Lifestyle

SUP | Paddeln statt Daddeln

Peter Pfänder
Geschrieben von Peter Pfänder

Leute, legt doch mal das Smartphone zur Seite! Stand-up
Paddling ist eine großartige Art,
mit Wassersport
fit zu bleiben und die Natur – oder Städte wie Paris, London,
Berlin – vom Wasser aus zu erleben.
Wir haben ein paar
Tipps für Anfänger und
Tourenfahrer in spe.

Stand-up Paddling boomt, vor allem, seit die praktischen Inflatables (iSUP) am Markt sind. Die lassen sich bequem in der S-Bahn oder im Kleinwagen transportieren oder gar auf dem Rücken zu einsamen Bergseen hinauftragen – und sind in weniger als fünf Minuten aufgepumpt.

In immer mehr Städten werden geführte SUP-Touren angeboten. Stand-up Paddling Abenteurer paddeln durch Keralas Backwaters, über einsame Schweizer Bergseen, queren Bodensee oder Gardasee, sie paddeln über Wildwasser, den Rhein oder den Yukon hinab oder durch die Finnische Seenplatte.

Auch unsere Redaktion hat Blut geleckt. Chefredakteur Peter Pfänder ist, wann immer es geht, auf dem Ammersee oder dem Wörthsee unterwegs. Und Christian Haas hat letztes Jahr SUP Yoga ausprobiert.

Stand-up Paddling als klasse Workout

SUP ist ein toller Allround-Sport, der die Koordination verbessert, die Bein-, Rumpf- und vor allem die Rückenmuskulatur sowie Bizeps, Trizeps und Schultergürtel stärkt und bei ambitioniertem Tempo auch für deutlich verbesserte Kondition sorgt.

Durch das ständige Ausbalancieren verbessern sich beim Stand-up Paddling Körperkoordination, Körperwahrnehmung, sowie Reaktionsvermögen, Gelenke werden stabilisiert und das Standvermögen optimiert.

Das Wichtigste aber: Es macht einfach Spaß!

Spannende urbane Reviere. Längst gibt es geführte Touren in Paris, London und Berlin und vielen weiteren Metropolen

Spannende urbane Reviere. Längst gibt es geführte Touren in Paris, London und Berlin und vielen weiteren Metropolen

Mit spezieller SUP-Kleidung verlängert sich die Saison um Monate

Mit spezieller SUP-Kleidung verlängert sich die Saison um Monate

Wer nur während des Badens für zehn Minuten eine Runde durch die Gegend paddelt, verpasst das Schönste. Längere  Touren über Seen, auf Flüssen oder sogar dem Meer. Je nach Können und Lust cruist man entspannt und kontemplativ über stille Flüsse oder wagt sich nach entsprechenden Kursen in wildere Gewässer, auf größere Flüsse oder in kräftige Wellen auf dem Meer.

Das richtige Stand-up Paddling Board

Auf Seen, an der Küste und auf langsam fließenden, tiefen Flüssen sind Touring Boards mit ausreichen Volumen und Ladefläche wichtig, die je nach Anspruch entweder ausgesprochen richtungsstabil oder wendiger sind. Hilfreich ist eine lange Finne oder ein Drei-Finnensystem,  wie sie etwa das 3,80 Meter lange Starboard Touring oder das Adventurer von NRS bieten.

Die richtige Technik spart Kraft - wie bei jeder Sportart. SUP-Kurse werden bundesweit angeboten

Die richtige Technik spart Kraft – wie bei jeder Sportart. SUP-Kurse werden bundesweit angeboten

Stand-up Paddeln auf ruhigen, flachen Binnengewässern mit wenig Strömung und Wind ist ideal für den Anfang. „Gefahr“ droht hier schlimmstenfalls von den Heckwellen schnell fahrender Motorboote oder Ausflugsdampfern. Wenn die von der Seite kommen, liegt man schnell im Wasser: Immer im rechten Winkel nehmen und entspannt „ausreiten“, dabei tief in die Knie gehen, um den Schwerpunkt nach unten zu bringen.

Im Sommer bitte auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Die Reflexionen des Wasser verstärken die UV-Wirkung. Da hat man sich schnell einen schlimmen Sonnenbrand eingefangen. Hier gibt es eine praktische App unseres Verlags, die genau verrät, welcher Hauttyp wo wie lang der Sonne ausgesetzt werden kann.

Wer kein ausgesprochen guter und ausdauernder Schwimmer ist, sollte unbedingt eine Schwimmweste anlegen. Die PFD (=personal floatation devices) sind – im Gegensatz zu den Kajakfahrern – nicht Pflicht, aber sehr anzuraten.

Erfordert Mut, Können und viel Training. Mit dem SUP auf Wildwasser unterwegs

Erfordert Mut, Können und viel Training: mit dem SUP auf Wildwasser unterwegs

Die richtige SUP-Paddeltechnik

> Paddel mit gestrecktem oberem Arm vorn ins Wasser stechen

> Paddel nah am Board durchs Wasser nach hinten ziehen

> Auf Höhe der Beine Paddel aus dem Wasser nehmen

> Paddel gerade nach vorn bringen und erneut einstechen

> Nicht das Paddel durchs Wasser ziehen. Stellt euch vor, ihr rammt das Paddel ins Wasser und zieht euch auf dem Brett daran vorbei nach vorn

> Ideale Paddellänge: Arm nach oben ausstrecken und Paddel so verstellen, dass es unter das Handgelenk passt – oder: 15 bis 20 Zentimeter über dem Kopf. Wer mehr Speed machen will, stellt das Paddel rund 5 bis 10 Zentimeter kürzer ein

> Je nach Board und Finne(n) bewegt sich das Brett nach drei bis sechs Schlägen von der Paddelseite weg, macht eine Kurve. Nun wird das Paddel gewechselt

> Für mehr Richtungsstabilität: Nutzt den Winddruck und paddelt verstärkt im Lee, trainiert den J-Schlag und achtet unbedingt darauf, das Paddel mit geradem Schaft einzustechen

Ein guter Film sagt mehr als 1.000 Worte – Peter Bartels zeigt, wie es richtig geht. Gute Technik spart Kraft und bringt Speed.

Stand-up Paddling: Touren-Tipps

Arnd Dünzinger, einer der Teamfahrer des Herstellers Starboard, hat einige Tipps zu Planung, Ausrüstung, Sicherheit und Kleidung für längere Touren parat.

> Länge und Schwierigkeitsgrad entsprechend den eigenen Fähigkeiten planen

> Im Vorfeld Wind- und Wetterverhältnisse checken, sehr gut ist die App Windfinder

> Orientierung mit Karten, GPS und einschlägigen Infos auf Kanuseiten

> Bei Übernachtung während der Stand-up Paddling Tour unbedingt vorher Schlafplätze checken

> Sicherheitsausrüstung: Rettungsweste, Signalpfeife, Erste-Hilfe-Case, Handy mit Seenotrufnummern und Wetterapps, Wetbag für Fangleine, Signalraketen, Positionslicht, wasserfeste Stirnlampe, Reservepaddel und eventuell Ersatzkleidung in einem wasserdichten Wet-Bag

 

> Bekleidung: Badesachen, Handtuch, je nach Witterung First Layer, wasserfeste Schuhe und Socken, evt. Handschuhe und Mütze. Funktionale Stand-up Paddling Bekleidung statt Neopren,  etwa das Starboard Allstar SUP Suit

> Unbedingt Leash verwenden, eine spiralförmigen Fangleine zwischen Board und Körper, die verhindert, dass bei einem Sturz das Board davonschwimmt. Auf Flüssen aber nur mit Quick Release Belt

> Im Fall eines Sturzes: Nie das Brett verlieren, lieber das Paddel aufgeben! Auf dem Brett liegend und mit den Händen paddelnd kommt man schneller ans Ufer als schwimmend. Zudem ist der Ersatz eines Paddels günstiger 🙂

> Immer genügend zum Trinken mitnehmen

Arnd Dünzinger (Foto unten) empfiehlt für Fließgewässer bis Wildwasserstufe IV (einem Revier für Könner) stabile, wendige Allrounder oder spezielle Wildwassermodelle mit Gepäckgummis und mehreren kleinen Finnen, wie die drei Modelle aus Starboards Inflatable Stream Linie. Das Manöver auf dem Bild ist die artistische Version des schon in Normalausführung für Anfänger nicht ganz einfachen Step Back Turn oder Pivot Turn…

Tipp: Eine pfiffige Idee sind WindSUPs, eine Kombination von Stand-up Paddling Board und Surfbrett. So ein Teil haben wir letztes Jahr getestet

Also, ab ans Wasser und aufs Board – und viel Spaß!

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Stand-up Paddling: Starboard-Teamfahrer Arnd Dünzinger in Aktion auf dem Walchensee

Über diesen Autor

Peter Pfänder

Peter Pfänder

Leidet an chronischem Fernweh, seit er 15 ist. Härtester Therapieversuch? 10.000-km-Radtour rund ums Mittelmeer im Alleingang im Jahr 1985. Die „itchy feet“ führten ihn während des Studiums (Politologie und Islamwissenschaften) in Tübingen und Damaskus immer wieder in den Nahen Osten. Lebte viele Monate in Jemen, Syrien und Libanon. Arbeitete als Gabelstaplerfahrer, freier Autor und Redakteur. Der Chefredakteur von „abenteuer und reisen“ liebt fremde Ufer und exotische Küchen. Entspannt am liebsten beim Schwimmen im See oder Meer, beim Stand-up Paddling, auf dem Bike und in der Sauna.

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