Länderberichte

Süd- und Mittelamerika | 15 Tipps für Sicherheit

Beate C. Kirchner
Geschrieben von Beate C. Kirchner

Reisen durch Süd- und Mittelamerika bergen generell ein
mittleres bis hohes Sicherheitsrisiko. Doch mit unseren
Dos & Don’ts wird der Trip im positiven Sinn unvergesslich,
bietet der Kontinent doch unzählige Highlights. 

Egal, ob pulsierende Metropolen wie São Paulo oder Bogota, grandiose Kulturstätten wie das legendäre Machu Picchu, die Wildnis von Amazonas und Pantanal oder Erlebnisse wie Rios Karneval – wichtig ist, Gefahren zu (er)kennen und gut vorbereitet zu sein. Unsere Autorin lebt seit über 20 Jahren in Südamerika und München.  Sie weiß, worauf es ankommt, und verrät Euch die 15 wichtigsten Tipps für Sicherheit.

#Gute Vorbereitung

Solide Informationen aus guten Reiseführern verschaffen wertvollen Wissensvorsprung. Auf welchen Strecken ist welches Verkehrsmittel empfehlenswert? In welchen Gegenden ist abzuraten, auf den Bus zu warten? Auf welche Fluggesellschaft kann man sich verlassen? Oder in welche Stadtviertel wagt man sich besser nur mit dem Taxi.

frau in rio

Ein guter Reiseführer gehört ins Gepäck. Mit Googeln allein kommt man nicht weiter

 

#Sprache lernen!

Ein Minimum an Sprachkenntnissen bringt große Vorteile. Zum einen, weil in Landstrichen abseits der Touristenzentren niemand Englisch spricht. Zum anderen helfen schon einige Schlagwörter, eine Konfliktsituation rasch und ohne Probleme zu beenden. Handbücher mit grundlegenden Redewendungen, aber auch Sprach-Apps sind hilfreich.

#Gesundheit und Vorsorge

Auf jeden Fall vom Tropenmediziner beraten lassen. Welche Impfungen relevant sind, hängt von der Reiseroute ab, Tetanus, Polio und Diphtherie sollten grundsätzlich wirksam sein und gegebenenfalls aufgefrischt werden. Malaria-Prophylaxe ist meist nicht indiziert, für wenige Gegenden ist ein Notfall-Präparat im Reisegepäck ratsam. Immer sinnvoll ist eine Hepatitis-A-Impfung, da der Virus bereits am Salatbuffet übertragen werden kann.

Wer fernab von Großstädten reist, für den gilt: Wasser besser nur aus der Flasche, Essen nur mit Schale oder gekocht, Getränke am besten nur verschlossen.

kanufahrt im pantanal

Nicht nur bei Kanutouren ist tropenmedizinische Beratung vor der Abreise anzuraten

 

#Bei der Ankunft

Die Unterkunft in der Ankunftsnacht immer im Voraus buchen. Nach dem Stress der Reise, den ersten Eindrücken in der fremden Welt und mit dem Reiserucksack im Nacken fällt man rasch auf, tendiert zur Unaufmerksamkeit und wird zur leichteren Beute für Taschendiebe. Die Unterkunft sollte grundsätzlich in sicherer Lage (Informationen aus dem Reiseführer), in Großstädten am besten in Metro-Nähe liegen. Apartmenthäuser sollten am besten mit einem Portier besetzt sein.

#Der erste Tag vor Ort

Kontakt mit Einheimischen bringt Sicherheit und Information. Ein Stadtrundgang mit Locals wie etwa die Freewalker-Touren in Rio de Janeiro schafft einen ersten Überblick und Kontakte zu anderen Reisenden. Für Fahrradfans gibt es in vielen Städten die Möglichkeit, eine City-Tour auf dem Bike zu unternehmen.

#Das richtige Outfit

Besonders in den Großstädten ist die Rate an Diebstahlsdelikten und Überfällen überdurchschnittlich hoch. Deshalb ist das Wichtigste: unauffälliges Erscheinungsbild. Einfache, praktische Kleidung, mit der man in der Masse praktisch untergeht, ist die beste Versicherung. Teure Uhren und Schmuck im Hotelsafe lassen. Kreditkarte und etwas Bargeld sind für den Tag ausreichend, vom Reisepass genügt eine Kopie.

tourist in machu picchu

Beim Trekking ist die Gefahr von Diebstählen gering. Wertsachen lässt man aber zuhause

Am besten ist alles eng am Körper aufgehoben, Geld sollte griffbereit sein, kleine und große Geldscheine getrennt. So kann man ein Eis bezahlen, ohne dass jeder sieht, wie viel Geld man in der Börse hat. Eine Tasche muss nicht mit, denn auch das erleichtert Taschendieben das Geschäft.

#Was tun bei einem Überfall?

Sollte es doch zu einem Angriff kommen, gilt: Kommt der Dieb schnell zum Erfolg, ist er auch schnell wieder weg. Daher ist es immer ratsam, eine kleine Summe an Bargeld griffbereit zur Hand zu haben, etwa in einer bestimmen Hosentasche, um diese im Ernstfall sofort zu zücken.

#Der Handytrick

Neben Bargeld steht das Handy ganz oben auf der Wunschliste, daher sollten ein weniger teures Reisehandy, auf dem nicht exklusiv alle Adressen und Lieblingsfotos gespeichert sind, zur Grundausstattung gehören. Manche Einheimische nehmen ein Handy extra für den Dieb mit und lassen ihr eigenes lieber zu Hause.

#Millionen-Metropolen überstehen

Je größer die Stadt, desto mehr Menschen und desto gefährlicher. In Mega-Citys wie São Paulo (fast 12 Millionen Bewohner), Rio de Janeiro (über 6 Millionen), Caracas oder Bogota ist es von fundamentaler Bedeutung, sich an einige Grundregeln zu halten. Hierfür ist wiederum das Studium des Reiseführers unerlässlich: Nicht jedes Stadtviertel eignet sich zu jeder Tageszeit für einen Besuch. Warnhinweise im Reiseführer wie „Das Stadtzentrum ist nach Ladenschluss zu meiden“ sollte man sehr ernst nehmen.

karneval in rio

Karneval in Rio: total eng, total laut, total bunt und unvergesslich. Aber: Augen auf!

Bevor man sich zu einer Tagestour aufmacht, gilt es, die Route genau zu studieren; auf keinen Fall an jeder Ecke den Stadtplan ausbreiten. So wird man im Handumdrehen als Tourist geortet und damit als lukrativer Bargeldlieferant.

#Touren in Favelas?

Auch wenn die eine oder andere Favela mittlerweile auch Touristen offensteht, sollte man sich als Tourist immer von einem Ortsansässigen begleiten lassen. Vom Hotel startende Touren in Jeeps gleichen oft einem Zoo-Besuch – besser vermeiden. Jede Favela ist eine Art Gemeinschaft („comunidade“) mit eigenen Regeln. Die Häuser stehen eng aneinander, die Fenster sind meist offen und die Menschen ziehen sich nicht in ihre Privatsphäre zurück. Geht man dort einfach spazieren, kommt man den Anwohnern zu nahe und stolpert eventuell ahnungslos in eine brenzlige Situation hinein.

Auch ist nicht jeder damit einverstanden, fotografiert zu werden. Selbst in einer angeblich von der Polizei befriedeten Favela gibt es noch, wie überall sonst auch, hin und wieder Schießereien. Wo was passieren könnte, ist für den Fremden nicht einzuschätzen. Mit einem Guide, der in der Favela lebt, vermeidet man grundsätzlich Situationen, denen man nicht gewachsen ist, tappt auch sonst in keine Fettnäpfchen und der Gemeinschaft kommt der Ertrag für die Favela-Führung zugute.

#Bus, Bahn oder Taxi?

Öffentliche Verkehrsmittel sind tagsüber die beste Wahl, U-Bahnen und Busse in den großen Städten funktionieren im Allgemeinen gut, auch wenn sie oft voll sind. Auch hier gilt zur Rushhour: Immer alles eng am Körper tragen, denn in rappelvollen Bussen hat ein Trickdieb leichtes Spiel.

#Flug statt Bus, eine gute Option

Je nach Land sind die Überlandbusse und Straßen in Süd- und Zentralamerika von sehr unterschiedlicher Qualität, meist aber das günstigste und sicherste Fortbewegungsmittel. In Argentinien sind sowohl Straßen als auch Busse eher im Luxus-Segment anzusiedeln, in Brasilien annehmbar, die Straßen aber teilweise mit Riesenlöchern übersät und Fahrten über unbefestigte Bergpässe in Bolivien sind ein unvergesslicher, aber gefährlicher Abenteuertrip. Auch hier ist die aufmerksame Lektüre des Reiseführers fundamental und auf gewissen längeren Strecken ein Flug mit dem Propellerflugzeug eindeutig der Busfahrt vorzuziehen, die ruckelnd durch die Pampa führt. Abends ist in Großstädten das Taxi das sicherste Verkehrsmittel.

#Risiko Mietwagen

Todesursache Nummer eins ist – etwa in Brasilien – nicht die Kugel aus der Pistole, wie die Statistiken vermuten lassen, sondern der Verkehrsunfall. Sich selbst ein Auto zu mieten sollte man sich vielleicht erst nach einer längeren Eingewöhnungsphase zutrauen.

#Abends ausgehen

Den Weg zur Location und nach Hause genau studieren. Sind es von der U-Bahn nur ein paar Schritte? Ist die Gegend am Abend belebt? Sonst immer besser mit dem Taxi unterwegs sein – das am besten von der Rezeption bestellen lassen.

Viele Tourguides vor Ort bieten Ausgeh-Abende in der Gruppe an, etwa einen Pub Crawl Rio de Janeiro, auf denen man Insider-Tipps bekommt und sich mit den Gepflogenheiten vor Ort vertraut machen kann. Beim Straßenkarneval in Brasilien etwa geht es besonders bunt zu, da werden schnell Grenzen überschritten und es wird wild geküsst – davon sind Männer ebenso betroffen wie Frauen.

#Sex & Drugs & Rock ‘n‘ Roll

Südamerikaner sind lebensfroh. Feiern und Tanzen gehören ebenso zum Alltag wie feuchtfröhliche Partys. Und das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Aber: Drogen, besonders Kokain und Crack, sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor auf dem Kontinent und Ursache für unkontrollierte Kriminalität – das Angebot ist dementsprechend groß und vielerorts präsent. Der Kauf von harten Drogen birgt große Gefahren: vom Dealer übers Ohr gehauen zu werden, sich strafbar zu machen, aber auch in einigen Ländern von der Polizei in die Mangel genommen zu werden.

Tipps für alleinreisende Frauen gesucht?

Wir haben zwei Specials aufgelegt für Frauen, die allein in Südostasien oder Indien unterwegs sein werden

 

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Im April erscheint das neue Buch unserer Autorin Beate C. Kirchner.

 

 

Über diesen Autor

Beate C. Kirchner

Beate C. Kirchner

Eigentlich ein Münchner Kindl, zog es Beate gleich nach dem Abitur nach bella italia. Noch während des Studiums der Politischen Wissenschaften in Florenz ging es auf der ersten Südamerikareise über die Karibik und Venezuela in den Amazonas und weiter an die Küste im Bundesstaates Bahia, wo sie in Trancoso, damals einem 500-Seelen-Ort, eine Pizzeria eröffnete. Nach der Rückkehr nach Europa und Beendigung des Studiums war sie viele Jahre als Chefin vom Dienst für deutsche Publikumsmagazine tätig. Heute arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin, schreibt unter anderem über ihre Wahlheimat Brasilien, wo sie bis heute einige Monate im Jahr lebt. Und gerne über die Toskana, die sie mehrmals im Jahr besucht. Am spannendsten findet sie es, abseits der Touristenpfade Skurriles und Kurioses zu entdecken, am meisten begeistern sie die Menschen, die sie auf ihren Reisen trifft.

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