Länderberichte

Serfaus-Fiss-Ladis | Winterurlaub al gusto

Christian Haas
Geschrieben von Christian Haas

Hoch über dem oberen Inntal hat sich Serfaus-Fiss-Ladis nicht nur für Familien und Skicracks zu einer beliebten Urlaubsadresse entwickelt, sondern auch für Gourmets

Mit der U-Bahn vom Parkplatz zur Talstation? Wo gibt’s denn so was? Antwort: Im tirolerischen Serfaus. Dank der unterirdischen Luftkissenbahn werden die Autos seit mehr als 30 Jahren an den Ortsrand verbannt, was dazu führt, dass das 1.000-Einwohner-Dorf seinen rätoromanischen Charme voll ausspielen kann. Zu seiner Entwicklung als tendenziell eher hochpreisiges Ziel mit Fokus auf Familien- und Wellnessurlaubern haben sicher auch die mehr als 2.000 Sonnenstunden pro Jahr und die traumhafte Lage, rund 500 Meter hoch über dem Inntal beigetragen. Mit diesen Pluspunkten kann auch das, aus touristischer Sicht hochorganisierte Fiss nebenan aufwarten. Im Gegensatz dazu ist Ladis, erster Stopp auf dem Weg vom Inntal nach oben, doch eher bäuerlich geprägt. Dank Burg, alten Gemäuern und viel Flair ist es der ideale Ort für Romantiker.

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Candle-Light-Dinner auf über 2.000 Höhenmetern – das sorgt für zusätzliche Romantik

Kulinarik auf höchstem Niveau

Romantiker sind auch im „Crystal Cube“ richtig. Keine zwei Mann hoch messen die Seiten dieses perfekten, voll verglasten – oder besser gesagt voll verspiegelten – Würfels. Auf 2.600 Meter Höhe und gleich neben der Aussichtsplattform „Z1“ gelegen, dient der „Crystal Cube“ sommers wie winters als Mini-Gourmet-Restaurant. Maximal zehn Personen finden hier Platz. Die Exklusivität geht beim 360-Grad-Bergblick weiter – und erst recht beim kulinarischen Angebot. Zur Wahl stehen ein Sektfrühstück, ein „Luxury Lunch“ samt warmen Speisen und Champagner sowie der „High Tea“ mit Petits Fours und hausgemachten Pralinen. Wer hoch in den Bergen zu Abend essen will, zieht weiter zur „Zirbenhütte“, wo unter dem Motto „Genuss 2100“ Fisser Rollgerstl-Risotto, Petersilienschaumsüppchen oder Tartar vom Fisser Grauvieh aufgetischt werden, oder zum „Sunset Dinner“ in der modernen „Skihütte Masner“.

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Der „Masner Express“ verbindet das Nützliche des Pistenpräparierens mit dem Angenehmen des aufregenden Gästetransports

Spektakel mit Pistenraupen

Abenteuerlich: Zurück ins Tal geht es mit dem „Masner Express“, einer umgebauten Pistenraupe. In diesen Genuss kommen tagsüber auch Gäste, die ohne Skier oder Snowboard die Berge genießen wollen. Beim „Sunrise Hexensee“ etwa startet der „Masner Express“ schon im Morgengrauen und chauffiert Interessierte ganz gemütlich hinauf zur „Hexenseehütte“. Andere Pistenraupen werden ebenfalls zweckentfremdet, zum Beispiel beim alldienstäglichen „Nightflow“-Event in Fiss – Feuerwerk inklusive. Der Mittwoch wiederum steht unter dem Motto „Adventure Night“. Dort versetzen farbenprächtige Musikszenen, hochkarätige Showeinlagen und spektakuläre Stunts die Besucher am Komperdell-Hochplateau in Verzückung.

Nightflow

Nächtliches Spektakel gibt es auch in Fiss – beim „Nightflow“. Oben der illuminierte Fisser Flieger und Nachthimmel, unten illuminierende Pistenraupen!

Hauptbeschäftigung der Winetrurlauber ist und bleibt aber nach wie vor das Skifahren. Und auch wenn der Großteil der 214 Pistenkilometer für Genussfahrer erfahrbar ist, locken dennoch ein paar echte sportliche Leckerbissen, darunter die „Direttissima“ mit einem durchschnittlichen Gefälle von 70 Prozent. Auf 2.600 Metern zerrt die Schwerkraft derart am Körper nach unten, dass es nur ausgesprochen guten bis sehr guten Skifahrern zu empfehlen ist, sich dieser Herausforderung zu stellen.

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Auch wenn es einige schwarze Pisten gibt: 87% des Pistenangebots ist blau und rot, also leicht und mittel

Schneemangel? Schnee von gestern!

Gut zu wissen: Schneeknappheit ist in Serfaus-Fiss-Ladis ein Fremdwort. Durch den neuen großen Speicherteich „Frommes II“ in Fiss kann gleich die doppelte Menge der weißen Pracht produziert werden – und bis knapp 3.000 Metern Höhe auf noch mehr Pisten in der Sonne glitzern. In der Gesamtbilanz sind mittlerweile 80% der Pisten beschneibar. Für Frühaufsteher interessant: Immer mittwochs von Mitte Dezember bis Mitte April wird die „Erste Spur“ angeboten. Diese führt eine limitierte Teilnehmerzahl im Licht des noch jungen Tages auf die frischen Pisten und anschließend zum Bergfrühstück in die „Ski Lounge“ in Serfaus oder die „Zirbenhütte“ in Fiss-Ladis.

Sunrise Hexensee

Sonnenaufgang über dem Inntal – auf zur „Ersten Spur“!

Wo die Kleinsten die Größten sind

Dreh- und Angelpunkt des Serfauser Gebiets ist das Komperdellplateau auf knapp 2.000 Metern Höhe. Wer die leichten Hänge am Alpkopf und Plansegg sowie die mit spielerischen Hindernissen durchsetzte Bärenpiste problemlos meistert, der kann sich eine Etage höher wagen, wo unterhalb der Scheid auch einige schwarze Pisten warten. Eine Gondel, nämlich der in Serfaus startende Sunliner, stellt mit dem Königsleithe-Sechsersessel die Verbindung nach Fiss und Ladis, den beiden Nachbargemeinden, dar. In diesem Gebiet locken überwiegend mittelschwere Genusshänge, vor allem die Nordseite des Schönjochs begeistert Skifans. Die unteren Hänge eignen sich perfekt für Einsteiger, vor allem Kinder.

Ort: Serfaus-Fiss-Ladis

Snow-V mit Kind und Skilehrer in „Bertas Kinderland“ von Fiss

Überhaupt sind in der Region die Kleinsten die Größten. Kontinuierlich wurde das Familienangebot zu einem der Familien-Top-Spots der Alpen ausgebaut. In Serfaus sorgt etwa der „Murmlipark“ für lachende Kindergesichter – und die neue, riesige Indoor Spiel- & Kletterwelt PLAYIN Serfaus, die Kids und Teens abseits der Pisten und Fun Areas bei bester Laune hält. Zu den Highlights gehören hier ein Laserraum, eine Softplay Anlage, die sich über ganze sechs Etagen erstreckt, eine große Kletterhalle mit elf verschiedenen Kletterwänden, ein Boulderraum, der einem Chemielabor nachempfunden ist und eine interaktive Play Wall.

PlayIn

Alles bestens im Griff!

XXL-Spielplatz im Schnee

Absolutes Highlight ist und bleibt aber die Kinderschneealm auf dem Komperdell hoch über Serfaus: Auf 45.000 Quadratmetern mehrere Dutzend Skilehrer um das Wohl der Kinder, um das man sich im Angesicht der Attraktionen wahrlich keine Sorgen machen muss.

Bärenpiste

Tiersch viel Spaß verspricht die Bärenpiste in Serfaus

Geboten werden ein Tubingpark, ein Erlebnisspielplatz, ein Parcours für Mini-Ski-Doos, x-Kinderskilifte mit Laufbändern, ein eigener Hort und der Murmli-Truck, der die Kids mittags in ihr Restaurant chauffiert. Plus: Der Murmli-Trail aktiviert mit seinen Spaßstationen letzte Kräfte.

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Rummelplatz? Gipfelspaß! Mit dem Fisser Skyswing

Serfaus’ Nachbargemeinden Fiss und Ladis tun ebenfalls viel für Kinder (und somit auch für deren Eltern). In Fiss begeistern an der Bergstation der Fisser Flieger und Skyswing und das an der Mittelstation der Sonnenbahn gelegene „Bertas Kinderland“ mit elf Förderbändern, Tubingbahn, Spielparcours und einem Klangwald. Auch nett: die Fisser Höhlenwelt, durch die junge Skifahrer hindurchflitzen können.

Ort: Serfaus-Fiss-Ladis

Nur fliegen ist schöner!

Informationen

Serfaus-Fiss-Ladis Information

Über diesen Autor

Christian Haas

Christian Haas

Christian Haas – Jahrgang 1974, Wirkungsstätte München – liebt seit jeher die Kombination Reisen und Schreiben. Naheliegende Konsequenz: Studium der Geographie und Kommunikationswissenschaften in Eichstätt und München. Diplomarbeit in Venezuela, Nationalparkpraktikum in Puerto Rico, Redakteursanstellung in München. Seit 2002 als Reisejournalist und Autor selbstständig, Schwerpunkt Outdoor, Familie, Kurioses. Seit 2013 gehört Christian Haas zum Redaktionsteam von abenteuer und reisen.

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