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Sommer in der Schweiz | Tessin: Zwischen Himmel und Formaggini

Tessin: Tradition am Monte Generoso. Wanderer auf dem Weg zum Gipfel
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Der Monte Generoso im Tessin schafft seit jeher eine Verbindung zwischen der Schweiz und Italien. Auf über 1700 Metern eröffnet er atemberaubende Ausblicke auf die Alpen und die Seen von Lugano, Varese und Como.

Auch kulturell hat der „großherzige Berg“ viel zu bieten: Auf zahlreichen Alpen werden hier seit Jahrhunderten einzigartige regionale Produkte produziert, wie die Formaggini oder der Zincarlin.

Monte Generoso im Tessin

Am südlichen Ende des Lago di Lugano liegt der 1700 Meter hohe Monte Generoso. Dort thront auf einem Felsplateau die Fiore di pietra (Steinblume) des berühmten Tessiner Architekten Mario Botta. Wenige Schritte davon entfernt liegt die Alp Clericetti.

Zu Fuß vorbei an Rustici und Eisgruben

Frühaufsteher, die es auf ein Mittagessen auf der Alp Clericetti abgesehen haben, können von Mendrisio am Luganersee (328 Meter über dem Meeresspiegel) oder von der Mittelstation Bellavista (1221 Meter) bis auf den Monte Generoso (1700 Meter) wandern. Wer es etwas gemütlicher bevorzugt und ausschlafen will, nimmt die Zahnradbahn ab Capolago.

Zwei Stunden dauert die Rundwanderung von der Bergstation bis zum Gipfel des Monte Generoso sowie zu den Alpen Nadigh und Génor. Bauern leben dort im Sommer in alten Rustici, Trockensteinbauten, die kunstvoll von Hand gebaut werden. Eine weitere Einzigartigkeit des Monte Generoso sind die sogenannten Nevère (Eisgruben), wovon es auf dem Weg insgesamt elf Stück gibt. Hierbei handelt es sich um eine Art Kühlschrank aus Kalkstein, in dem früher im Tessin die Milch für die Butter- und Käseproduktion gekühlt wurde.

Tessin: Tradition am Monte Generoso. Panorama oberhalb des Ausflugsziels Fiore di Pietra von Mario Botta.

Panorama oberhalb des Ausflugsziels Fiore di pietra von Mario Botta

Alp Clericetti: schlicht fantastisch

Marisa Clericetti führt die höchste Alp des Monte Generoso. Seit fünf Generationen produziert ihre Familie dort lokale Käsesorten. Jedes Jahr von Mai bis Dezember kehrt Marisa zusammen mit ihrem Mann und den Tieren aus Roncapiano im Valle di Muggio zurück auf die Alp. „Ich bin gerne hier. Die Aussicht vom Monte Generoso ist schlicht fantastisch“, sagt sie.

«Manche Gäste kommen seit Jahren auf die Alp – sie sind Freunde geworden»
Marisa Clericetti

Tessin: Käseverarbeitung

Tradition am Monte Generoso. Formaggini-Koenigin Marisa Clericetti beim Verarbeiten des Kaeses

Tessiner Handarbeit und jahrzehntelange Erfahrung

Marisa versetzt den Käseteig mit etwas Salz und rollt ihn mithilfe eines Tellers geschickt zu einem „Büscion“. So heißt die charakteristische Zylinderform. Marisa weiß genau, wie viel Teig sie für einen perfekten Formaggino benötigt – schließlich produziert sie diesen Frischkäse seit über 40 Jahren.

«Viele sagen, dass kein anderer Formaggino so schmeckt wie der Clericetti»
Marisa Clericetti

Tessin: Tradition am Monte Generoso. Formaggini-Koenigin Marisa Clericetti beim bewirten der Gaeste.

Die Formaggini-Königin Marisa Clericetti offeriert ihren Gästen ihre lokalen Käsesorten

Einfach und authentisch

Auf der kleinen Terrasse vor ihrer Alp mit Blick ins Valle di Muggio bewirtet Marisa Clericetti Arbeiter und Ausflugsgäste. Auf dem Menü stehen ihre eigenen Produkte und die aus der Region: Formaggini, Formagella, Zincarlin und Trockenfleisch, dazu ein Merlot aus dem Mendrisiotto. Bei Marisa wird jedes Mittagessen zu einem kleinen Fest. 100 Formaggini produziert sie jeden Tag. Was nicht schon auf der Terrasse gegessen wurde, geht nachmittags mit der Monte-Generoso-Bahn hinunter an den See nach Capolago zum Verkauf. Auch die vielen müden Wanderern treten ihre Rückreise an und lassen sich noch ein letztes Mal von der Aussicht im Tessin bezaubern.

Tessin: Monte Generoso. Die Formaggini-Koenigin Marisa Clericetti uebergiebt zusammen mit ihren Gaesten den frischen Kaese an die Monte Generoso Bahn.

Marisa Clericetti übergibt zusammen mit ihren Gästen den frischen Käse an die Monte Generoso Bahn


Info

Das 130-jährige Jubiläum feiert die Monte-Generoso-Bahn im Jahr 2020.
2017 wurde das Bauwerk Fiore di pietra (Steinblume) des im Mendrisiotto gebürtigen Architekten Mario Botta bei der Bergstation eröffnet.

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