Fliegen

Singapore Airlines | Edel-Holzklasse

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Wird der 12-Stunden-Flug mit Singapore Airlines’ Premium Economy Class zum Erholungs-Programm? Das haben wir getestet – und Tipps für günstigen Stopover-Urlaub in der City mitgebracht.

Was die taiwanesische EVA Air vor 23 Jahren mit der „Evergreen Deluxe Class“ losgetreten hat, hat längst als „Premium Economy Class“ weltweit Karriere gemacht.

Zielgruppe sind neben kostenbewussten Geschäftsreisenden auch Urlauber, die ein Plus an Komfort und Freigepäck suchen und bereits sind, auf Asienflügen dafür 500, 600 Euro mehr zu zahlen.

Über 30 Fluggesellschaften bieten das Mittelding zwischen Business und Economy an, seit Sommer 2014 auch die Lufthansa und seit Herbst 2015 der vielfach preisgekrönte Premium-Carrier Singapore Airlines.

Sinn und Zweck?

Was darf der Langstrecke fliegende Gast von dieser Klasse erwarten? Mehr Spaß über den Wolken. Keine schmerzenden Knie, weil man ständig an den Vordersitz stößt. Keine Zerrungen im Rücken, weil man sich auf der Suche nach Schlaf gefährlich verrenkt und verdreht. Dank größeren Sitzabstand mal richtig die Beine lang machen zu können.

Schon legendär ist der traditionelle Look der Singapore Girls. Perfekte Kulisse ist die Premium Economy Class

Flotteres Check-in, Priority-Boarding und 35 statt 30 Kilo Freigepäck. Das sind bei fast allen Airlines die variierten Zutaten – das alles zu einem Aufpreis von 600 bis 800 Euro aufs Economy-Ticket nach Singapur und zurück.

Chicken-rice

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Nachgemessen an Bord

Die neue Klasse wird in der Boeing 777, im A380 und A350 von Singapore Airlines angeboten. Spürbar sind die 15 Zentimeter mehr Sitzabstand: 96,5 statt 81,5 in der sowieso schon sehr komfortablen Economy und gegenüber 140 Zentimetern in der Business Class.

Die 47 bis 49,5 Zentimeter breiten (Business bis zu 86 Zentimeter), komplett getrennten, ledergepolsterten Sitze haben eine breite Armauflagefläche – das vermeidet Ellenbogenkriege – und manuell verstellbare Wadenstützen.

Schöner schlafen mit Singapore Airlines?

Auch wenn es mit Tiefschlaf nicht klappen mag, so kann man auf jeden Fall sehr entspannt schlummern. Der Sitz lässt sich maximal 20,3 Zentimeter nach hinten klappen, das ergibt eine komfortable Sitzneigung von 125 Grad.

Für eventuelle Schlafprobleme entschädigen der brilliante LCD-Monitor mit fast 35 Zentimetern Bilddiagonale, gute On-Ear-Kopfhörer mit aktiver Rausch-Unterdrückung und ergänzend zur gut sortierten Standardspeisekarte die Option, vorab das Wunschgericht via „Book The Cook“ zu ordern.

Mit ein paar guten Filmen, noch etwas Champagner, Scotch oder Gin Tonic klappt es auf jeden Fall mit der nötigen „Bettschwere“.

City statt Lounge!

Wer vor dem vor dem Weiterflug nach Neuseeland, Australien, Thailand oder Indonesien ein paar Stunden Zeit hat, sollte unbedingt mit der blitzblanken und properen U-Bahn in die Stadt fahren und mit dem Boarding Pass eine auf 5 Euro vergünstigte Fahrt mit dem SIA Hop-on Bus machen. Der verkehrt im 20-Minuten-Takt und hält an 21 Stationen unweit der wichtigsten Must-sees.

Noch besser ist der Kauf des neuen Singapore Explorer Pass für 39 Euro. Feines Essen gibt es ab vier Euro in den über 100 Hawker Centres der Stadt, von denen das Lau Pa Sat inmitten himmelstürmender Hochhäuser das wohl schönste ist.

Kurzurlaub mit Bett ab 34 Euro

Wer ganz schlau ist, legt die Flüge so, dass er eine Nacht in Singapore hat. Schon ab 34 Euro gibt mit dem „Singapore Stopover Holiday SSH“ der Airline eine Hotelübernachtung etwa im Hotel Mi oder im Hotel Royal @ Queens sowie Flughafen-Transfers, unbegrenzte Fahrten mit dem SIA Hop-on Bus und kostenlose Eintritte zu Top-Attraktionen wie dem Singapore Flyer, in die höchste Alfresco-Bar der Welt, das 282 Meter über der Stadt gelegene „1 Altitude“ und die Gardens by the Bay.

So sieht die neue Economy Class aus, zunächst an Bord an Bord der neuen Boeing 777-300ER, ab Dezember auf allen Langsstreckenflügen

So sieht die neue Economy Class aus

Kostencheck

Der knapp 12stündige Flug von Frankfurt nach Singapur kostet in der Economy direkt gebucht ab 599 Euro, in der Premium Economy ab 1.099 und in der Business Class mit etwas Glück ab 2.965 Euro. Der Preisunterschied zwischen Eco und Premium Eco variiert je nach Saison, Verfügbarkeit, Wettbewerb etc.

Tipp: Kurzfristig am Airport nach Kauf-Upgrades fragen, die Preise sind variabel und können am Check-in angefragt werden. Zuschlag etwa auf der Strecke nach Singapur liegt in der Regel bei 500 bis 800 Euro für den Hin- und Rückflug.

Animierte Infos zu allen Goodies der neuen Premium Economy Class

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Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch: eine 10.000-Kilometer-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer, spannende Großstädte weltweit und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up-Paddling im Sommer wie im Winter, bei Mountainbike-Touren – und in der Sauna.

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