vielen Hinguckern

Inspiriert von seinen Italien-Reisen ließ sich Fürst Wilhelm Malte I. Anfang des 19. Jahrhunderts eine neue Residenzstadt im klassizistischen Stil erbauen. So entstand innerhalb weniger Jahre ein einmaliges Gesamtkunstwerk aus Architektur, Kunst und Parklandschaft. Bis auf das 1962 gesprengte Schloss sind alle seine Bauten in Putbus bis heute erhalten geblieben. Den Mittelpunkt der Stadt bildet der „Circus“, ein runder, von weißen Villen gesäumter Platz mit einem Obelisken in der Mitte. Auch das klassizistische Residenztheater stammt vom Fürsten und begeistert noch heute durch seine Akustik.

Der im englischen Stil angelegte Schlosspark besitzt einen alten Baumbestand, von den Gebäuden haben der Marstall und die Orangerie nach französischem Vorbild überdauert. Ein weiteres fürstliches Meisterwerk ist das Jagdschloss Granitz auf dem Tempelberg. Eine filigrane, gusseiserne Wendeltreppe führt im Innern des Mittelturms zur Aussichtsplattform, von der man über die Wälder der Granitz blickt.

Wellness-Tradition: Wohltaten der Heilkreide

Nicht nur bei „Schietwetter“ steht Wellness hoch im Kurs. Entsprechend vielfältig ist das Angebot, wobei es auf Rügen schon Heilkreideanwendungen gab, lange bevor das Wort Wellness überhaupt erfunden wurde. Bereits in den 1930er-Jahren nannte sich Sassnitz nicht nur Kur-, sondern auch Kreideheilbad. Mittlerweile gibt es auf Rügen einige Dutzend zertifizierte Wellnesseinrichtungen.

Das Anfang des 19. Jahrhunderts errichtete Badehaus Goor geht noch auf den Fürsten zu Putbus zurück, der es sich hier mit seinen noblen Gästen gutgehen ließ. Heute beherbergt das klassizistische Gebäude mit der beeindruckenden Kolonnadenfront ein Vier-Sterne-Wellnesshotel.
DZ/F ab 89 Euro

„Nautilus“: Spaß-Dinner im U-Boot

So, wie das „Nautilus“ stellt man sich Kapitän Nemos U-Boot aus dem Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne vor! Die Restaurantbesucher sitzen im Ruder- und Maschinenraum oder in der Kapitänsmesse, alle Räume sind gleichermaßen fantasievoll ausgestattet. Die Kombüse des 1995 in Putbus eröffneten Erlebnisrestaurants wird von Gerd Klatte geleitet, der Fisch- und Fleischgerichte kredenzt. Außerdem sorgen regelmäßige Shows und Livemusik für Unterhaltung. Gut dran ist, wer ein Kapitänszimmer beziehungsweise eine Kapitänssuite im Haus gebucht hat!
DZ/F ab 44 Euro, Restaurant: mittleres Preisniveau.


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